Rezension: Cook mal türkisch

Man nehme eine junge Deutsch-Türkin, die gern kocht und viele schöne Geschichten von ihrer Familie und aus Neukölln zu erzählen hat. Heraus kommt ein tolles Kochbuch voller Rezepte, in denen klassische türkische Gerichte wie Köfte, Couscous oder Yufkarollen mit einem deutschen Touch neu interpretiert werden.

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Die Rezepte sind in gewohnter GU-Art geschrieben: Es gibt Angaben zu Zubereitungszeit, Geh- oder sonstige Wartezeiten und sogar Kalorienangaben. Oft gibt es lustige kleine Einleitungstexte, die Zutaten sind (gegebenenfalls) geordnet nach Sauce, Teig oder ähnlichem und gut leserlich untereinander geschrieben. Die Zubereitungsschritte sind durchnummeriert und leicht verständlich. Jedes Rezept wird von einem ansprechenden Bild begleitet. Sie sind in einem leichten, türkisch angehauchten Shabby Chic gehalten, aber er ist nicht übertrieben und so wirkt das Ganze sehr rund. Auch einen hilfreichen, aber nicht ausufernden Glossar und ein ausführliches Register gibt es im Buch.

Das, was das Buch so besonders macht, sind aber nicht nur die leckeren Rezepte, sondern vor allem auch die lustigen Geschichten, die die Autorin immer wieder einstreut. Jeweils eine Doppelseite ist dafür meist reserviert und dort erzählt sie beispielsweise von ihrer Oma, die begeistert war, dass ihre Enkelin nun endlich etwas „sinnvolles“ tut – wenn sie ihr schon keine Urenkel schenkt oder heiratet, schreibt sie jetzt immerhin ein Kochbuch. Sie erzählt von spontanen Sitzstreiks auf berliner Rasenflächen vor ihrem Haus und wie daraus ein Picknick wurde, von Wagenladungen voller Manti oder wie Sekerpare einer Tante zum großen Liebesglück verhalfen (letzteres kann ich mir übrigens sehr gut vorstellen, wer mag, probiert dazu am besten gleich mein Rezept aus: KLICK!). Super daran ist auch, dass alle Geschichten Hinweise zu dem passenden Rezept enthalten und auch bei den Rezepten wird auf die passende Geschichte verwiesen. Zusätzlich gibt es im ganzen Buch immer wieder Bilder von Straßenszenen und auch die Autorin selbst schaut uns immer wieder aus den Seiten heraus entgegen.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Spinat Börek: Ich liebe Spinat Börek, damit kann man bei mir eigentlich wenig falsch machen. Obwohl es nicht im Rezept stand, habe ich noch etwas Sesam vor dem Backen darauf gestreut, ansonsten habe ich mich an das Rezept gehalten. Sehr lecker!

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Süßer Couscous mit roter Grütze: Das perfekte Fusion Food! Rote Grütze wird hier mit einem süßen Couscous und weißer Schokolade kombiniert. Zum Reinlegen gut!

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Auberginen-Feta-Dip: Gebackene Aubergine gemixt mit Feta, Gewürzen und Oliven. Da ich etwas schlechte Erfahrungen gemacht habe mit püriertem Feta, habe ich ihn lediglich mit einer Gabel möglichst klein zerdrückt, den Rest püriert und dann beides vermischt. Super lecker!

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Fladenbrot: Zu jedem türkischen Essen gehört Fladenbrot und so ein richtig leckeres ist gar nicht so leicht hinzubekommen. Diese Version hier gelang prima, war flaumig und duftete großartig. Bei uns gab es den Dip und das Brot gemeinsam, was ein leckeres Essen bildete.

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Mein Fazit: Alle ausprobierten Rezepte überzeugten mich vollkommen und das ist durchaus bemerkenswert. Das Buch macht auf mich einen sehr freundlichen Eindruck. Hier ist die türkische Gastfreundschaft in einer Leichtigkeit aufgefangen, die nicht erdrückend ist, sondern vor allem lecker und spannend. Die echte türkische Küche, wie sie im Ursprung ist, findet man in diesem Buch nicht mehr. Wer diese sucht, dem empfehle ich gern andere Bücher. Wer die Originale kennt und liebt, findet hier aber schmackhafte Variationsideen und fühlt sich, als wenn er um einen großen, gastfreundlichen Tisch in Neukölln bei einer Freundin sitzt. Aus meiner Sicht ist dies ein sehr gelungenes Buch, in dem auf natürliche und unverkrampfte Art gezeigt wird, wie sich unterschiedliche Kochkulturen gegenseitig bereichern können.

Eine Leseprobe gibt es bei Interesse HIER.

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Das Buch „Cook mal türkisch“ von Filiz Penzköfer umfasst rund 190 Seiten, kostet 19,99 Euro und ist bei Gräfe und Unzer erschienen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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