Japan: Gyoza mit süßer Misosauce

Anläßlich der Olympischen Spiele geht es für uns heute nach Japan und ich habe euch einen Klassiker der Küche mitgebracht: Gyoza!

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Diese kleinen Teigtaschen sind erfreulicherweise auch ohne Dampfgarer zuzubereiten, denn sie werden ganz einfach in der Pfanne angebraten und gedämpft. So ähnlich, wie die Baozi, die ich euch vor Urzeiten mal gezeigt habe (und die dringend mal neue Bilder bräuchten, das Rezept an sich ist aber weiterhin extrem empfehlenswert!). Aber ich schweife ab… Potstickers, wie die Gyoza auch genannt werden, sind mit den verschiedensten Füllungen anzutreffen.

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Am besten, ihr bereitet sie in netter Gesellschaft zusammen zu oder so, dass ihr irgendeine andere Art von Unterhaltung habt oder ihr seht die Zubereitung als eine Art Meditation. So oder so: Die Zubereitung ist nicht besonders schwer, aber zeitaufwändig! Das fertig Garen dann wiederum ist extrem schnell. Wahrscheinlich wird auch deswegen oft empfohlen, direkt eine größere Menge zu machen und einen Teil roh einzufrieren. So hat man die Arbeit nur einmal und dafür immer wieder frische Gyoza zur Hand.

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In diesem rohen Zustand kann man die Gyoza übrigens sehr gut einfrieren!

Die Misosauce dagegen ist extrem schnell gemacht: Alle Zutaten in eine Schüssel geben, ein paar Mal umrühren und fertig. Wer mag, kann sie laut Originalrezept fast ewig im Kühlschrank aufbewahren. Sie ist leicht süßlich und vor allem eine volle Umamibombe! Man kann sie übrigens auch toll zum marinieren von Gemüse nehmen, Aubergine passt beispielsweise großartig! Einfach halbieren, die Schnittflächen grob einschneiden, großzügig mit der Paste bestreichen und auf mittlerer Schiene bei 180 °C für etwa 30 Minuten backen.

Das Rezept für die Misosauce:
100 g Misopaste (bei mir helle)
2 EL Mirin
2 EL Zucker
1 EL Sake oder Wasser (bei mir zweiteres)
etwas Essig nach Wunsch
Zubereitung: Alle Zutaten in eine Schüssel geben, gut umrühren und fertig… Im Kühlschrank ist sie lange haltbar, dafür am besten in ein leeres Marmeladenglas o.ä. füllen.

Das Rezept für Gyoza:
Zutaten (für 10 Stück):
Für den Teig:
140 g Mehl
60 ml heißes Wasser (einmal im Wasserkocher aufkochen lassen und dann direkt verwenden)
1/2 TL Salz
Speisestärke zum Ausrollen
Für die Füllung:
30 g getrocknetes vegetarisches Hack (auf Basis von Jackfruit und Erbsen) + plus Wasser nach Packungsanleitung zum „aktivieren“ / beachte Bemerkung unter dem Rezept! (im Original 250 g Schweinehackfleisch)
1 Frühlingszwiebel
frischer Ingwer, nach Geschmack, etwa 1 cm Länge
3-5 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer nach Geschmack
1 Pfanne mit Deckel, Nudelholz
Zubereitung:
Zuerst bereitet ihr den Teig zu:
Dafür das Wasser zum Kochen bringen, Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben und nach und nach das heiße Wasser mit einem Löffel einrühren. Anschließend 10 Minuten kneten. Der Teig sollte weich und formbar, aber nicht klebrig sein. In Klarsichtfolie wickeln oder in eine recht gut passende Frischhaltedose und für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten:
Dazu Frühlingszwiebel waschen, von den Wurzeln befreien und fein hacken. Den Ingwer und die Knoblauchzehen schälen und ebenfalls fein hacken. Alles zu dem Tofu / Hack geben und gut vermischen. Nach Belieben würzen.
Bevor ihr den Teig füllt, bereitet ihr am besten einen Platz vor, auf dem ihr die Gyoza zwischenlagern könnt. Am besten dafür ein Tablett / Backblech nehmen und mit etwas Speisestärke bestäuben (in diesem Falle lohnt es sich, ein Sieb zu benutzen, sonst bekommt ihr nur grobe Klumpen). Außerdem eine kleine Schüssel / Tasse mit Wasser bereit stellen. Dieses dient als Kleber.
Anschließend holt ihr den Teig aus dem Kühlschrank und teilt ihn in 10 gleich große Stücke, bestreut die Arbeitsfläche mit ein wenig Speisestärke und rollt jedes Zehntel möglichst rund und zwischen 1 und 2 mm Dicke aus. Nun nehmt ihr etwa 1-2 Teelöffel Füllung (lieber mit etwas weniger anfangen), gebt diese in die Mitte, mit einem Finger ein wenig Wasser auf dem Rand verstreichen und schlagt den Teig so zu, dass eine Halbkreisform entsteht. Gut zudrücken. Anschließend könnt ihr den Rand noch in 3-4 Falten legen und gut zudrücken. Den fertigen Gyoza auf das vorbereitete Tablett legen. Den ganzen Teig so verbrauchen.
Wenn ihr möchtet, könnt ihr die Gyoza jetzt einfrieren.
Ansonsten: Eine Pfanne mit ein wenig Öl erhitzen und die Teigtaschen mit der Unterseite oder einer Seite in die Pfanne legen. Bei mittlerer bis hoher Temperatur kurz anbraten, bis die Seite goldbraun ist (nicht drehen!). Wenn die Farbe für euch gut aussieht, gebt ihr etwa 50 ml Wasser in die Pfanne, schließt sofort den Deckel, dreht die Hitze noch etwas weiter runter und lasst das Ganze für etwa 5 Minuten geschlossen in Ruhe. Anschließend könnt ihr den Deckel wieder heben, das restliche Wasser verdunsten lassen und eure Gyoza genießen!
Übrigens passt dazu auch toll einfache Sojasauce oder Chiliöl. Ein Rezept dafür kann ich euch gerne demnächst aufschreiben! Hinterlass mir einen Kommentar, wenn du daran Interesse hast!
Guten Appetit!

Bemerkung zu der Füllung: Normalerweise benutze ich so gut wie nie Fleischersatzprodukte. In diesem Falle habe ich mich dafür entschieden, weil ich das Rezept zum einen so nah wie möglich am Original ausprobieren und nicht einfach eine komplett andere Füllung kreieren wollte. Zum anderen hatte ich diese Flocken von meiner Schwester geschenkt bekommen und das Testen bot sich quasi an. Nächstes Mal würde ich wahrscheinlich eher Tofu nehmen und grob krümeln oder eine ganze andere Füllung auf Gemüsebasis ausprobieren.

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Das Originalrezept stammt aus dem neusten Buch von Tim Anderson, in dem er uns die japanische Küche, die er so liebt, näher bringen möchte. Was mir an diesem Buch so gut gefällt, ist die einladende Sprache: Der Autor macht immer wieder klar, warum die japanische Küche viel alltagstauglicher ist, als ihr Ruf. Dass man kein Sushimeister mit mehrjähriger Ausbildung sein muss, um leckeres Sushi zuzubereiten und vieles mehr. Das finde ich sehr sympathisch!
Für mich persönlich hätte das Dessert-Kapitel gern deutlich ausführlicher sein dürfen, das ist hier eher ein kleiner Anhang. Auch die vegetarischen Gerichte allgemein sind etwas weniger, als ich es mir von diesem Buch gewünscht hätte. Trotzdem finde ich das Buch insgesamt sehr schön: Die Bilder sind appetitlich, die Zutaten meist tatsächlich gut zu beschaffen und die anschauliche Sprache des Autors gefällt mir sehr gut. Seine Rezepte bestehen nicht einfach aus trockenen Anweisungen und Zeiten, sondern er beschreibt viel, wie Zutaten aussehen sollen, wie sich der Teig anfühlt oder welche Vereinfachungen man umsetzen kann. Insgesamt sehr gelungen und ein toller Blick in die japanische Küche!

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das Buch „Japaneasy“ von Tim Anderson umfasst 220 Seiten, kostet 24,95 Euro und erschien im DK Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar!

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