Rezension: Masel tov!

Masel tov! heißt übersetzt so etwas wie Viel Glück! oder Viel Erfolg! und wird bei jüdischen Feiern gern und viel gewünscht. Nun gibt es inzwischen einige Bücher, die sich mit der jüdischen Küche beschäftigen und ich persönlich liebe die Art zu kochen sehr! Entsprechend habe ich mich auf dieses Buch sehr gefreut und war gespannt darauf, es dann endlich in Händen halten zu können.

Mein erster Eindruck war sofort positiv, weil ich das Cover großartig finde! Die Geometrischen Muster sprachen mich sofort an, ich wüsste gern, ob sie eine tiefere Bedeutung haben. Liv Fleischhacker hat in diesem Buch insgesamt 19 Menschen zusammengebracht, die jeder eine Verbindung zur jüdischen Küche hat und diese gerne teilen. Hier gibt es Profi-Köche oder Bäcker, aber auch Blogger und andere Menschen, die sich auf ihre Weise mit Kochen beschäftigen. Die Bandbreite ist riesig: Sie reicht von Deutschland, über Krakau, nach Israel, bis in die USA und nach Mexiko. Die Rezepte sind genauso vielfältig und zeigen, wie sich das Judentum über die Zeit über die Welt verteilt hat und wie die traditionellen Herangehensweisen mit den Zutaten, Geschmäckern oder auch klimatischen Bedingungen vor Ort verwoben wurden. Es gibt nicht DIE jüdische Küche und genau das wird durch dieses Buch noch einmal sehr deutlich gemacht.

Jeder der Protagonisten im Buch erzählt etwas über seine Geschichte, wir erfahren einige Familiengeschichten und auch diese sind extrem vielfältig. Anschließend werden einige Rezepte vorgestellt, die diese Person gerne kocht. Manche davon sind eher modern, andere noch ganz traditionell. Alle sind wunderbar fotografiert und die Rezepte sind gut verständlich verfasst. Schön hätte ich noch gefunden, wenn es kurze Einleitungstexte zu den Rezepten selbst gegeben hätte. Zwar wird in den Portraits öfter auf die folgenden Rezepte kurz eingegangen, allerdings liest man beim Durchblättern nicht unbedingt immer das vorangehende Portrait.

Wichtig zu wissen ist, dass die Rezepte nicht koscher gehalten sind. Dieses Buch möchte die jüdischen Gerichte vorstellen, aber mehr vor dem kulturellen und nicht so sehr dem religiösen Hintergrund. Außerdem argumentiert die Autorin, dass koschere Rezepte in einer nicht-koscheren Küche sowieso nicht koscher werden – was mir absolut einleuchtet.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Challah: Challah ist das klassische Sabbatbrot und wird oft kunstvoll geflochten. Bei mir gab es sie einfach als Zopf, dafür mit vielen leckeren Kernen und Samen bestreuselt. Das Brot wurde weich, flaumig und einfach toll. Im Prinzip ist das Rezept sehr einfach, also genau richtig für ein schönes Buffett, zu Shakshuka oder ähnlichem.

Oliven in Tomatensauce: Die einfachen Dinge sind oft die leckersten… Und diese Oliven in einer Tomatensauce mit einem Hauch Paprika und Kreuzkümmel passen einfach perfekt in den Sommer.

Kubaneh: Kubaneh ist ein jemenitisches Sabbatbrot und ist damit eine Art Verwandter der Challah. Geformt ist es ganz anders und zwar in hübschen Rosenformen, die in einer Form gebacken werden. Beim Lesen war ich ehrlich gesagt sehr skeptisch: Mir erschienen 560 g Mehl und 480 ml Wasser deutlich zu feucht und habe mich da entsprechend langsam rangetastet und habe am Ende auch nicht alles verwendet. Das Ergebnis war unfassbar toll! Das Rezept gibt es sicherlich ganz bald für euch!

Mein Fazit: Ein vielfältiges, ansprechendes Kochbuch, was uns Menschen und ihre Rezepte und Geschichten näher bringt. Wer sich für jüdische Küche und ihre verschiedenen Ausprägungen interessiert, sollte einen Blick hinein werfen. Es sind einige Klassiker im Buch zu finden, allerdings auch viel Neues.

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Das Buch „Masel tov“ von Liv Fleischhacker und Lukas Grossmann umfasst 222 Seiten, kostet 29,99 Euro und erschien im Christian Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

 

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