Rezension: The Bread Exchange

Es ist wie so oft im Leben: Was tut man, wenn einem etwas partout nicht gefällt und man keine Hilfe von Außen bekommt? Man muss selbst tätig werden! So erging es auch Malin Elmlid mit der Suche nach richtig gutem Brot. Sie kommt aus der Modebranche, wo man naturgemäß sehr auf sein Gewicht schauen sollte. Aus diesem Grund verzichtete sie irgendwann auf Dinge wie Nudeln, Kartoffeln und Co. Aber auf Brot? Das kam für die in Berlin lebende Schwedin nie in Frage! Aus diesem Grund suchte sie handgemachtes, traditionell verarbeitetes Sauerteigbrot, da dies für den Körper deutlich besser zu verarbeiten ist, als Brote ohne Sauerteigbasis. Aus dieser Leidenschaft wurde irgendwann der Ehrgeiz, selbst solch ein Brot herzustellen und nachdem sie zig Brote gebacken hatte, begann sie, die Brote gegen andere Dinge zu tauschen. Daraus wurde das „Bread Exchange“-Projekt bei dem selbstgebackenes Brot gegen anderes eingetauscht wird – dabei kann es sich um Rezepte, eine Reitstunde, ein leckeres Essen oder was auch immer handeln. Hauptsache, es ist kein Geld. Über die spannenden Reisen, die Malin mit ihrem Sauerteig unternommen hat, hat sie nun ein Buch geschrieben.

Brot ist nicht nur bei uns, sondern auch in vielen anderen Kulturen ein unverzichtbares Lebensmittel und so kann man quasi um den ganzen Globus reisen und findet überall Brotliebhaber. Genau das hat Malin getan und ist durch die Welt gereist, hat Brot getauscht, in der Wüste Sinai einen Starter über Nacht hochgezogen, einen Roadtrip durch Kalifornien unternommen und viel Spannendes dabei erlebt. Im Buch erzählt sie Geschichten von diesen Reisen und teilt Rezepte mit uns. Zuerst dachte ich, dass vielleicht nur Brotrezepte im Buch enthalten sein würden – was ich ebenfalls interessant gefunden hätte. Die Rezepte sind aber wild gemischt und für jeden Geschmack, Tageszeit und Kocherfahrung ist etwas dabei.

Das Buch ist nicht nur vollgestopft mit Geschichten, Erlebnissen und Rezepten, sondern vor allem auch mit Bildern. Dabei sind Food-Bilder, aber auch viele Reisebilder und auch die Autorin selbst ist oft abgebildet (letzteres hätte für mich gern etwas weniger sein dürfen, aber sei es drum). Auch die Rezepte für Malins eigene Brote und Sauerteigstarter sind übrigens im Buch zu finden. So kann man sich das Bread Exchange – Brot nach Hause holen, auch wenn man keinen der begehrten Tauschplätze ergattern kann.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Lütticher Waffeln: Waffeln sind toll und die belgischen ganz besonders, denn wer kann schon Hefeteig widerstehen? Tolles Rezept, super vorzubereiten, die gab es nicht das letzte Mal!

WaffelnLuetticher2

Veganes Bananenbrot: Es gibt doch diese Tage an denen nichts klappt, der Himmel grau ist, selbst wenn die Sonne scheint, man keine Lust zu irgendwas hat, die Waschmaschine auch noch den Geist aufgibt… An genau so einem Tag haben wir dieses Bananenbrot gebacken. Und was soll ich sagen: Der Himmel hing zwar nicht auf einmal voller rosa Einhörner, aber ein schönes Stück Kuchen kann trotzdem nicht schaden. Schönes, solides Rezept. Das Bananenbrot wurde feucht, saftig, locker und aromatisch.

VeganesBananenbrot

 

Mein Fazit: Das Buch versammelt unheimlich inspirierende und fesselnde Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln. Auch wenn die (ausprobierten) Rezepte toll sind, ist dieses Buch für mich nicht in erster Linie ein Kochbuch, sondern es sind die Geschichten, die das Buch zu etwas Besonderem und Lesenswerten machen. Durch das gemeinsame Kochen und Essen lernt man Menschen und Kulturen so nah und unverfälscht kennen, wie wohl durch wenige andere Dinge. Auch wenn es wohl eine utopische Vorstellung ist, wäre es toll, wenn wir alle ein bisschen mehr Dinge und Erfahrungen tauschen würden.

 

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Das Buch „The Bread Exchange“ von Malin Elmlid umfasst 240 Seiten, kostet 29,95 Euro und erschien bei Prestel.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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