Rezension: Gemüse all‘italiana

Italienische Küche… Das klingt direkt nach Sommer, reifen Früchten und bodenständigen, aromatischen Gerichten. Geht euch das genauso? Dann habe ich heute einen Buchtipp für euch, der euch den italienischen Geschmack nach Hause holen kann:

Die italienische Küche ist schon von Haus aus gemüselastig, es gibt viele vegetarische Gerichte und wird man auch als Vegetarier in diesem Land leicht kulinarisch glücklich. Trotzdem finde ich, dass es in Kochbüchern recht viele Fisch-, Fleisch- und Meerestiergerichte gibt, was schade ist. Umso mehr Freude hat mir dieses Buch bereitet, denn alle Rezepte sind vegetarisch, viele auch vegan und das ganz einfach, weil sie es schon immer waren, nicht, weil hier einem Trend hinterhergerannt wird.

Die über 200 Rezepte sind auf 22 Kapitel aufgeteilt, die sich jeweils einem Gemüse (oder manchmal auch einer kleinen Gruppe, wie „Blattsalate“) widmen. Auch dadurch finde ich, dass das Gemüse betont wird. Jedes Kapitel wird von einem Text über das behandelte Gemüse eingeleitet, hier erfährt man, in welchen Regionen Italiens es vor allem vorkommt, wann es Saison hat und ähnliches. Zusätzlich wird dann auch noch einmal jedes Rezept einzeln von einem kurzen Text eingeleitet. Hier erfährt man ebenfalls aus welcher Region das Rezept stammt, wozu es gut passt, etwas zur Geschichte oder ähnliches. Solche Einleitungstexte empfinde ich als unheimlich bereichernd und lese sie sehr gern!

Für wen ein Kochbuch mit Rezeptbildern steht und fällt, der wird bei diesem eventuell enttäuscht werden. Zwar ist das Buch vollgepackt mit wunderschönen Aufnahmen, allerdings zeigen diese nicht immer das fertige Gericht, sondern auch oft Zutaten oder ähnliche „Stimmungsbilder“. Wie gesagt: Alle Bilder sind wunderschön anzusehen, fangen eine italienisch anmutende Stimmung ein und runden das Buch wunderbar ab. Leider gibt es aber nur zu geschätzt einem Viertel der Rezepte Bilder.

Sfincione5

Die Rezeptauswahl ist vielfältig und auch um etwas „schwierigere“ Gemüsesorten wie Kapern oder Artischocken wird kein Bogen gemacht, was ich super finde! Aber selbstverständlich spielen die Klassiker Tomate, Kartoffel, Zwiebel, Pilze und Co eine große Rolle. Die Zubereitungsschritte sind ausführlich und verständlich verfasst. Ich persönlich mag Fließtext dabei zwar nicht besonders, aber das ist Geschmackssache.

Speziellere Zutaten werden im Großen und Ganzen wenig verwendet. Ausnahme bilden dazu Käsesorten, die man nicht unbedingt alle im Supermarkt nebenan findet (jedenfalls nicht auf dem Dorf…). Hier hätte ich es schön gefunden, wenn ein paar alltagstauglichere Alternativen angegeben gewesen wären.

Zwei Register gibt es im Buch – eines nach Menüfolge, eines alphabetisch. Leider führen beide lediglich die deutschen Übersetzungen auf. Bei den einzelnen Rezepten stehen immer die italienische und eine deutsche Bezeichnung. Im Register fehlen leider dann die italienischen Originalnamen, was ich persönlich durchaus irritierend fand. Vor allem, wenn man sich schon etwas öfter mit der italienischen Küche beschäftigt hat, sucht man teilweise sehr lange, bis man ein bestimmtes Gericht dann wieder findet. (Bei mir ging es meist schneller, wenn ich im entsprechenden Kapitel der Hauptzutat von Hand suchte.)

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Sfincione: Die sizilianische Pizza unterscheidet sich von der neapolitanischen Variante sehr stark: Hier gibt es einen relativ dicken, fluffigen Teig, darauf Käse und darauf wiederum eine aromatische Tomaten-Zwiebel-Oliven-Sauce. Allein schon diese verdrehte Reihenfolge fand ich spannend und da wir alle Zutaten mögen, wanderte die Pizza direkt auf die Nachmachliste. Das Ergebnis war unglaublich aromatisch! Großartig!

Sfincione3

Focaccia: Weich, flaumig, fluffig, aromatisch… Was wollt ihr noch hören? Die perfekte Focaccia!

Focaccia

Parmigiana di melanzane: Angebratene Auberginenscheiben, in würziger Tomatensauce und mit schmelzendem Käse. Klingt gut? Oh ja, das ist ein tolles Gericht! Würde es bei uns auch viel öfter geben, wenn mich das Anbraten der Auberginenscheiben nicht so nerven würde… Da nehme ich eine Rezension sehr gern als Anlass, den leckeren Auflauf mal wieder zuzubereiten.

MelanzaneDiParmigiana2

Mein Fazit: Bei diesem Buch und mir war es nicht Liebe auf den ersten Blick. Um ehrlich zu sein dachte ich anfangs, dass so ein Buch wohl kaum das Rad neu erfinden würde und darüber, ob ich ein weiteres Kochbuch über die italienische Küche bräuchte, war ich mir auch nicht so sicher. Dann blätterte ich das erste Mal im Buch und fand auf Anhieb viele Rezepte, die ich gern ausprobieren wollte. Nachdem ich nun drei nachgekocht und -gebacken habe, bin ich begeistert von diesem Buch! Die Rezepte erfüllen alles, was die italienische Küche ausmacht: Einfach Zutaten, gut kombiniert und herauskommt ein herausragendes Aroma. Wirklich toll!

Bei meiner Kleinen wurde beim Vorlesen der Rezeptnamen übrigens aus „Pappa al pomodoro“ spontan ein „Papa, alter Dumbo“. Ich glaube, an ihrem Italienisch müssen wir noch arbeiten. 😉

 

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Das Buch „Gemüse all’italiana“ von Cornelia Schinharl umfasst rund 380 Seiten, kostet Euro und ist im at-verlag erschienen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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4 Antworten zu Rezension: Gemüse all‘italiana

  1. Pingback: Gemüse all’italiana | Frankfurter Kochbuchrezensentin

  2. Pingback: Ricotta-Spinat-Gnocchi (Malfatti) | Frankfurter Kochbuchrezensentin

  3. Anna C. schreibt:

    ahh, die sizilianische Pizza- da würde ich mich über eine nähere Vorstellung freuen! Klingt gut, das Buch…

    • Becky schreibt:

      Oh ja, sehr gern. 🙂 Diese Woche habe ich noch einen anderen Artikel geplant, aber danach kann die Pizza gern kommen, ich plane das mit ein. 🙂

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