Österreich: Zimtkoch aus dem 17. Jahrhundert

Heute habe ich euch etwas ganz Spezielles mitgebracht: Ein Dessert aus dem Österreich des 17. Jahrhunderts! Das passende Buch dazu stelle ich euch ebenfalls kurz vor, denn auch dieses ist sehr besonders!

Bei dem Dessert handelt es sich um ein recht einfaches, was in ganz ähnlicher Form auch heute noch existiert: Die Idee ist, trockenes Brot mit einer cremigen Masse zu übergießen und im Ofen zu backen, bis etwas köstliches daraus entsteht. Ganz ähnlich zu britischem Bread Pudding oder Ofenschlupfern aus dem südlicheren Deutschland. Besonders herbstlich passend wird das Ganze in diesem Fall noch durch die Zugabe von Zimt in die Masse. Heraus kommt ein warmes, kleines Gebäck, dass man am besten direkt nach dem Backen isst!

Ich kann mir übrigens auch sehr gut vorstellen, das Rezept mal mit Kürbisbrot zu machen, falls etwas bei uns etwas älter und trocken wird. Das schmeckt bestimmt noch einmal besonders gut!

Zutaten (für etwa 4 Portionen):
180 g altes Brot / Brötchen, in grobe Stücke geschnitten
250 ml Milch (Pflanzenmilch funktioniert genauso gut)
2-3 TL Zimt
60 g Zucker (bei mir brauner)
2-3 Eier (ich habe 2 benutzt)
1 Auflaufform oder 4 Souffleeförmchen
Zubereitung:

  • Den Backofen auf 180 °C vorheizen (oder 160 °C Umluft).
  • Das Brot / Brötchen in die Formen verteilen.
  • In einem kleinen Topf die Milch, den Zimt und 20 g Zucker verrühren und einmal kurz aufkochen. Danach direkt über das Brot gießen.
  • In einer kleinen Rührschüssel den restlichen Zucker mit den Eiern aufschlagen und ebenfalls darüber geben.
  • Im vorgeheizten Backofen etwa 12-20 Minuten backen (je nach Formgröße variiert die Zeit recht deutlich), bis die Oberfläche schön goldbraun ist. Am besten warm genießen!

Guten Appetit!

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Habt ihr eines meiner Rezepte ausprobiert? Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen! Gerne mit Bild für meine Nachgemachtseite!

Oder markiert mich bei Instagram gerne mit @beckyskoestlichkeiten.

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Nun fragt ihr euch vielleicht, woher dieses Rezept stammt und wie ich darauf komme, euch ein Dessert aus dem 17. Jahrhundert zu präsentieren. Zum einen einfach, weil neugierig bin und gern Neues ausprobiere. Ganz konkret kam ich zu diesem Rezept durch das Buch „Barocke Kochkunst heute“. Das Buch stammt im Original aus dem Haus von Maria Clara Dückher von 1654.
Das Buch besteht grob aus zwei Teilen: Auf den ersten 68 Seiten erfahren wir viel Biographisches über die Familie aus der das Buch stammt, über ihre Familiengeschichte, aber auch über ihren Besitz im Salzburger Land und Ansehen. Auch über die Kochkunst zu dieser Zeit wird sehr viel erzählt, vor allem auch über die Ausstattung, über typische Gewürze, neue Zutaten und vieles mehr. Das ist unheimlich spannend finde ich! Im zweiten Teil folgen dann Rezepte, sortiert nach Jahreszeiten und immer wieder unterbrochen von weiteren wichtigen Ereignissen des Jahres. Besonders interessant ist auch, dass jedes Rezept einmal im Original abgedruckt wurde und man so selbst schauen kann, wie weit man dem Originalkochbuch folgen könnte. Auf der folgenden Doppelseite folgt dann eine zeitgemäße Übersetzung auch auch ein schönes Bild vom Gericht.
Mein Fazit: Ein spannendes Buch, was Einblick in eine ganz andere (und trotzdem gar nicht so unterschiedliche) Kochwelt gestattet. Die Rezepte an sich sind für mich hier gar nicht das wichtigste, obwohl sie durchaus gut nachgekocht werden können. Gerade die Kombination aus Theorie über die Barocke Kochkunst und Praxis mit den Rezepten macht das Buch so interessant!

 

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Das Buch „Barocke Kochkunst heute“ umfasst 190 Seiten, kostet 29 Euro und erschien im Verlag Anton Pustet. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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