Rezension: Najat

Marokko muss ein wirklich faszinierendes Land sein, wenn man dorthin reist. Vielleicht fast ein bisschen wie Schottland von der Wirkung her: Entweder man liebt es und möchte immer wieder hin oder es ist gar nichts für einen. War von euch schon mal jemand dort? Berichtet gerne!

Mitgebracht habe ich euch heute jedenfalls das Buch „Najat“, was nach der Autorin Najat Kaanache benannt ist. Sie nimmt uns mit in ihre Heimat und zeigt uns 80 typisch marokkanische Gerichte und Rezepte. Besonders mitreißend fand ich den Anfang des Buches, in dem recht ausführlich über Najat Kanaches Weg zur Köchin berichtet wird, über ihre Kindheit im Baskenland und ihre Lehrjahre in den Küchen der Welt – selbst im elBulli bei Ferran Adria arbeitete sie 2 Jahre. Das zeigt schon: Wir haben es hier mit einem Profi zu tun und das merkt man dem Buch fraglos an! Es ist ein interessanter Spagat zwischen der einfachen, bäuerlichen Küche, die typisch für Marokko ist, und der Sterneküche, durch die die Autorin in ihrer Ausbildung ebenfalls geprägt wurde. Entsprechend findet man im Buch auch die ganzen einfachen Rezepte mit wenigen Zutaten neben aufwändigen Kreationen, die mich persönlich meist weniger ansprechen.

Viele persönliche Geschichten und Bildern unterstützen das Gefühl, dass man es hier mit einem wichtigen und individuellem Kochbuch zu tun hat. Die typischen Zutaten für marokkanische Küche sollte man im Haus haben, sonst kommt man im Buch nicht allzu weit. Gleichzeitig muss man aber glücklicherweise auch nicht erst einen Spazialitätenladen ausräumen, um etwas nachkochen zu können. Die Zutatenliste sind übersichtlich geschrieben, die Zubereitungsschritte nachvollziehbar und ausführlich. Angenehm finde ich, dass es nicht nur pure Garzeiten gibt, sondern vor allem auch Aussehen und Konsistenzen beschrieben werden – das ist etwas, was mir viel mehr sagt, als pure Zahlen, weil einfach jeder Herd anders ist.

Was ich bereits ausprobiert habe:
Harcha: Das Pfannebrot auf Grießbasis heißt bei uns jetzt nur noch das „marokkanische Puzzlebrot“. Ich weiß nicht, wie man es in der Pfanne umdrehen soll, ohne es komplett zu zerbröseln. (Falls jemand Tipps hat, immer gern in die Kommentare.) Es sah also nicht so richtig toll aus, geschmacklich mochten wir es aber gern und es war eine schöne Beilage zu gebackenen Tomaten mit Feta.

Süßkartoffeln aus dem Backofen: Eine recht einfache Beilage, bei der man einfach Süßkartoffelstücke mit Knoblauch, Kurkuma, Rosmarin und Salz und Öl im Ofen bäckt. Lecker, einfach gemacht.

Baghrir: Dies sind Pfannkuchen auf einer Grieß-Hefe-Basis, die meist zum Frühstück gegessen werden. Wir haben sie an einem verregneten Nachmittag gebacken. Der Teig ist ziemlich flüssig und das Besondere ist, dass sie in der Pfanne nicht gedreht werden. Leider stellte sich bei mir (auch mit verschiedenen Teigmengen) der gewünschte Schwammeffekt ein, das war etwas schade. Auch geschmacklich hauten sie uns jetzt nicht um…

Mein Fazit: Das Buch ist sehr hochwertig gemacht, die Bilder sind toll und man blättert unheimlich gern darin. Kleiner Wehrmutstropfen: Für Vegetarier würde ich es nicht wirklich empfehlen wollen und beispielsweise bei der Harcha wäre ein Tipp brauchbar gewesen, wie sich das Brot unfallfreier wenden lässt. Irgendwie hatte ich bei der Auswahl meiner Rezepte vielleicht nicht das meiste Glück.  Trotzdem ein tolles, persönliches Buch über die marokkanische Küche!

 

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Das Buch „Najat“ von Najat Kaanache umfasst 302 Seiten, kostet 45 Euro und erschien im Christian Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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Eine Antwort zu Rezension: Najat

  1. treibsandblog schreibt:

    Mmmhh, diese Pfannkuchen gab es dort immer zum Frühstück. Ich mochte Marokko sehr. Es war überall schön, am Atlantik, im Atlas und die Städte… Fes war in meinen Augen die schönste. Und es gab überall leckeres Essen.

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