Rezension: Die baltische Küche

Die baltische Küche ist noch immer ein weißer Fleck in der kulinarischen Landkarte für viele. Das ist eigentlich sehr schade, denn herrliche Dinge kommen von dort und so freue ich mich, dass es ein neues Buch gibt, was Licht ins Dunkel bringen möchte!

Simon Bajada stellt uns in „Die baltische Küche“ typische Zutaten und Gerichte aus Estland, Litauen und Lettland vor. Der Autor hat keine typischen persönlichen Verbindungen zu einem der Länder, sondern wollte gern erfahren, was man über die Kultur eines Landes erfährt durch die Küche. Außerdem drückt er immer wieder seinen Respekt für die Küche aus, die typischerweise noch immer recht traditionell geprägt ist: Sehr regional und vor allem auch saisonal. Die Küchen sind gerpägt durch slawische, deutsche und skandinavische Einflüsse. Der konstante Faktor sind aber die Kernzutaten, die kulturelle Prägung und auch das Haltbarmachen.

Noch so ein tolles, saisonales Rezept! Hoffentlich bekomme ich irgendwo demnächst frischen Rhabarber, dann werde ich das auch ausprobieren! / Bildquelle: DK Homepage

Was finden wir also konkret im Buch? Traditionelle Gerichte, aber auch Neuinterpreationen, die aber immer den Kerngedanken treu bleiben wollen. Die Rezepte werden von ansprechenden, unaufgeregten Bildern begleitet. Die Speisen sehen alle sehr appetitlich aus und trotzdem so, dass man sich vorstellen kann, dass die eigenen Werke ähnlich aussehen können.

Überschrieben sind die Gerichte mit einer deutschen Beschreibung des Gerichts, darunter stehen zusätzlich noch die Originalnamen auf litauisch, estnisch und / oder lettisch. Dazu gibt es noch einen Einleitungstext, der uns etwas über das Rezept erzählt. Ich mag solche Texte sehr gern, weil man direkt einen besseren Eindruck davon bekommt, was einen erwartet und man kann das Essen besser einordnen. Die meisten Zutaten sind auch hier problemlos zu besorgen. Für Vegetarier ist die Küche nur mit Einschränkungen zu empfehlen – leider. Allerdings sind im Buch viele Backwerke und Desserts zu finden, sodass ich trotzdem keine Schwierigkeiten hatte, etwas leckeres zu finden. Im Bereich der Hauptgerichte ist die Auswahl allerdings deutlich eingeschränkter.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Kartoffelecken: Dieses litauische Rezept fand ich super, weil die Kartoffelecken wie eine Art Gnochi oder Kroketten schmecken, aber viel unaufwändiger im Ofen zubereitet werden. Man muss die Kartoffeln kochen, anschließend wird daraus ein Teig zubereitet, zu Rauten geformt und dann im Ofen gebacken. Sehr praktisch und deutlich angenehmer in der Zubereitung.

Grießkuchen: Dieser Kuchen besteht in erster Linie aus Grießbrei, der mit Eier vermischt und gebacken wird. Als Abschluss kommt noch etwas weiße Schokolade darauf, die herrlich karamellisiert. Ein echter Wohlfühlkuchen: Leicht gemacht, sehr lecker, aber nicht unbedingt eine Fotoschönheit.

Mein Fazit: Ein schönes Buch über die baltische Küche! Auf meiner Nachbackliste stehen beispielsweise noch ein Mohnkuchen, ein Honigkuchen und ein interessant klingender Möhrenkaffee. Ich bin froh, dass sich auch diesem noch etwas unbekannterem Landstrich angenommen wird, denn ich bin vor einigen Jahren sehr gern in Riga gewesen und habe dort leckere Dinge probiert!

 

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Das Buch „Die baltische Küche“ von Simon Bajada umfasst 222 Seiten, kostet 24,95 Euro und erschien im DK Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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2 Antworten zu Rezension: Die baltische Küche

  1. Ira Moritz schreibt:

    Also Becky, Du wirst mir unheimlich….. Ich habe mich übrigens 2017 bei einem Wochenendtrip nach Riga in die baltische Küche verliebt. Der Zentralmarkt, da wird man als Foodie echt auf eine harte Probe gestellt, wenn man nicht länger da ist und leider nicht selber kochen kann. Aber der Simon mit dem macht es ebenfalls in Frankfurt Spaß. Im Moment ja auch alternativlos hinkommen wir dieses Jahr sicherlich nicht mehr…. Danke fürs Anfixen und Deinen Eindruck, herzliche Grüße aus Frankfurt Ira.

    • Becky schreibt:

      Huch, ich werde dir unheimlich? Wie kommt’s?
      Ja, der Zentralmarkt ist toll! Ich habe dort die besten Weintrauben gekauft, die ich je gegessen habe. 🙂
      Leider werden wir auf absehbare Zeit nicht selbst hinkommen, aber immerhin ein wenig können wir uns auch von zu Hause in die Welt kochen.
      Viele Grüße aus Norddeutschland, Becky

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