Rezension: Ofirs Küche

Beginnen wir das neue Jahr einfach direkt mit einer meiner absoluten Lieblingsküchen! Wir reisen mit Ofir Raul Graizer in die israelisch-palästinensische Küche und lernen seine Lieblingsrezepte kennen.

Ofir Raul Graizer ist Israeli, betont aber sehr, dass es eigentlich keine israelische Küche gibt ohne eine palästinensische und auch keine jüdische ohne eine arabische. Das sehe ich genauso! Ich beschäftige mich inzwischen schon einige Jahre sehr mit diesen Küchen und auch wenn es viele Konflikte gibt, ist besonders die Esskultur schon sehr ähnlich oder zumindest eng miteinander verwoben. Der Autor ist eigentlich Filmregisseur, der immer schon gerne gekocht hat und schließlich 2010 das erste Mal eher durch Zufall nach Berlin kam. Er verliebte sich in die Stadt und brachte schließlich durch viele Kochkurse anderen Menschen seine Familienrezepte nahe.

Genau solche Rezepte gibt es nun auch in diesem Buch: Es sind einfache Rezepte, die im Großen und Ganzen sehr schnell und leicht zu Hause nachgekocht werden können. Es werden nicht zu viele spezielle Zutaten verwendet, sondern darauf geachtet, dass auch in Bezug darauf alles alltagstauglich bleibt – ohne Tahini, Kreuzkümmel und Co geht selbstverständlich trotzdem wenig. Das ganze Buch ist vegetarisch. Neben den tollen Bildern und sehr ausführlichen Zubereitungsbeschreibungen, gefällt mir vor allem ein Detail extrem gut: Zu Beginn jeden Rezeptes gibt es einen Miniabschnitt namens „Tacheles“. Hier gibt es das komplette Rezept zusammengeschrumpft auf wenige Wörter. Klingt vielleicht irritierend, entspricht aber zu 100 % meiner Kochart. Perfekt! Jedes Rezept ist gut sichtbar markiert mit „laktosefrei, vegan, glutenfrei, o.ä.“. Ansonsten wird viel Wert auf Geschichten, Anekdoten und Bilder gelegt. Das alles zusammen macht das Buch toll zum Stöbern, man lernt nebenbei viel über die Kultur, die Zutaten, bekommt noch mehr Gespür und gewinnt dabei an Leichtigkeit beim Kochen.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Hummus: Immer gern gesehen und eines der liebsten Gerichte meiner Kleinen. Entsprechend oft gibt es Hummus bei uns und ich probiere recht selten Rezepte dazu aus, weil ich ihn einfach nach Gefühl mache. Dieser hier wird mit ordentlich Tahini gemacht, Knoblauch, Zitronensaft, Kreuzkümmen. Ziemlich genau so, wie ich ihn ebenfalls zubereite. Lecker!

Igulim: Hierbei handelt es sich im Prinzip einfach um Blätterteig, der mit einer Tomatenpaste gefüllt wird. Leider hatten wir doch keine Oliven mehr, deswegen gab es sie ohne. Die Kochzeit der Paste reichte bei mir nicht, die Tomaten waren wohl etwas zu wässerig. Das Ergebnis war am Ende sehr lecker!

Gegrillte Paprika mit Eiern und Balkankäse: Ebenfalls extrem einfach, aber genauso lecker! Bis jetzt habe ich gegrillte Paprika immer selbst gemachte, jetzt habe ich entdeckt, dass man sie fertig kaufen kann. Die Kombi gibt es sicher wieder!

Mein Fazit: Ein tolles Buch, in dem man super stöbern kann. Viele der Gerichte sind schnell und einfach gemacht. Das ist besonders toll, weil man so direkt mehrere gleichzeitig ausprobiert, was für die Küche durchaus typisch ist.

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Das Buch „Ofirs Küche“ von Ofir Raul Graizer umfasst knapp 240 Seiten, kostet 25 Eurp und erschien im Insel Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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2 Antworten zu Rezension: Ofirs Küche

  1. treibsandblog schreibt:

    Klingt wirklich gut und die Bilder sehen sehr lecker aus.

  2. Ira Moritz schreibt:

    Schöne Besprechung, auch mir gefällt das Buch sehr gut.

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