Das georgische Trio {Rezensionen}

Dass ich die georgische Küche und das ganze Land unfassbar interessant, spannend und lecker finde, ist inzwischen nicht einmal mehr ein offenes Geheimnis, es wird bei euch inzwischen bekannt sein. Nun habe ich euch heute drei ganz spezielle Bücher zu dem Thema mitgebracht. Sie sind alle keine klassischen Kochbücher, aus denen man einfach so kocht und gut – eines davon ist sogar überhaupt kein Kochbuch. Trotzdem möchte ich sie euch nicht vorenthalten und stelle sie euch heute gemeinsam vor.

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First comes first: Beginnen wir mit dem gewissermaßen ältesten! Prinz Bagrat ist der Autor dieses Buches und es erschien bereits 1818 in Sankt Petersburg das erste Mal. Der Sohn des letzten Königs von Georgien war Autor vieler Bücher, nahm wichtige administrative Ämter wahr und ihm wurden mehrere russische Auszeichnungen verliehen. Unter anderem verfasste er dieses erste, georgische Kochbuch! Im Buch gibt es Hauptgerichte, aber auch viel „Zuckerkandis“, womit jegliche Süßspeisen und vor allem Pralinen oder gezuckertes Obst gemeint ist, und Getränke, inklusive einiger Aufsatzschnäpse. Die Rezepte aus dem Originalbuch wurden nicht 1:1 übernommen, sondern wurden teilweise angepasst, konkretisiert (wo Mengenangaben komplett fehlten) oder auch insgesamt etwas umgeschrieben. Auch eine Auswahl wurde getroffen, es wurden hier also nicht alle Rezepte und Tipps von Prinz Bagrat aufgenommen. Letzteres finde ich etwas schade, weil ich gern gelesen hätte, was er beispielsweise zum Thema Einmachen und Salzen zu sagen hatte. Trotzdem wurde bei der Modernisierung darauf geachtet, dass die Rezepte authentisch bleiben und nur Zutaten verwendet werden, die es auch im 19. Jahrhundert in Georgien gab. Alle Gerichte sind bebildert und die Bilder finde ich sehr gelungen, gerade auch, weil sie nicht „normal“ sind.
Mein Fazit: Ein spannendes Buch, was uns ein bisschen 19. Jahrhundert auf den Teller bringt.

Bei dem zweiten Buch in der Sammlung handelt es sich ebenfalls um ein ganz besonderes georgisches Kochbuch mit jeder Menge Geschichte und Geschichten. Der Untertitel lautet schon passend dazu: Eine kulinarische Liebeserklärung, Anekdoten & Rezepte.
Das Buch besteht aus kleinen Texten von berühmten Georgiern (einige gegenwärtige, noch mehr aus vergangenen Zeiten), jeder Menge Bildern von Zutaten oder Gerichten und auch Rezepten.
„Wie die Körpersprache so ist auch die Art des Kochens einzigartig. Es ist die persönliche SIgnatur eines Menschen.“ – Keti Bakradze (Inhaberin und Chefköchin von „The Dining Room“ in Tiflis)
Das ist so ein schöner Gedanke, dass ich ihn euch einfach ebenfalls zeigen musste! Keti Bakradze hat sich den klassischen, georgischen Rezepten angenommen und daraus Kunstwerke gezaubert, die unfassbar schön im Buch abgelichtet wurden. Das Buch wirkt nicht wie ein Kochbuch, obwohl einige Rezepte enthalten sind, die im Großen und Ganzen auch absolut nachkochbar sind! Es wirkt vielmehr wie ein Kunstbuch, eine besondere Art, sich der georgischen Küche anzunehmen und sie in die Höhe zu heben.
Mein Fazit: Ein unfassbar schönes Buch, in dem man gerne blättert und viele Anekdoten liest. Die berühmten Georgier kannte ich nicht (bis auf Prinz Bagraton), das tut dem Vergnügen aber keinen Abbruch.

Zu guter Letzt noch ein Buch, das mit Essen wenig zu tun hat: „Tbilisi“ von Martin Parr. Dies ist kein Kochbuch und passt trotzdem perfekt in diese Sammlung, weil es uns Georgien, vor allem die Hauptstadt, und seine Bewohner noch einmal auf einer anderen Ebene näher bringt.
Martin Parr besuchte 2002, 2009 und 2018 das Land und hier wird eine Auswahl seiner Bilder gezeigt. Im Buch sehen wir vor allem Alltagsszenen auf der Straße: Menschen beim EInkaufen, am Strand, im Spaßbad, Marktfrauen, Touristen vor einer Statue, die Parlamentsbibliothek und einiges mehr… Besonders mag ich die Marktbilder und auch die vielen Bilder, auf denen Bücher zu sehen sind. Ich kann nicht beurteilen, ob es in Tiflis wirklich so viele Bücher an allen möglichen Ecken der Stadt gibt oder ob Martin Parr einfach ein Faible für sie hat. Oben drauf gibt es als Einleitung noch einen Essay von Aka Morchiladze, der uns Georgien und seine Bewohner näher bringt. Das ist sehr schön als EInleitung. Gerade auch, weil es keine weiteren Texte im Buch gibt. Lediglich ganz am Ende des Buches gibt es zu jedem Bild ein paar Wörter, damit man weiß, was hier fotografiert wurde.
Mein Fazit: Neben all den tollen Rezepten, die ich schon ausprobiert habe, ist es spannend, einmal einen Blick nach Georgien selbst zu werfen. Die Bilder wirken sehr authentisch, wenig gestellt und so, dass sie einen recht genauen Blick in die Stadt liefern. Was ich persönlich schön gefunden hätte, gäbe es noch ein paar mehr Aufnahmen von der Stadt als solche sehen könnte. Aber es handelt sich hier halt nicht um einen Reiseführer, sondern um Bilder aus der Stadt. Ein spannendes Buch auf jeden Fall!

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Das Buch „Das Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien“ umfasst 190 Seiten, kostet 29,95 Euro und erschien im Wieser Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Georgien – Eine kulinarische Liebeserklärung“ umfasst 125 Seiten, kostet 22,90 Euro und erschien im Leopold Stocker Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Tbilisi“ von Martin Parr umfasst 128 Seiten, kostet 40 Euro und erschien im Prestel Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplare.

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