Rezension: Hasana

Weiter geht es mit der Rezensionswoche anläßlich der Frankfurter Buchmesse!

Heute habe ich euch eines meiner aktuellen Lieblingsbücher mitgebracht!
Die Leser unter euch, die hier schon länger fleißig mitlesen, wissen es: Ich habe ein paar Favoriten unter der Länderküche. Das wären vor allem die gesamte nahöstliche, besonders die israelische, die türkische, die georgische und die Jüdische. Nun ist letzteres keine Länderküche im eigentlichen Sinne, aber trotzdem finde ich, dass dieses Buch perfekt zu dieser Weltreise passt!

Man kann die Juden auf der ganzen Welt in vier grobe Gruppen einteilen:
Misrachim – urpsrünglich aus dem Nahen und Mittleren Osten stammend, aus Afghanistan, Usbekistan oder Indien
Aschkenasim – nach der Diaspora ließen sie sich im Rheinland nieder und wanderten teilweise weiter Richtung Osten nach Russland oder in die Ukraine
Sefardim – spanische Juden, die sich auf der Flucht vor der Inquisition im Mittelmeerraum verteilten
Italkim – italienische Juden, die meist als Sklaven nach Rom gebraucht worden waren.
All diesen Gruppen und ihren Essgewohnheiten widmet sich dieses Buch. Und so erkennt man beim Durchblättern leicht die große Vielfalt der Menschen, der Kulturen um sie herum und damit auch die Essgewohnheiten und verfügbaren Zutaten. Jede dieser Gruppen hat ihre eigenen Gerichte mitgebracht, an die äußeren Gegebenheiten angepasst und neue Zutaten oder Kochstile aufgenommen. Deswegen gibt es auch nicht „die jüdische Küche“, die man schnell und leicht zusammenfassen kann.

Was ich an diesem Buch großartig finde, ist, dass es nicht nur Rezepte aus vielen Erdteilen gibt, sondern, dass diese Gerichte auch immer in den Zusammenhang mit wichtigen Festen und Traditionen gestellt werden. Zu Beginn des Buches gibt es eine mehrseitige Übersicht über diese wichtigen Termine, die Herkunft wird beschrieben, aber selbstverständlich auch typische Speisen. Auch in den Einleitungstexten der Gerichte wird immer mal wieder darauf eingegangen, wann das Gericht traditionell gegessen wird.
Oben drauf gibt es zu vielen Gerichten schöne Bilder, die Gerichte sind alle sehr gut zu Hause nachkochbar und auch die Zutaten sind nicht zu exotisch oder schwer zu beschaffen. Einige sind in jedem Supermarkt zu bekommen, bei anderen muss man etwas suchen, aber die Gewichtung passt in meinen Augen ganz wunderbar. Das Buch endet mit einem ausführlichen Register, wofür ich jedes Mal wieder dankbar bin, weil es mir das Suchen deutlich erleichtert.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Liptoi Käse: Eine Spezialität aus Ungarn – auch in Wien wird er gern gegessen. Der Liptoi Käse erinnert ein wenig von der Art her an Obatzda, ist aber viel cremiger, hat keine Stückchen und besteht als Basis aus Hüttenkäse. Sehr lecker als Brotaufstrich oder Dip. Bei uns gab es ihn zu Laugengebäck, was perfekt passte.


Vollkornspaghetti mit Lauch, Paprika und Kirschtomaten: Dass diese Kombination der Zutaten schmeckt, dürfte niemanden überraschen und so konnte dieses Rezept aus Italien voll und ganz überzeugen.
Kartoffel-Möhren-Kugel: Kugel sind perfekte Sattmacher und dabei meist sehr schnell gemacht. Diese Variante mit Kartoffeln und Möhren als Hauptzutaten kam hier extrem gut an. Wer – wie ich – nicht besonders gern Kartoffelpuffer herstellt, den Geschmack aber gern mag, der hat hiermit eine sehr gute Alternative! Meine Kleine hat den Kugel direkt wieder vorbestellt.

Mein Fazit: Dieses Buch ist eines der Werke, die ich am Liebsten einmal von vorne, bis hinten durchkochen würde. Die Rezepte sind sehr vielfältig, aber sie sprechen mich so gut wie alle direkt an und ich bin ganz sicher, dass ich nicht das letzte Mal daraus gekocht habe. Die vielen Zusatzinformationen und insbesondere die Übersicht der Feiertage mit ihren Essgewohnheiten zu Beginn finde ich sehr gelungen. Ein tolles Buch für alle, die sich mit jüdischer Küche beschäftigen möchten oder einfach nur tolle, vegetarische Rezepte suchen.

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Das Buch „Hasana“ von Paola Gavin umfasst rund 250 Seiten, kostet 29 Euro und erschien im Dumont Buchverlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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2 Antworten zu Rezension: Hasana

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