Rezension: Von der Provence bis nach Pondicherry

Heute gibt es ein echtes Reisekochbuch: Es widmet sich nicht nur einem Land oder einer Region, sondern es wird eine Reise rund um die Welt unternommen. Allerdings nicht in lauter Länder, die der Autorin Tessa Kiros einfach gut gefallen. Die Auswahl orientiert sich an Frankreich und seinen früheren Kolonien.

Aus der Provence, Marseille, um genau zu sein, brachen viele Seeleute auf, um neue Handelswege zu erkunden und Frankreich als Kolonialmacht aufzubauen. Dass diese Kolonialmacht schon lange nicht mehr existiert, ist klar, trotzdem kann man in den früheren Kolonien noch immer französische Einflüsse erkennen. An vier Zielen orientieren sich die Rezepte im Buch, dazu kommen die Provence, als Startpunkt, und die Normandie als Ziel. Jedem Ziel ist ein Kapitel gewidmet, in dem einiges über die Geschichte, Kultur und selbstverständlich jede Menge Rezepte vorgestellt werden. Die passenden Bilder gibt es noch dazu, sowohl zu den einzelnen Reisezielen, als auch zu den Gerichten selbst.

Die Zutaten sind teilweise gut zu beschaffen, teils sind sie aber auch deutlich spezieller und nicht in jedem Supermarkt bei uns zu bekommen. Die Mischung stimmt für mich persönlich allerdings gut: Es sind genügend Rezepte enthalten, die man direkt ausprobieren kann, gleichzeitig gibt es aber auch authentische Rezepte, die eben manchmal auch exotischere Zutaten brauchen. Auch die Schwierigkeitsstufen sind sehr verschieden: Vom einfachen Lassi oder Chapati, bis hin zu aufwändigen Gerichten ist alles enthalten. Insgesamt würde ich das Buch deswegen keinem Anfänger empfehlen – außer, man interessiert sich sehr für die Kolonialmacht Frankreich.

Die Autorin ist in etwas so kosmopolit, wie ihr Buch: Sie ist Tochter einer Finnin und eines Griechen, wuchs in Südafrika auf, arbeitete rund um die Welt und lebt inzwischen mit ihrer Familie in der Toskana.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Süßkartoffelkuchen: Backen mit Gemüse mag ich unheimlich gern und auch Süßkartoffeln bieten sich dafür geradezu an. Das Rezept steht im Kapitel zu La Réunion. Der Kuchen wird nicht fluffig, sondern eher flanartig. Geschmacklich super!

Lassi: Lassis kommen besonders bei meiner Kleinen super an. Normalerweise gibt es sie bei uns immer mit Mango, dieses Mal haben wir uns für eine andere Variante entschieden. Hier gibt es das Getränk mit Minze und ohne Süßungsmittel. Sehr frisch und erfrischend.

Pistounade: Eine Variante der Tapenade mit grünen Oliven, Basilikum, Kapern und natürlich Knoblauch und Öl. Eine schöne Beilage oder Brotbelag. Insgesamt bleibe ich wohl lieber bei Tapenade, aber Pistounade ist auch nicht schlecht.

Mein Fazit: Das Buch ist eines, was aus der Reihe fällt. Es verbindet eine spannende Historie mit ansprechenden Rezepten. Die Ziele sind sehr verschieden und entsprechend vielfältig sind auch die Gerichte. Insgesamt ist das Buch nicht unbedingt sehr vegetarierfreundlich, glücklicherweise gibt es aber auch einige Gemüserezepte und Backwerke und Desserts. Schon wegen seiner Besonderheit ein echter Schatz in meiner Büchersammlung.

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Das Buch „Von der Provence bis nach Pondicherry“ von Tessa Kiros umfasst rund 290 Seiten, kostet 34 Euro und erschien im Gerstenberg Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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