Rezension: Lissabon

Manche Bücher nimmt man einfach in die Hand und weiß schon beim ersten Durchblättern, dass sie großartig sind! Kochbuchliebe auf das erste Umblättern quasi. Wenn es sich dann dabei inhaltlich noch um ein Thema geht, was einem gar nicht so nah ist, dann ist das umso mehr ein Kompliment.

Genau so ging es mir mit diesem Kochbuch über Lissabon – wobei „Kochbuch“ in diesem Falle eigentlich schon eine Untertreibung ist… Denn in diesem Buch gibt es neben den zahlreichen, authentischen Rezepten aus der Stadt des Lichts noch so viel mehr zu entdecken! Angefangen bei der ausführlichen Einleitung, in der uns Lesern sehr viel über die Athmosphäse, die Geschichte und die Kultur der Stadt erzählt wird. Dazu kommen noch ungezählte Fotografien der Stadt und kleine Hefte, die über das ganze Buch verteilt sind und in denen noch einmal genauer auf einzelne Besonderheiten eingegangen wird – beispielsweise auf die Tascas, eine Art zweites Wohnzimmer vieler Portugiesen und vergleichbar mit den britischen Pubs. Als i-Tüpfelchen gibt es dann am Ende noch Adressen guter Restaurants und Bäcker.

Nun aber zu den Rezepten: Was steckt drin in diesem Buch? Wie so oft gibt es einen absoluten Rundumschlag, was die Tageszeiten, Zubereitungsarten, Schwierigkeitsstufen und so weiter angeht. Für alles und jeden sollte hier das passende zu finden sein. Trotz guter Böden spielt Gemüse leider eine recht kleine Rolle in der portugiesischen Küche. Das wusste ich vorher und so war ich positiv überrascht, dass es dann doch einige Gericht herzhafter Natur für mich zu Auswahl gab. Trotzdem bleibt es eher überschaubar, wenn man sich als Vegetarier umschaut. Dafür gibt es dann aber jede Menge für Fisch- und Schweinliebhaber. Und ganz besonders – und das freut mich dann wieder – werden im Buch einige verschiedene pasteis, also Backwerke präsentiert. Die obligatorischen Pasteis de nata sind selbstverständlich vertreten, aber auch viele, leckere Verwandten von ihr!

Die allermeisten Gerichte werden von einem Bild begleitet, jedes mit einem persönlichen Einleitungstext. Die Zutaten sind im Großen und Ganzen gut zu beschaffen und den Zubereitungsschritten kann man gut folgen. Schön finde ich, dass hierbei auch oft nicht nur irgendwelche Koch- oder Backzeiten genannt werden, sondern vor allem beschrieben wird, wie die Zutaten oder fertigen Werke aussehen oder sich anfühlen sollten. Das finde ich meist viel hilfreicher.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Batatas à murro com cebola e queijo fundido: Auch wenn dieses Gericht irgendwie besser in den Herbst passen würde, klang es sofort unheimlich lecker: Vorgekochte Kartoffeln werden eingedrückt, noch einmal im Ofen kross gebacken und schließlich mit karamellisierten Zwiebeln und Käse gebacken. Sehr toll!

Queijadas de cenoura: Diese kleinen „Käseküchlein“ enthalten lustigerweise keinen Käse, sondern stattdessen Möhren. Die Küchlein sind unfassbar cremig, weich und samtig.

Sandes de beringela com piso: Hierbei handelt es sich um vegetarische Sandwiches mit Auberginen und Piso, das ist eine Art Würzsauce auf Petersilienbasis. Ich habe noch etwas gebackenen Halloumi dazu gegeben, nicht authentisch, aber sehr passend. Insgesamt richtig toll, vor allem der Piso!

Mein Fazit: Was soll ich noch schreiben… Das Buch hat mich vom ersten Aufschlagen und über das Nachkochen der Rezepte überzeugt. Bis jetzt habe ich noch keine große Erfahrung mit der portugiesischen Küche, aber mit diesem Buch macht das Entdecken unheimlich viel Freude!

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Das Buch „Lissabon“ von Nuno Mendes umfasst 315 Seiten, kostet Euro und erschien im Prestel Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

 

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2 Antworten zu Rezension: Lissabon

  1. Ira Moritz schreibt:

    Du hast Dir das Beste ausgesucht! Es lohnt im Moment nicht nach weiteren Büchern zu schauen, wenn jemand, das beste portugiesische Kochbuch sucht. Die Küche ist sperrig und der Koch weiß was er tut und er seiner Heimat schuldig ist! Mein sehr persönliches Urteil, aber ich habe es mir mit dieser Einschätzung nicht leicht gemacht und viele Seiten umgeblättert, war in vielen portugiesischen Läden und habe einiges probiert – bei ihm schmeckte es mir besser als in Portugal, das Thema Stockfisch, beherrscht er wie kein anderer!

    • Becky schreibt:

      Oh super, danke dir, dass du mir das Feedback gibst! Ich bin keine Fachfrau, was diese Küche angeht, aber das Buch hat mich absolut umgehauen! So toll! Ich werde sicherlich noch weitere Rezepte ausprobieren. 🙂
      Hast du Reisetipps für Portugal?
      Viele Grüße, Becky

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