Niedersachsen: Luffen / Stuten

Sommerzeit ist auch immer Picknick-, Ausflug- und – für alle Eltern – Spielplatzzeit. Zu solchen Anlässen nehme ich gerne Backwerk mit, vor allem süße oder herzhafte Hefeteigbrötchen. Diese kleinen Brötchen hier sind besonders fein, denn in ihnen verstecken sich kleine Cranberries, die eine tolle fruchtige Frische in den Teig bringen. Gleichzeitig verkleben sie aber weder Hände noch Gesicht, machen schön satt und sind so ein optimaler Mitnehmsnack.

Luffen oder auch Stuten sind eine niedersächsische Spezialität – wobei es ähnliche Rezepte natürlich auch woanders gibt. Früher wurden die Brötchen an Wasch-, Schlacht- oder Erntetagen an die Mitarbeiter verteilt, damit sie sich zwischendurch stärken konnten. Traditionell wurden sie mit Rosinen gebacken und werden so auch noch immer in vielen Bäckereien hier im Norden verkauft. Da ich leider so gar keine Rosinen mag, habe ich stattdessen Cranberries verwendet.

Zutaten (für 10 Brötchen):
50 g Butter
250 ml Milch + etwas zum Bestreichen (hier geht genauso gut Pflanzenmilch)
500 g Mehl
1 Pck. Trockenhefe
60 g Zucker
1/2 TL Salz
1 Ei
80 g Rosinen oder Cranberries
1 Backblech, ausgelegt mit Backpapier
Zubereitung:
Schmelzt zuerst die Butter in einem kleinen Topf. Sobald sie geschmolzen ist, gießt die Milch darauf. Die Mischung sollte handwarm sein, falls sie es nicht ist, noch etwas abkühlen / erhitzen.
Das Mehl, die Hefe, Zucker, Salz und Ei in eine große Rührschüssel geben. Mit der Milch zu einem elastischen Teig verkneten. Der Teig sollte glänzen, sich von der Schüsselwand lösen und komplett homogen sein. Falls der Teig zu feucht ist, noch ein wenig Mehl dazu geben. Anschließend die Rosinen / Cranberries unterkneten.
An einem warmen, nicht zugigen Ort für 30 Minuten gehen lassen.
Anschließend noch einmal kurz durchkneten und in 10 Stücke teilen. Jedes zu einer Kugel formen und auf dem Backblech verteilen. Noch einmal abdecken und weitere 15 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 °C vorheizen.
Die Brötchen mit etwas Milch bestreichen und im vorgeheizten Backofen für etwa 20 Minuten backen. Die Oberfläche sollte schön goldbraun sein. Am besten schmecken sie frisch, sie lassen sich aber auch gut einfrieren.
Guten Appetit!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Habt ihr eines meiner Rezepte ausprobiert? Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen! Gerne mit Bild für meine Nachgemachtseite!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Rezept stammt im Original aus einem tollen Buch, über das ich euch unbedingt noch etwas erzählen möchte. Auch wenn ich kulinarisch oft eher in die Ferne schweife, halte ich schon lange Aussicht nach einem schönen Buch über norddeutsche Küche. Das ist gar nicht so leicht zu finden! (Wer also noch weitere Tipps hat, immer rein damit in die Kommentare!) Nun habe ich aber ein wirklich schönes Buch gefunden. „Sprotten, Mutt und Ofenkatze“ heißt es und wurde von Sven Brauer verfasst. Er hat nicht nur die Rezepte gesammelt, sondern vor allem das ganze Buch mit tollen Aquarellen gefüllt. Hier sieht man Hauptzutaten der Gerichte, aber auch viele Wahrzeichen aus Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Im Buch findet man viele Klassiker, die zu Teilen schon fast in Vergessenheit geraten sind. Bei der „Ofenkatze“ handelt es sich beispielsweise um eine Leckerei aus Birnen, die mit einer Schicht Teig darüber im Topf gegart werden. Bei uns hieß das früher „Birnenkloß“, was gleichzeitig die Verbindung zum „Büdel“ (einer Art großen Germknödel ohne Füllung) oder auch „Mehlpütt“ zeigt, den es bereits hier auf dem Blog gibt. Matjes, Labskaus, Grünkohl, Finkenwerder Scholle und Co dürfen selbstverständlich im Buch auch nicht fehlen. Die Auswahl der Rezepte finde ich grandios! Den Rezepten merkt man an, dass sie alte Familienrezepte sind. Teilweise sind die Formulierungen etwas untypisch, manchmal weiß man nicht genau, was jetzt zum Teig, was zum Belag gehört. Hier muss man ein bisschen mitdenken, dann sind die Rezepte aber wunderbar umzusetzen.
Mein Fazit: Ein tolles Buch über norddeutsche Küche! Traditionell, mit schönen Illustrationen und Rezepten, die absolut alltagstauglich sind.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Das Buch „Sprotten, Mutt und Ofenkatze“ von Sven Brauer umfasst 123 Seiten, kostet 20 Euro und erschien im KJM Buchverlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Beilagen, Brot, Deutschland, Europa, Frühstück, Hefegebäck, Rezensionen, Streetfood, Teatime, Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Möchtest du mir deine Meinung mitteilen? Ich freue mich über jeden Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.