Rezension: Das Großbritannien Kochbuch

Viele Köche verderben den Brei? Das mag immer mal wieder stimmen, wenn sie gemeinsam in der Küche stehen, aber in diesem Fall habe ich keine großen Befürchtungen. Denn für das Buch, was ich euch heute vorstellen möchte, wurden die Lieblingsrezepte von 100 Chefköchen, Bäckern oder leidenschaftlichen Hobbyköchen zusammengetragen. Heraus kam ein ganz schöner Wälzer, den man nicht mal eben ins Handgepäck stecken kann.


William Sitwell hat für dieses Buch viele Rezepte zusammengetragen, die insgesamt Großbritannien repräsentieren sollen. Aber nicht nur das Land selbst, sonder auch seine kulinarische Offenheit. So werden in den Kapiteln zu Frühstück, Fleisch, Meeresfrüchten, Snacks oder Desserts immer wieder Gerichte vorgestellt, die ihren Urpsrung in ganz anderen Weltregionen haben. Der dazugehörige Koch lebt dann aber meist in London oder der Umgebung.
Die Gerichte selbst sind sehr vielfältig, es gibt die kleinen Alltagsgerichte, die man schnell zubereiten kann, es gibt aber auch aufwändigere Gerichte. Alles bleibt dabei aber absolut nachkochbar. Leider muss man sagen, dass das Buch nicht besonders vegetarierfreundlich ist. Ich habe kaum eine handvoll vegetarischer Hauptgerichte gefunden. Wir werden dann eher im Kapitel über das Frühstück und Desserts fündig. Auch hier bleiben dank des Umfangs des Buches noch jede Menge toller Gerichte übrig, allerdings wären ein paar mehr vegetarische Gerichte schon schön gewesen. Die Zutaten dagegen sind im Allgemeinen problemlos beschaffbar.


Was mir beim Durchblättern auffiel, war die Tatsache, dass die vorgestellten Köche und Bäcker fast alle aus dem Großraum London stammen. Es mag sein, dass mir ein paar durch die Finger gerutscht sind, denn dieses Buch ist wirklich dick. Aber ich finde es schade, dass ein Buch, was sich ausdrücklich mit ganz Großbritannien beschäftigen möchte, keinen Koch aus Schottland oder dem nördlichen England mit aufgenommen hat.
Die meisten der Rezepte im Buch sind wohl neu, allerdings wurden die Rezepte der großen Starköche – wie Gordon Ramsay, Jamie Oliver, Hugh Fearnley-Whittingstall, Diana Henry, Nigella Lawson, Anna Jones oder Yotam Ottolenghi – aus älteren Publikationen von ihnen genommen. Wer hier also ein neues Rezept von seinem Lieblingskoch erhofft, der wird wahrscheinlich eher enttäuscht werden.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Apfel – Honig – Kuchen: Dieser Kuchen kam bei einer kleinen Familienfeier sehr gut an. Er ist schnell gemacht, die Äpfel machen der Kuchen wunderbar saftig und der Honig gibt eine schöne, besondere Note ab. Sehr empfehlenswert.


Auberginenauflauf: Dieser Almodrote de berenjena stammt von türkischen Juden und ich kann extrem gut verstehen, warum es für sie solch ein Soulfood ist! Der Auflauf ist extrem leicht gemacht – einzig das Vorbacken der Auberginen kostet etwas Zeit – und unheimlich lecker! Zu den Auberginen kommen noch zweierlei Käse und Ei und Brot für die Bindung. Den gab es nicht das letzte Mal!


Bananenkuchen mit Tahini & Wabenhonig: Wenn man ein Rezept von Ottolenghi im Buch hat, verlockt es mich direkt, es auszuprobieren. Dazu kam noch, dass wir einige reife Bananen im Haus hatten, Tahini hier sowieso hoch geschätzt wird und ich schon länger nicht mehr gebacken hatte. Einzig den Wabenhonig musste ich weglassen, weil ich so schnell keinen bekam. Stattdessen habe ich das Tahini mit etwas Honig verrührt. Das besondere an dem Kuchen: Er wird nach dem Backen in Scheiben geschnitten und noch einmal etwas angegrillt. Anschließend kommen Tahini und Honig darauf.

Mein Fazit: Auf dieses Buch habe ich mich unglaublich vorher gefreut! Leider wurde meine Vorfreude dann ein wenig gedämpft durch die extreme Fleischlastigkeit. Dass viele der traditionellen Gerichte Fleisch oder Fisch verwenden, ist schon klar, trotzdem denke ich, dass man auch einiges hätte finden können, was typisch und vegetarisch gewesen wäre. Alle Rezepte, die ins Buch aufgenommen wurden, überzeugen auf ihre Weise und das Buch ist so prall gefüllt, dass man darin stundenlang blättern kann. Schön sind auch die kleinen Portraits der Köche, in denen man ein wenig über sie erfährt. Ein schönes Bild zur Küche im südlichen England und ein tolles Werk für Großbritannienfans. Für alle, die auch Fleisch und Fisch essen, ist es aber mit Sicherheit noch viel toller!

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Das Buch „Das Großbritannien Kochbuch“ wurde von William Sitwell herausgegeben, umfasst 430 Seiten, kostet 40 Euro und erschien im Knesebeck Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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3 Antworten zu Rezension: Das Großbritannien Kochbuch

  1. Pingback: Türkei / Großbritannien: Almodrote de berenjena | Cooking around the world

  2. Anna C. schreibt:

    das klingt sehr ansprechend… die Auberginen besonders, verrätst du das Rezept?

    • Becky schreibt:

      Ja, sehr gerne! 🙂
      Ich schreibe es die Tage auf. Der Auberginenauflauf war wirklich toll. Sieht zwar unspektakulär aus, aber der Geschmack war super.

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