Rezension: Teheran – Die Kultrezepte

Teheran… Das ist eine Stadt, in der vermutlich die meisten von uns noch nie waren und die trotzdem für ganz viel steht. Sie ist ein Melting Pot, in dem viele verschiedene Kulturen und damit auch Küchen zusammen kochen und ähnlich, wie in anderen Melting Pots der Welt, ist es deswegen extrem vielfältig, was in Teheran auf den Tisch kommt. Einen Überblick für uns zu kreieren und uns feine Gerichte vorzustellen, hat Parvin Razavi sich zur Aufgabe gemacht.

In der Kultrezeptereihe geht es darum, jeweils eine Stadt zu portraitieren – mit ihren typischen Gerichten, die die Einwohner und die Geschichte repräsentieren und auch, einige Restauranttipps zu geben oder zumindest einen EIndruck von der Stadt zu vermitteln. In diesem Band über die iranische Hauptstadt, dreht es sich so gut wie ausschließlich um die Gerichte, um die Menschen und auf vielen Fotografien werden wir als Leser auch mit in die Stadt genommen. Restauranttipps gibt es so gut wie keine, was ich überhaupt nicht schlimm finde. Parvin Razavi schreibt in ihrem Vorwort, dass die iranische Küche meist sehr aufwändig ist. Das sieht man noch an einigen Stellen im Buch, allerdings hat die Autorin es auch sehr gut geschafft, einiges zu vereinfachen. Den Rezepten an sich kann man sehr gut folgen und immer wieder gibt es auch kleine Tipps zur Zubereitung, zu Zutaten oder auch einfach etwas Hintergrund zum Gericht. Das finde ich sehr schön, gerade auch, weil meine so geliebten Einleitungstexte nicht vorhanden sind. Das ist etwas schade, gleichzeitig sind die Gerichte oft tatsächlich recht selbsterklärend. Bilder gibt es zu jedem Rezept und auch diese sind sehr gelungen: Hell, freundlich, das Essen steht im Fokus und sie wirken alle, wie man sich vorstellt, dass sie aussehen sollten in einem Kochbuch über iranisches Essen.

Gebackene Auberginen – nicht wirklich hübsch, aber oh so aromatisch!

Wenn man das Buch so durchblättert, bekommt man das Gefühl, dass die iranische Küche viel Wert auf Reis, Schmorgerichte und Joghurt legt. An Gemüse spielt beispielsweise die Aubergine eine große Rolle und auch ein paar leckere Desserts und Eis kommen vor! Für Vegetarier ist dieses Buch aus diesem Grund auch nicht uneingeschränkt zu empfehlen, weil es schon recht viele fleischhaltige Rezepte gibt. Auf der anderen Seite würde ich es jedem empfehlen wollen, der sich für die iranische Küche interessiert, weil es einfach so eine tolle ist!

Speziellere Zutaten, die in Deutschland nicht in jedem normalen Supermarkt zu bekommen sind, werden immer wieder verwendet. Allerdings gelingt in meinen Augen der Spagat zwischen denjenigen Gerichten, die man leicht nachkochen kann und denen, für die man erst einmal einen entsprechenden Laden ausfindig machen muss, sehr gut. In solchen Länderkochbüchern ist das nicht immer einfach, aber bei diesem Buch ist es gut gelungen.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Maast-o Laboo: Oder auch: Joghurt, vermischt mit fein geraspelter Rote Bete. Dazu kommt dann noch Advieh, eine persische Gewürzmischung, die ich nicht zu 100 % umsetzen konnte, insgesamt aber recht nah dran kam. Das Ganze sieht dann schon einmal toll aus und schmeckt sehr lecker als Beilage.

Maast-o Khiar: Joghurt mit Gurke und Minze. Die Kombination muss einfach gut sein, wenn sie in so vielen Länderküchen einen festen Platz hat. Hier wird eine ganze Gurke auf 500 g Joghurt gegessen. Entsprechend frisch wird das Ganze dann auch. Sehr lecker, kann man nicht viel bei falsch machen!

Mirza Ghasemi: Hierbei handelt es sich um eine rote Auberginenmousse mit Ei. Alles Zutaten und Geschmäcker, die hier grundsätzlich sehr gut ankommen, deswegen dachte ich, die Kombination könnte auch gut passen. Insgesamt ein Gericht aus der Kategorie: Nicht hübsch, aber umso leckerer!

Mein Fazit: Auch wenn es inzwischen einige Bücher über die iranische und persische Küche gibt, freue ich persönlich mich über jedes einzelne und so habe ich auch in diesem gern geblättert, mich inspirieren und auch informieren lassen. Ein sehr gelungendes Buch für alle, die sich mit dieser Art der Küche näher beschäftigen möchten. Im Buch gibt es eine breite Auswahl an warmen, kalten, schnellen und eher aufwändigen Speisen.

Ein anderes Buch von Parvin Razavi hatte ich bereits hier rezensiert.

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Das Buch „Teheran – Die Kultrezepte“ von Parvin Razavi umfasst 270 Seiten, kostet Euro und erschien im Christian Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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