Rezension: Tokyo Cakes

Wie ihr alle wisst, hege ich eine große kulinarische Liebe zu der türkischen und orientalischen Küche. Für mich ist diese Küche reinstes Soulfood! In der letzter Zeit merke ich aber immer wieder, dass sich noch eine andere Länderküche immer mehr in mein Interesse schiebt: Die japanische Backkunst. Besonders bekannt ist sie noch nicht in Deutschland, aber es kann gut sein, dass sie eine der großen, neuen Trends wird… Wer weiß. Letztlich waren und sind mir Trends aber auch vollkommen gleichgültig. Wichtig ist, ob es schmeckt!

Mitgebracht habe ich euch heute ein Buch mit dem schönen Titel: „Tokyo Cakes“ von Simone Wille. Die Autorin ist selbst großer Japan-Fan und lässt sich gern durch die vielen, kleinen Cafés vor Ort treiben. Nun hatte ich bis jetzt noch nie die Gelegenheit, nach Japan zu reisen, und freue mich sehr, wenn ihr hier mitgenommen werde. In diesem Buch geht es einmal komplett durch das süße Backwerk: Es gibt kleine Kuchen, Torten, Käsekuchen (ja, auch den weltberühmten aus nur 3 Zutaten), Desserts, Hotcakes, Brötchen und einige Getränkideen oben drauf. Auch meine geliebten Anpans sind im Brötchenkapitel dabei!

Die Rezepte sind alle sehr angenehm geschrieben: Zuerst gibt es eine Überschrift, nicht nur doppelt, sondern gleich dreifach daher kommt. Hier gibt es einmal den Originalnamen in japanischen Schriftzeichen, einmal den japanischen Namen in lateinischer Schrift und eine deutsche Übersetzung. Dann folgt ein kleiner, informativer Text – dass ich ein großer Fan davon bin, wisst ihr ja inzwischen – und schließlich das Rezept. Die Zutatenlisten sind angenehm übersichtlich und sinnvoll unterteilt nach Teig, Füllung oder ähnlichem. Auch die Zubereitungsschritte sind ausführlich und gut nachvollziehbar. Was ich toll finde, ist, dass unter der Zutatenliste einmal die Backzeit und die Temperaturangabe steht. Beides ist auch noch einmal in den Zubereitungsschritten zu finden, aber ich bin sicher, dass ich nicht die einzige bin, die regelmäßig ewig in Rezepten sucht, bis sie genau diese beiden Angaben wiedergefunden hat. Eine tolle Idee! Durch das ganze Buch ziehen sich außerdem tolle Fotografien, vor allem von den Backwerken, aber auch von sonstigen Straßen- oder Cafészenen. Alle Bilder sind dabei puristisch, klar und trotzdem einladend. Perfekt passend zu den feinen Gebäcken. Abgerundet wird das Buch dann noch durch hilfreiche Bemerkungen über Backformen, spezielle Zutaten und Tipps zu bestimmten Teigarten.

Werden spezielle Zutaten verwendet? Ja, einige, aber auch nicht so viele, dass man beim Blättenr das Gefühl hat, man könnte die Mehrzahl der Rezepte überhaupt nicht ausprobieren. Aus meiner Sicht ist das Gleichgewicht hier voll erfüllt. Der Geschmack der Japaner in Bezug auf Kuchen scheint sowieso relativ westlich geprägt zu sein, hatte ich schon oft den Eindruck. Viele Kuchen erinnern an westliche Klassiker. Die Japaner verfeinern sie dann nur noch etwas, machen sie irgendwie besonders elegant und verpassen ihnen gewissermaßen ein i-Tüpfelchen.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Matcha-Kuchen mit weißer Schokolade: Die Kombination aus Matcha und weißer Schokolade passte in meiner Vorstellung direkt perfekt zusammen und so wanderte gleich das erste Rezept im Buch ganz nach oben auf meine Nachbackliste. Die Kombination ist wirklich sehr gut, der Kuchen an sich ein recht einfacher Rührkuchen.

5 Minuten Cheesecake: Im Prinzip ein Käsekuchen – Mug Cake. Das Ganze machte mich neugierig, da ich aber keine Mikrowelle habe, habe ich das Rezept an eine Freundin weitergegeben. Sie hat mit dem Rezept tolle, kleine Küchlein gezaubert, die wohl sehr lecker waren!

Butterhörnchen: Wer mag nicht gerne warmen, weichen, buttrigen Hefeteig in Hörnchenform? Diese Hörnchen wurden wahrscheinlich das weicheste, samtigste, was ich jemals aus Hefeteig gebacken habe. Das Rezept bekommt ihr auf jeden Fall bald!

Mein Fazit: Ich finde, dass dieses Buch unheimlich gelungen ist und ich würde viele, viele Rezepte gerne nachbacken. Die japanische Backkunst ist gleichzeitig fremd und neu und auch irgendwie vertraut. So wirken auch die Backwerke gleichzeitig neu und spannend, aber auch altbekannt. Ich mag diese Kombination sehr gern und würde unheimlich gern noch viel mehr zu diesem Thema in Zukunft lesen und lernen.

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Das Buch „Tokyo Cakes“ von Simone Wille umfasst rund 240 Seiten, kostet 24 Euro und erschien im Berlinverlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

 

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2 Antworten zu Rezension: Tokyo Cakes

  1. Ira Moritz schreibt:

    Jetzt habe ich Lust bekommen, mir das Buch mal anzuschauen, danke dafür. Die Assoziation mit Tokyo hat bei mir gleich „Bastelarbeit“ vor dem geistigen Auge angezeigt, ist doch nicht so, oder habe ich das nicht richtig verstanden?

    • Becky schreibt:

      Genau, das ist für mich auch das besondere an diesem Buch. Es geht eben nicht um Bastelarbeit und trotzdem klassische, japanische Backwerke – ein paar Bastelrezepte gibt es, aber sie sind eindeutig die Minderheit.
      Berichte gern, wenn du mal einen Blick hinein geworfen hast. 🙂

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