Rezension: Hayati

Der Untertitel des heutigen Buches lautet „Syrische heimatküche“. Damit ist längeren Lesern dieses Blog direkt klar, dass mich dieses Buch sofort angesprochen hat, als ich es in der Vorschau entdeckt habe, nicht wahr? Tatsächlich gab es in letzter Zeit gar nicht so viel türkische oder nahöstliche Gerichte und ich kann gar nicht genau sagen, woran das liegt. Als ich nun dieses Buch in den Händen hielt, merkte ich, wie sehr es Zeit wurde, um genau in diese Richtung wieder mehr zu kochen. Es macht mich schon ein bisschen glücklicher, wenn ich Kreuzkümmel, Auberginen, Tahini und Grieß in den Rezepten lese.

„Hayati“ ist syrisch und bedeutet „Mein Leben“. Verfasst wurde das Buch von Fadi Alawaud, einem syrischen Chefkoch, der in Damaskus ein TV – Koch war und nicht unerkannt über die Straße gehen konnte. Er modernisierte die syrische Küche, versuchte dabei aber immer, ihr die typisch syrischen Geschmäcker und Aromen zu lassen. 2014 gelang es ihm, über den Libanon nach Deutschland auszureisen. Zwei seiner insgesamt 10 Geschwister lebten schon seit 30 Jahren hier. Er, seine Frau und die drei Töchter leben in Aachen, wo sie sich inzwischen gut eingelegt haben. Er ist wieder Chefkoch einer Brasserie – was in seinem Fall quasi ein Weg zurück an die Wurzeln ist, denn Koch gelernt hat er in einem großen, französischen Restaurant in Damaskus. Dieser Mann hat nun also sein zweites deutsches Kochbuch veröffentlicht und es ist voll mit diesen großartigen Speisen, die ich so sehr liebe!

Das Buch und sein Aufbau überzeugen mich auf ganzer Linie: Die Rezepte sind überschrieben mit dem syrischen Originalnamen und einer deutschen Übersetzung – meiner Meinung nach optimal bei Länderküche. Die Zutatenlisten sind übersichtlich und durch kleine Überschriften noch einmal in Füllung, Sauce oder ähnliches unterteilt. Die Zubereitungsschritte sind ausführlich, aber nicht ausschweifend und man kann ihnen gut folgen. Ein kleiner, persönlicher EInleitungstext erzählt etwas über Erinnerungen, Geschmack oder Anlass, zu dem es die jeweilige Speise traditionell gibt. Auch die Bilder sind perfekt: Hell, freundlich, orientalisch, was die Farben angeht, aber trotzdem westlich, was die Schlichtheit angeht. Im Prinzip eine Art syrisch-skandinavische Kombination – das klingt vielleicht schräg, passt aber super. Auch das Register ist gelungen: Man findet die Rezepte sowohl unter den syrischen, als auch den deutschen Namen und nach Hauptzutaten kann man ebenfalls suchen.

Speziellere Zutaten werden selbstverständlich ein paar benutzt, aber nichts, was man in Deutschland nicht besorgen kann. Tahini, Kreuzkümmel, Bulgur, Koriander, … Am Anfang des Buches gibt es übrigens drei Doppelseiten nur über syrische Zutaten, sortiert in kleinen Kästen nach Themengebieten. Auch ein paar grundlegende Gewürzmischungen zum selber Anmischen gibt es hier.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Ma’ccarona Bil Tebneh: Nudeln mit Käse sind wohl internationale Glücklichmacher. Hier ist das Gericht nicht so schwer wie Mac’n’Cheese und wird auch nicht überbacken. Im Prinzip werden gekochte Nudeln mit Knoblauch, Petersilie, Gewürzen und Feta durchgeschwenkt. Da kann man nichts falsch machen.

Fatayer Bil Tuben: Käseschiffchen-Teigtaschen, ebenfalls immer eine gute Wahl. Gefüllt wird der Teig mit Schafskäse (hier hätte ich mir ein bisschen detailliertere Angaben gewünscht), Ei und Petersilie. Dazu gab es…

Laban Bil Khiar: Gurke, Minze und Joghurt… Das ist eine Kombination, die nicht nur in Griechenland oder in Indien beliebt ist, sondern auch in Syrien. Ein leckerer Dip, der alles gleich ein bisschen frischer macht.

Mein Fazit: Ein tolles Buch, eine spannende Geschichte und großartige Rezepte!

 

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Das Buch „Hayati“ von Fadi Alauwad umfasst gute 200 Seiten, kostet 29,99 Euro und erschien in der Edition Michael Fischer. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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2 Antworten zu Rezension: Hayati

  1. Hallo Becky,
    Das klingt nach einem Super Buch! Ich besitze ja schon Malakeh und liebe es. Was würdest du sagen, ist dieses Buch eine Ergänzung oder wiederholt sich zu viel?
    Liebe Grüße Maren

    • Becky schreibt:

      Oh, entschuldige bitte, ich sehe gerade, dass ich dir noch gar nicht geantwortet habe…
      Also natürlich gibt es einige Basics, die sich auch wiederholen, aber insgesamt würde ich sagen, dass Hayati eine tolle Ergänzung ist. Vor allem, wenn du Malakeh liebst – was ich übrigens gut verstehen kann. 😉
      Liebe Grüße, Becky

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