Rezension: Deutschland – das Kochbuch

Wenn Alfons Schuhbeck sich aufmacht, ein Kochbuch voller typisch deutscher Rezepte zu verfassen, dann wird daraus ganz bestimmt kein Büchlein, sondern ein Wälzer. Und genau diesen möchte ich euch heute vorstellen!

Das Konzept des Buches ist leicht erklärt: In ihm sollen lauter typische, deutsche Rezepte gesammelt werden. Die Sammlung umfasst dabei sowohl Klassiker, die in so ziemlich jeder Ecke Deutschlands gern gegessen werden, als auch eher regionale Spezialitäten. Alfons Schuhbeck steht dabei zwar als Autor auf dem Buchrücken, wird im Vorwort allerdings als „Kurator“ bezeichnet. Er hatte also eher eine Art Herausgeberrolle und hat mitentschieden, welches Rezept es ins Buch schafft, die Rezepte selbst stammen nicht aus seiner Feder – so verstehe ich diesen Hinweis jedenfalls. Auch sonst tritt er nicht in Erscheinung, es gibt kein Bild von ihm im Buch oder ähnliches.

Wie ist die Auswahl der Rezepte? Insgesamt gefällt sie mir auf den ersten und zweiten Blick sehr gut. Die Rezepte sind wirklich alle sehr typisch, man findet die üblichen Klassiker und auch noch neue Ideen aus Landstrichen, die einem selbst vielleicht noch etwas weniger vertraut sind. Von der Aufnahme allzu exotischer Spezialitäten wurde hier allerdings abgesehen. Bei jedem Rezept steht eine Herkunft dabei, sodass man das Gericht gut einordnen kann. Schön hätte ich noch gefunden, wenn es beispielsweise ein Register sortiert nach Bundesländern gegeben hätte. Auch wenn ich es nicht nachgezählt habe, habe ich den Eindruck, dass der Süden Deutschlands deutlich mehr vertreten ist, als der Norden oder auch einige andere Regionen Deutschlands. Das finde ich etwas schade.

Jedes der Kapitel wird mit einem kurzen Text eingeführt und auch immer mal wieder zwischendurch gibt es Doppelseiten über besondere Feste oder Traditionen – hierzu gibt es dann auch immer passende Bilder. Ansonsten gibt es im Buch nicht übermäßig viele Bilder, das ist vermutlich der Vielzahl an Rezepten geschuldet – das Buch hätte jeden Rahmen gesprengt, wenn jedes Rezept bebildert wäre. Wer allerdings viel Wert darauf legt, dürfte mit diesem Buch nicht allzu glücklich werden.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Obatzda: Auch wenn ich keinerlei bayrische Wurzeln oder Verbindungen habe, gibt es bei uns tatsächlich recht häufig Obatzda und so war ich durchaus neugierig, wie die Version aus dem Buch von Alfons Schuhbeck schmecken würde. Insgeasmt fand ich sie deutlich flüssiger als meine, aber auf keinen Fall schlecht.

Spundekäs: Diese Spezialität aus Rheinhessen war mir gänzlich unbekannt, stand aber direkt neben dem Obatzda und wanderte so direkt mit auf die Nachmachliste. Das Ganze ist ein Dip aus Quark, Frischkäse, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen. Die Kombination mit kleinen Brezeln (wie im Buch vorgeschlagen) war wirklich eine leckere Sache. Die Zwiebeln geben einen kleinen Frischekick, was mir gut gefiel.

Butterkuchen: Butter- oder auch Zuckerkuchen ist wohl wirklich eines der klassischen, deutschen Kuchen… Dieses hier ist ein absolut klassisches Rezept. So richtig wollte der Teig nicht aufgehen, aber solche Tage gibt es bei Hefeteig halt einfach. Ansonsten super lecker und VIEL besser als gekaufter.

Mein Fazit: Wer sich mit klassischer, deutscher Küche aus verschiedenen Regionen beschäftigen möchte, dem ist mit diesem Werk auf jeden Fall geholfen! Die Rezepte sind alle sehr klassisch, ohne großen Schnickschnack und klar in der Linie. Man kann im Buch lange blättern und findet immer noch neue Rezepte. Kennt ihr das Buch La Cucina? Mich erinnert dieses Deutschland – Kochbuch sehr an dieses Werk. Beide sind sehr umfangreich, klassisch gehalten und wahre Fundgruben, denen man aber etwas mehr Aufmerksamkeit schenken muss, bis sie sich einem ganz öffnen.

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Das Buch „Deutschland – das Kochbuch“ von Alfons Schuhbeck umfasst 535 Seiten, kostet 39 Euro und erschien im ZS Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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