Rezension: 100 Gerichte, die du gekocht haben musst, bevor du den Löffel abgibst

Bucket Lists schwirren durch alle Ecken des Internets… Meist sind Reiseziele darauf, Orte, dei man unbedingt mal besucht haben möchte, oft auch andere Lebensziele oder was auch immer jemand halt mal erledigen möchte. Nun also gibt es eine weitere Bucket List in Buchform und es dreht sich alles um Gerichte. Dieses Buch möchte ich euch heute vorstellen.

100 Gerichte klingt vielleicht durchaus machbar und nicht so umfangreich, wie das Buch, was zum gleichen Thema schon einmal erschien. Allerdings gibt es doch einen deutlichen Unterschied. Hier werden die Gerichte nicht nach Ländern, sondern nach „Schwierigkeitsstufen“ geordnet:

  1. Für Einsteiger – Für alle, die echte Klassiker schätzen (Nr. 1 – 36)
  2. Für Neugierige – Für alle, die etwas neues probieren möchten (Nr. 37 – 59)
  3. Für Gourmets – Für alle, die von Luxus träumen (Nr. 60 – 75)
  4. Für Mutige – Für alle, die kulinarische Abenteuer lieben (Nr. 76 – 93)
  5. Für Unerschrockene – Für alle, die nicht genug bekommen können (Nr. 94 – 100)

Die ersten beiden Kapitel sind mit Gerichten gefüllt, die ich wirklich gut ausgewählt finde. Hier gibt es leckere Dinge, die man wirklich gern ausprobieren möchte und recht einfach in den Alltag integrieren kann. In den letzten beiden dagegen sind tatsächlich Gerichte, die durchaus zu den Überschriften passen (und die mich ehrlich gesagt persönlich so gar nicht ansprechen). Wobei ich erwähnen möchte, dass auch diese Gerichte durchaus zu regionalen Klassikern gehören und nicht künstlich erschaffen wurden. Fast 2/3 der Rezepte stehen in den ersten beiden Kapiteln – ich habe euch oben extra die Nummern dazu geschrieben. Die Ursprünge der Gerichte sind in aller Welt verteilt und die Verteilung finde ich im Großen und Ganzen ganz gut. Bei 100 Gerichten muss man natürlich Abstriche machen – hier leiden vor allem Afrika und auch Südamerika.

Zu allen Rezepten gibt es einen kleinen Einleitungstext – was ich gerade bei solchen Büchern unverzichtbar und immer spannend finde -, zu so gut wie allen ein Bild und immer eine Personen- und Zubereitungszeitangabe. Die Zutatenlisten sind meist recht überschaubar und zumindest in den ersten beiden Kapiteln auch gefüllt mit Zutaten, die man durchaus recht gut besorgen kann. In den restlichen drei Kapiteln finden sich dafür immer wieder Zutaten, die man nicht in jedem Supermarkt bekommt – Kobe, Durian, Krokodil, Lotus, … Wer sich hier ernsthaft einmal durch das Buch kochen möchte, wird einige Schwierigkeiten bekommen. Die Zubereitungsschritte sind dafür dann wieder verständlich und gut nachvollziehbar.

Als ich euch vor ein paar Wochen ein anderes Bucket List – Buch vorgestellt habe, habe ich gemerkt, dass diese ganzen „Das musst du gemacht haben“-Listen und -Bücher nicht nur auf Gegenliebe stoßen. Ehrlich gesagt kann ich das durchaus verstehen: Ich habe mich auch eine ganze Weile von diesem „müssen“ leicht angegriffen gefühlt. Denn wer will sich schon vorschreiben lassen, was wichtig ist und angeblich ein erfülltes Leben definiert? In der Zwischenzeit habe ich mich davon einfach freigemacht. Ich sehe diese Listen als (meist lustige oder durchaus auch teilweise abstruse) Sammlungen mit Vorschlägen oder Inspirationen. Ob ich mir die Sammlung ganz oder teilweise zu eigen mache, ist dann eine ganz andere Frage – und gerade bei diesem Buch werde ich die 100 Gerichte aus verschiedensten Gründen sicherlich nicht abhaken.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Tomatensugo: Ein Klassiker, ohne Frage. Hier wird nur Tomate, eine Zwiebel, etwas Knoblauch, Gewürze und frischer Basilikum verwendet. Ganz ähnlich mache ich auch meine Tomatensauce. Einfach und gut.

Mac’n’Cheese:Ich gebe der Autorin absolut Recht: Jeder sollte ein gutes Mac’n’Cheese – Rezept kennen. Ich habe euch schon einmal eines verbloggt auf meiner Weltreise und auch dieses gefällt mir sehr gut. Ich habe die Tomatenmenge etwas erhöht, weil mir an diesem Tag nach etwas mehr Frische war. Echtes Herbst-Soulfood!

Mein Fazit: Wollt ihr mein Lieblingsrezept aus dem Buch wissen? Das ist ganz einfach und eindeutig: Es ist die Nummer 59 aus dem Neugier-Kapitel. Frittierte Schokoriegel sind eine schottische Erfindung, absolut nichts für Gesundheitsbewusste und dabei himmlisch lecker! Habt ihr das auch schon probiert?

Deep Fried Mars habe ich schon in Edinburgh gegessen und dann auch noch einmal zu Hause nachgemacht. Unfassbar lecker! Hier sehr ihr das Original aus Schottland.

Ansonsten ist das ein gut gemachtes Buch: Alle Rezepte passen zum Thema, die Umsetzung ist durchaus machbar, auch wenn einige Zutaten schwer zu beschaffen sein dürften und auch nicht alle Gerichte direkt bei jedem Appetit auslösen dürften. Das ist aber ok, denn genau das wird im Vorwort angekündigt und man weiß schon genau, worauf man sich „einlässt“. Kein Buch, was ich jemandem ernsthaft zum Kochen lernen schenken würde, aber eines für Kochbuchliebhaber oder allgemein Experimentierfreudige und Reiselustige.
Die Autorin ist übrigens auch Bloggerin auf culinary pixel.

 

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Das Buch „100 Gerichte, die du gekocht haben musst, bevor du den Löffel abgibst“ von Annette Sandner umfasst 222 Seiten, kostet 20 Euro und erschien im Christian Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr beispielsweise beim Verlag direkt, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

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3 Antworten zu Rezension: 100 Gerichte, die du gekocht haben musst, bevor du den Löffel abgibst

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