Rezension: Helvetia vegetaria

Vegetarische Gerichte aus der Schweiz sind das Thema des heutigen Buches… Künstlich aufgemacht und zwanghaft modern? Nein, ganz im Gegenteil! Schon im Vorwort wird ausführlich darüber berichtet, dass die Schweizer sich über Jahrhunderte vor allem vegetarisch ernährt haben. Fleisch war zum einen sehr teuer, zum anderen verboten die zahlreichen, religiösen Fastenregeln den Verzehr. So beschäftigt sich dieses Buch viel mit traditioneller Bauernküche. Die Gerichte sind meist gehaltvoll, mit einfachen Zutaten und relativ einfach gekocht.

Das Buch ist nach Regionen sortiert und jedes Kapitel beginnt erst einmal mit einem Text über die jeweilige Region, über bestimmte Eigenarten und selbstverständlich auch über die Küche. Dazu hat dann noch einmal jedes Rezept einen Begleittext, was ich sehr schätze. Wie bereits erwähnt, sind die Zutaten meist leicht zu beschaffen und auch die Zubereitung ist nicht schwer. Trotzdem wirkt das Buch sehr hochwertig und keinesfalls einfach. Das ist eine tolle Mischung! Es macht unheimlich Spaß, in diesem Buch zu blättern, sich von den vielen Bildern und Texten zu inspirieren und dann auch noch nachkochbare Rezepte zur Hand zu haben. Mithilfe der beiden ausführlichen Register (eines nach Regionen, eines nach Zutaten geordnet) findet man auch gut passende Rezepte.

Was mir besonders gut gefällt, ist die Authentizität des Werkes: Zum einen wird sehr genau auf die regionalen Unterschiede bestimmter Gerichte eingegangen, es wird viel über die Geschichte von Gerichten berichtet und auch die Rezeptnamen sind nicht besonders eingedeutscht worden. Wenn man also als norddeutscher Mensch – wie ich – in dem Buch blättert, gibt es schon immer mal wieder Momente, wo man genau überlegen muss, was eine bestimmte Zutat eigentlich ist, aber das bekommt man schnell raus und macht durchaus auch einen Teil des Charmes des Buches aus. Es ist aber nicht so, dass man die Texte alle erst einmal übersetzen kann, also keine Sorge!

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Älplermagroonä: Älplermakronen sind Soulfood pur und beispielsweise eng mit Mac’n’Cheese verwandt. Beides ist genau das richtige Essen, wenn der erste Herbststurm über das Land fegt – auf Instagram hatte ich euch einige Bilder dazu gezeigt. In dieser Variante werden keine Kartoffeln in das Gericht gegeben und es ist auch sonst deutlich weniger fett, als das Rezept, was ich euch schon einmal vorgestellt hatte (KLICK!).

Schaffhauser Bölletünne: Hier bekommt man im Prinzip einen klassischen Zwiebelkuchen mit Mürbeteig. Geschmeckt hat die Tünne uns sehr gut, nur für mich dürften es deutlich mehr Zwiebeln sein, aber das ist Geschmackssache. Der Boden buk leider nicht ganz durch, ich weiß nicht, ob das an mir oder dem Rezept lag…

Mein Fazit: Wie man es bei diesem Verlag gewohnt ist, bekommt man mit dem Buch ein sehr hochwertiges Werk. Das Blättern darin macht viel Freude, inspiriert durch viele Bilder, gute Texte und leckere Rezepte. Es wird nicht mit vegetarischen „Ersatzprodukten“ um sich geworfen, sondern einfach die wirklichen, vegetarischen Gerichte vorgestellt. Ein sehr empfehlenswertes Buch und meine Nachmachliste ist noch lang.

 

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Das Buch „Helvetia Vegetaria“ von Carlo Bernasconi und Juliette Chrétien umfasst rund 260 Seiten, kostet 45 Euro und erschien im at Verlag. Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.
Das Buch könnt ihr direkt beim Verlag, bei euerm örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

 

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2 Antworten zu Rezension: Helvetia vegetaria

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