Rezension: Chicken & Rice

Wahrscheinlich kennen viele von euch das Gefühl, wenn man bei seinen Eltern auszieht: Selbst wenn man sehr gut kochen kann, kocht man immer etwas anders, als es bei seinen Eltern der Fall war. Jeder hat seine ganz persönliche Handschrift beim Würzen und Zubereiten. Ich glaube, das lässt sich überhaupt nicht vermeiden und ist ja auch im Prinzip überhaupt kein Problem. Gerade, wenn man aber nicht zwei Häuser oder Städte weiter zieht, sondern in einen ganz anderen Kulturkreis, kann einen dieser Unterschied aber schon etwas schocken. Heimweh vermischt sich mit einem Gefühl, dass man unbedingt das Essen von Mama und Papa essen würde. Genau das ist der Autorin des heutigen Buches passiert: Shu Han Lee zog von Singapur nach London und vermisste die Küche ihrer Mutter. Also testete sie sich durch die Küche, skypte stundenland mit ihr, bloggt darüber auf „Mummy, I can cook“ und schließlich gelang es ihr, die Heimatküche auch nach London zu transportieren.


Im Buch gibt es vor allem Rezepte aus Singapur und Malaysia – beide Küchen sind sich recht ähnlich – aber auch einiges aus Burma, Vietnam und Thailand. Die Rezepte sind insgesamt ziemlich alltagstauglich, es gibt einiges mit Fisch oder Fleisch, aber glücklicherweise auch einiges vegetarische und sogar Süßes ist in diesem Buch recht gut vertreten. Bilder gibt es von der Mehrzahl der Gerichte, allerdings lange nicht von allen. Alle Bilder, die es gibt, gefallen mir sehr gut: Sie sind hell, freundlich, das Gericht steht im Mittelpunkt und sie wirken lebendig. Auch ausführliche Einleitungstexte zu jedem Rezepte gibt es, was ich besonders hilfreich finde – gerade bei Länderküche. Die Zutatenlisten sind übersichtlich, die Zubereitungsbeschreibungen ausführlich und sehr gut verständlich, aber nicht so ausschweifend, dass sie ermüden.

Spezielle Zutaten werden immer mal wieder verwendet, allerdings in einem Umfang, der für mich passend ist. Ich bin der Meinung, in Länderkochbüchern dürfen durchaus auch Zutaten verwendet werden, die es hierzuland nicht in jedem Supermarkt gibt. Allerdings sollten die meisten Rezepte auch ohne kochbar sein. Dieses Gleichgewicht finde ich hier sehr gelungen.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Teeblatt Eier: Über dieses Rezept habe ich schon ausführlich zu Ostern geschrieben. Den kompletten Artikel findet ihr HIER. Mir hat das Rezept gut gefallen und es funktionierte wunderbar.

Shan Tofu: Dieses Rezept wollte ich tatsächlich auch gern verbloggen, allerdings gelang es leider überhaupt nicht. Auf Basis von Kichererbsenmehl soll ein Tofu hergestellt werden. Es stockte überhaupt nicht, obwohl ich schon deutlich mehr vom Mehl für das Andicken verwendet hatte, als im Rezept angegeben war.

Aubergine mit süßer Sojasauce: Hier soll die Aubergine eigentlich gedämpft werden, ich habe sie stattdessen gebraten. Ein schnelles, einfaches Rezept.

Mein Fazit: Besonders gut gefällt mir an diesem Buch, dass es authentisch und nachvollziehbar wirkt. Hier schreibt jemand, der Ahnung von der echten südostasiatischen Küche hat und damit Erinnerungen und Emotionen verknüpft. Gleichzeitig hat Shu Han Lee aber auch die Sicht von Außen und weiß beispielsweise, welche Zutaten zu bekommen sind. Mit den ausprobierten Rezepten hatte ich nicht durchgängig Glück, aber mein Glück werde ich auch mit dem Kichererbsentofu noch einmal versuchen.

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Das Buch „Chicken & Rice“ von Shu Han Lee umfasst 290 Seiten, kostet 32 Euro und erschein im Dumont Buchverlag.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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