Rezension: Polska

Als ich überlegte, wie ich diesen Artikel starten sollte, vielen mir ein paar Versionen ein und eine davon war, dass ich davon berichte, dass ich schon vor einer ganzen Weile (mehreren Jahre) Rezepte zur plonischen und russischen Küche suchte – ziemlich erfolglos. In dem Zuge fiel mir einmal mehr auf, dass es doch wirklich komisch ist, dass es in Deutschland so viele polnisch stämmige Menschen gibt, aber ihre Kultur und ihr Essen recht wenig Einfluss auf die Allgemeinheit genommen haben. Stellt euch ein Leben ohne die ganzen italienischen Leckereien vor. Inzwischen praktisch undenkbar! Trotzdem leben weniger Italiener in Deutschland als Polen oder Menschen mit polnischen Vorfahren. Wie dem auch sei, bei der Suche nach polnischen Rezepten gibt es ab sofort Hilfe von Zuza Zak, die uns in ihrem frisch erschienenden Buch mit in ihre polnische Heimat nimmt.

Das Cover des Buches gefällt mir schon eimal sehr gut, denn selbst, wenn man den Titel noch nicht gelesen hat, weiß man direkt, in welche kulinarische und geographische Richtung es hier geht. Das Buch beginnt dann auch mit einer kleinen Polen-Kunde, es wird etwas über die Geschichte erzählt, ein kleiner Abriss über die Kultur und Speisen in bestimmte Jahreszeiten eingeordnet. Das lässt sich sehr angenehm lesen und man weiß auch schon gut, was einen im Buch weiter erwarten wird – wer nur die Rezepte möchte, überblättert die Seiten einfach.

Die Rezepte sind sehr vielfältig, es  gibt hier für jede Tageszeit etwas, für jede Jahreszeit gibt es passende Gerichte, für jede Schwierigkeitsstufe – angefangen mit leckerem Zwiebel-Rührei, bis hin zu aufwändigeren Teigtaschen oder Backwerken. Die Zutaten sind sehr bodenständig und genau so, wie ich persönlich sie mit der slawischen Küche assoziiere. Erwartungsgemäß sind auch viele Gerichte mit Fisch oder Fleisch im Buch enthalten, wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich hier positiv überrascht war, wie viele Rezepte für uns Vegetarier übrig blieben. Sehr positiv finde ich auch außerdem, dass die Zutatenlisten in den meisten Fällen sehr kurz ausfallen und es immer einen persönlichen, kleinen EInleitungstext gibt. Auch die Bilder, die es im Buch jede Menge gibt, spiegeln einfach ein ländliches Idyll wieder und sind sehr bodenständig und trotzdem ansprechend. Das ist alles unglaublich rund und stimmig!.

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Rote Bete Butter: Ihr werdet es inzwischen mitbekommen haben: Wir sind Rote Bete – Fans und ich verwende sie unheimlich gern. Hier wird eine aromatische Butter mit Knoblauch und Rote Bete – Geschmack hergestellt. Sehr empfehlenswert.

Weiße Bohnen mit Majoran-Tomatensauce: Hier musste ich ein wenig schummeln, denn ich habe die großen, dicken Bohnen gegen kleine, weiße ausgetauscht. Ich denke, das tut dem Geschmack wenig Abbruch… Die Kombination ist einfach toll!

Knusperzapfen: Diese Leckerei gab es zu meinem geburtstaglichen Kuchenessen. Sie bestehen vor allem aus Sesam, gepufftem Getreide und Karamell. Weil mir etwas Sesam fehlte, habe ich mit Sonnenblumenkernen aufgefüllt. Sie kamen extrem gut an.

Mein Fazit: Meine Nachmachliste ist noch so lang zu diesem Buch, dass ich bestimmt noch lange etwas davon haben werde und ich bin sicher, dass es hier demnächst noch ein paar polnische Rezepte nachzulesen geben wird. Das Buch gefällt mir rundum, vor allem auch, weil es stimmig wirkt. Die Autorin schafft es, vorsichtig zu modernisieren, wo es sinnvoll ist und gleichzeitig die Seele der Tradition nicht zu verlieren.

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Das Buch „Polska“ von Zuza Zak umfasst knapp 260 Seiten, kostet 29,95 Euro und erschien im Knesebeck Verlag.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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