Rezension: Jordi Rocas Desserts

Drei Brüder gründen ein Restaurant, erst ein kleines quasi angeschlossen an das elterliche Restaurant und als dann der Platz zu klein würde, ein größeres. Joan, der älteste ist Chefkoch, Josep ist Sommelier und im Service und Jordi, der jüngste, ist Chefkonditor. Diese drei Roca-Brüder führen inzwischen ein weltberühmtes Restaurant – El Celler de Can Roca – und halten drei Michelin-Sterne. Ihr Stil ist avantgardistisch, gleichzeitig aber auch regional und eine Küche der kurzen Wege vom Händler auf den Teller der Gäste. Die Kombination kommt offenbar gut an, denn sie haben inzwischen viele internationale Auszeichnungen bekommen. Und glücklicherweise muss man nicht unbedingt nach Girona (Spanien) reisen, um sich etwas von dem Roca-Geschmack zu gönnen: Es gibt inzwischen zwei deutsche Bücher, die uns mit in ihre Welt nehmen und eines davon möchte ich euch heute etwas näher vorstellen.

Es geht um das erste Buch und den Bruder, der mir naheliegenderweise gleich am sympathischsten war: Dem Pâtissier der Familie und des Restaurants. Jordi Roca. Er ist der jüngste der drei und gleichzeitig einer der besten Pâtissiers der Welt. Bei ihm ist das Dessert nicht einfach irgendein süßer Abschluss des Menüs, sondern für sich schon ein Meisterwerk und wir haben das Glück, dass er einen Teil seines Wissens und seiner Ideen mit uns teilt und darüber ein Buch geschrieben hat.

Das Buch beginnt mit einer ausführlichen Einleitung: Mit wem haben wir es überhaupt zu tun? Was genau verbirgt sich hinter dem Celler de Can Roca? Was für Kreationen und Rezepte erwarten uns im Buch? Welche Zutaten spielen eine Rolle und warum? Welche Arbeitsgerätschaften und –techniken brauche ich? Und einiges mehr. Diese ersten 60 Seiten sind vollgepackt mit Informationen und Wissenswertem. Danach folgen vier Kapitel, eines für jede Jahreszeit. Abgeschlossen wird das Buch mit zwei Registern – eines sortiert nach Themen, eines alphabetisch.

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Die Rezepte im Buch sind ausgesprochen gut erklärt und nachvollziehbar. Wenn man möchte, kann man aus meiner Sicht alles sehr gut nachmachen – wobei man bei dem allermeisten doch etwas Übung mit dem Umgang von Süßspeisen aufweisen sollte. Lasst euch hier bitte nicht von den Rezepten irritieren, die ich ausprobiert habe: Ja, es gibt einfache Rezepte im Buch, die sogar für Anfänger absolut machbar sind. Das ist allerdings die Minderheit! Die meisten Rezepte sind deutlich umfangreicher und aufwändiger, bestehen nicht selten aus vielen Komponenten und unterschiedlichsten Arbeitsschritten. Auch die Zutaten sind lange nicht alle alltäglich – oder habt ihr Flüssigstickstoff im Vorratsschrank? Trotzdem gilt auch hier: Wer möchte, kann fast alles problemlos bekommen.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Riesenkeks: An diesem Keks hatten wir tatsächlich riesige Freude und der diente uns als Nervennahrung für das Achtelfinalspiel in der EM. Im Prinzip ist dies ein Chocolate Chip Cookie, der aber nicht in Portionsgrößen gebacken wird, sondern als ein großes Exemplar, was dann geteilt wird. Sehr lecker, saftig und knusprig an den Rändern!

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Schlumpf auf Riesenkeks, ich denke, der Keks hat sich seinen Namen verdient…

Turrón aus weißer Schokolade, Kokos und Curry: Jaha, das ist mal ein pompöser Titel für geschmolzene Schokolade, in die etwas Curry und Kokos gemischt wird. Es tut mir Leid, das klingt jetzt vielleicht böse. Das Ergebnis war sehr lecker! Aber der Titel?

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Mein Fazit: Ich mag das Buch von Jordi Roca! Er nimmt uns mit in seine Welt, schon in der Einleitung bekommt man das Gefühl, dass er mit seinem Buch erreichen möchte, dass die Leser verstehen, was und wie er seine Kreationen schafft. Auch die Rezepte selbst sind gut erklärt und übersichtlich gestaltet, trotzdem bricht er sie nicht so herunter, dass man das Gefühl bekommt, dass das nichts mehr mit ihm zu tun hat. Die meisten Rezepte sind anspruchsvoll und eher nicht für Anfänger geeignet.

 

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Das Buch „Desserts“ von Jordi Roca umfasst knapp 250 Seiten, kostet 34 Euro und erschien im Gerstenberg Verlag.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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