Rezension: Sehnsuchtsküche

Eines der einfachsten und vielleicht auch wirkungsvollsten Werkzeuge, um sich an einen gewünschten Ort zu beamen, ist das Essen. Denn ein bestimmtes Gericht kann man theoretisch in fast jedem Winkel der Welt zubereiten und wenn man einen bestimmten Geschmack auf der Zunge hat, wird man im Kopf dorthin gebracht, wo man ihn geschmeckt hat. Aus diesem Grund führe ich ja auch diesen Blog: Zu gern würde ich viel mehr reisen, aber es geht im Moment halt nicht. Und wenn ich nicht in die Welt kann, muss die Welt halt zu mir kommen.


Jasmin Parapatits kennt dieses Phänomen wohl auch gut, denn von ihr ist ganz frisch das Buch „Sehnsuchtsküche“ erschienen. Ich finde den Titel schon toll, denn was für den einen der Geschmack von Fernweh ist, ist für den anderen Heimweh und beides wird unter dem Begriff „Sehnsucht“ wunderbar zusammengeführt. Die Reise führt uns in die verschiedensten Länder der Erde, oft auch nicht nur die „üblichen Verdächtigen“, sondern beispielsweise auch nach Belize, auf die Kapverden oder nach Hong Kong. Viele der Ziele im Buch hat die Autorin wohl selbst bereist, einige Geschichten und Rezepte stammen von Freunden. Dabei wird jedem Land eine Seite mit einer Geschichte vorangestellt, in dem etwas persönliches über Reiseerfahrungen, kleine Anekdoten oder ähnliches erzählt werden. Das ist sehr unterhaltsam und verschafft gleich ein Gefühl für den Aufenthalt. Danach folgen jeweils zwei Rezepte, oft ein Hauptgericht und etwas Süßes. Wie das oft ist, sind viele herzhafte Gerichte mit Fisch oder Fleisch, aber auch als Vegetarier wird man fündig. Allzu spezielle Zutaten werden recht wenig verwendet, was ich angenehm zum Nachkochen finde. Toll ist außerdem, dass es im ganzen Buch immer wieder auch Non-Food-Bilder gibt, was das ganze Werk noch lebendiger macht und man als Leser noch mehr das Gefühl bekommt, dass tatsächlich die Autorin auf Reisen war.
Die Rezepte an sich sind sehr vielfältig und übersichtlich und gut nachvollziehbar beschrieben. Die Zutatenlisten sind gut strukturiert, nach Bedarf unterteilt und die Zubereitungsanweisungen recht ausführlich. Ich würde das Buch nicht absolute Neulinge empfehlen, aber man muss auch kein Küchenprofi sein, um die Rezepte nachzukochen. Jedes Gericht wird zusätzlich noch von einem ansprechenden Foto begleitet und oft gibt es noch einen Hinweis unter dem Rezept, in dem weitere spannende Informationen zu finden sind. Das wirkt alles sehr durchdacht und erprobt.

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Dieser Absatz aus dem Vorwort könnte eins zu eins von mir stammen! Wem geht es genauso?

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Egg Tarts: Diese feinen Küchlein sind eng verwandt mit Pasteis de Nata aus Portugal: Ein knuspriger Blätterteig umhüllt ein saftiges Vanillepuddingartiges Inneres. Unfassbar lecker! Die Authentizität der Egg Tarts konnte direkt durch einen befreundeten Kantonesen und meine beste Freundin (seine Frau) bestätigt werden. Das Rezept bekommt ihr bald!

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Zu mehr Rezepten bin ich leider noch nicht gekommen, aber ganz besonders reizen mich noch die belgischen Gaufres (Waffeln) mit dem neuseeländischen Hokey Pokey – Eis. Diese Kombi stelle ich mir großartig vor, werde sie bald ausprobieren und euch dann sehr gern davon berichten! Na, wer hat Interesse?

Mein Fazit: Sowohl Konzept, als auch Umsetzung des Buches konnten mich absolut überzeugen! Schöne Geschichten, tolle Bilder und authentische Rezepte. Was will man mehr?!
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Das Buch „Sehnsuchtsküche“ von Jasmin Parapatits umfasst 200 Seiten, kostet 23,60 Euro und erschien bei maudrich.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

 

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Eine Antwort zu Rezension: Sehnsuchtsküche

  1. anneinsideoffice schreibt:

    Ja der Absatz stimmt auch für mich.
    Das mir meine Arbeit die Zeit und Energie fürs Kochen etwas raubt, ist bei mir das, was mich am meisten an der Arbeit nervt.
    Aber am Wochenende flackert doch immer wieder mal was davon auf, auch Dank deiner Inspiration!!

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