Reisebücher

Heute möchte ich euch ein paar Bücher vorstellen, in denen es zwar manchmal Essenstipps oder –berichte gibt, aber keine Rezepte. Vielleicht möchte sich der ein oder andere ja noch für die kommende Reisesaison inspirieren lassen oder, wenn es mit der weiten Reise dieses Jahr nichts wird, sind die Bücher schöne Möglichkeiten, sich in Gedanken in weit entfernte Gefilde aufzumachen.

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Dorthin reisen, wohin man möchte, alle Orte der Welt sehen, an die es einen zieht, Ortswechsel, wann immer es einem gefällt, keinen Chef über sich haben, Geld damit zu verdienen, was einem Freude bereitet, … Träumt ihr auch von so einem Leben?

Als Carina merkt, dass ihre Arbeit als Krankenschwester auf der Kinderonkologiestation sie zu zerfressen droht, zieht sie irgendwann die Reißleine: Sie verkauft fast ihren ganzen Besitz, kündigt die Wohnung und zieht für ein Work & Travel – Jahr nach Australien. Obwohl es offiziell eine Auszeit für ein Jahr ist, um wieder zu sich zu finden, merkt Carina insgeheim sehr schnell und schon vor dem Abflug, dass es gut sein kann, dass es nicht bei diesem einen Jahr bleiben wird. In Australien angekommen reist sie die ersten Monate geradezu hektisch durch das Land, irgendwann merkt sie aber, dass ein langsamerer Reisestil angenehmer ist. Zwischendurch nimmt sie immer mal wieder Jobs an, um Geld zum Ersparten dazu zu verdienen, am Liebsten reist sie aber allein und ungebunden. Nach den vielen Routen durch Australien, auf denen sie viel über die Kultur, Geschichte und Natur gelernt hat – nicht zu vergessen ist das Schnorcheln, das fast wie eine Metapher für die ganze Reise wirkt: Zuerst ängstlich und panisch, dann aber mit wachsender Begeisterung nähert sie sich. – macht sie noch einen Abstecher nach Bali und später auf dem Rückweg reist sie noch durch Südostasien. Carina nimmt uns immer zum einen mit in ihre Gedankenwelt, wir erfahren, wie sie sich beim Alleinreisen fühlt, dass sie zwischendurch gern Gesellschaft hat, dann aber auch wieder ihre Freiräume braucht und man merkt beim Lesen gerade an diesem Punkt deutliche Veränderungen vom Anfang zum Ende. Aber auch über die Reiseziele erfahren wir viel: Wo sind schöne Strände zum Schnorcheln, lohnt sich ein Ausflug zum Uluru / Ayers Rock und was sollte man dort lieber nicht tun, wo ist Bali noch am Ursprünglichsten, …?

Mein Fazit: Ich lese Carinas Blog Pink Compass schon lange und wem ihr Schreibstil dort gefällt, dem wird auch das Buch gefallen. Carina ist hier sehr offen und führt einiges noch deutlich detaillierter aus, als das im Blog immer möglich ist. Einige Geschichten oder Empfindungen von ihr kennen Blog-Leser bereits, aber trotzdem ist das Buch sowohl für diese interessant, als auch für solche, die noch nie einen Blick darauf geworfen haben. Wer sich für das Thema Australien, Aussteigen vom „normalen“ Hamsterrad und Alleinreisen interessiert, wird dieses Buch bestimmt gern lesen. Ich gratuliere dir auch noch einmal auf diesem Weg sehr gern dazu! Ich habe es fast in einem Zug gelesen!

P.S. Ein paar Bilder von Carina könnt ihr auch auf meinem Blog sehen: Als ich die kanadischen Maple Pies buk, fuhr Carina gerade durch Kanada und steuerte ein paar passende Bilder bei. Zum Artikel geht es hier: Klick!

Im zweiten Buch dreht sich alles um Geschichten von Fernweh und Freiheit – genau das verspricht der Untertitel und wird auch im Buch absolut gehalten. Das Buch „The Travel Episodes“ ist ein Sammelsurium kurzer Geschichten von unterschiedlichen Autoren. Herausgegeben wurde es von Johannes Klaus, der ebenfalls Geschichten beisteuert, und das Vorwort ist von Helge Timmerberg – ebenfalls einem sehr erfahrenden Reisenden und Abenteurer.

Was erwartet den Leser in diesem Buch? Insgesamt 30 Geschichten, gleichmäßig aufgeteilt auf drei Kapitel zu den Themen: „Abwegige Landpartien“, „Gewagte Unterfangen“ und „Innere Stimmen“. Ausdrücklich dreht sich in den Geschichten alles um Reisen abseits der gängigsten Routen. Die Autoren führen uns über alle Kontinente (nur nicht an den Nordpol), es geht nach Bangladesch, quer über den Atlantik in einem kleinen Boot, in die Rocky Mountains, durch den Iran, nach Tonga oder auch ins tiefste Bayern. Hier ist sicherlich für jeden Temperatur- und Kulturtypen etwas dabei. Zusätzlich gibt es zu vielen Geschichten Bilder, meist jeweils eines zu Beginn des Berichtes und zusätzlich einige auf bestimmten Fotoseiten im Buch, hier sieht man die Bilder dann auch in hochglanz und farbig. Die Geschichten und Bericht selbst sind alle unterschiedlich: Es gibt keine genormte Länge, keinen komplett einheitlichen Sprachstil und man merkt dem Buch noch an, dass verschiedene Autoren daran mitgeschrieben haben – das finde ich sehr angenehm.

Mein Fazit: Das Buch „The Travel Episodes“ nimmt den Leser mit in viele Regionen der Welt und in viele verschiedene Situationen, die einem während einer Reise so passieren können. Es erzählt von Begegnungen mit Einsamkeit, aber auch mit vielen Einheimischen und unterschiedlichsten Komfortzonen. Gerade dadurch, dass so viele verschiedene Autoren ihre Geschichte erzählen, wird das Buch vielfältig und man kann prima einzelne Berichte lesen, die einen gerade in diesem Moment besonders interessieren. Ein lesenswertes Buch, das die Freude am Reisen transportiert und Lust macht, direkt seinen Rucksack zu packen und sich auf den Weg zu machen.

Cover-ZweiUmDieWelt

Jeder von uns kennt wohl Jules Vernes Phileas Fogg, den tollkühnen Briten, der die Welt in 80 Tagen umrunden wollte. Genau so ein Unternehmen haben auch die beiden Autoren des Buches „Zwei um die Welt“ in Angriff genommen. Der Unterschied: Phileas Fogg hatte genügend Geld, aber (im Vergleich zu heute) langsame Transportmittel. Die Zwillinge Hansen und Paul Hoepner standen zwar theoretisch all unsere schnellen Transportmittel zur Verfügung, aber nur das Geld, was sie sich selbst vor Ort verdienen konnten. Ausgestattet mit jeweils einem selbstgebauten Anhänger zum Ziehen, in den Dinge wie Zelt, einmal Wechselkleidung und Kameraausrüstung zum Dokumentieren passten, und ihrem handwerklichen Geschick machten sich die beiden von Berlin aus auf die Reise. Zuerst einmal quer durch Europa bis Portugal, dann weiter nach Kanada, nach Tokio, durch einige südostasiatische Länder, Indien, Kasachsten, Russland, über Polen, bis sie schließlich wieder in Berlin ankommen. Unterwegs verdienen sie Geld mit der Herstellung von Schmuck, Trampen vor allem in Europa und Amerika viel, übernachten die meiste Zeit im Zelt und nehmen ansonsten alle möglichen Jobs an, um etwas Geld, Kost oder Logis zu verdienen.

Über diese äußert spannende Reise haben sie nun also gemeinsam ein Buch geschrieben. Beide schreiben abwechselnd Kapitel, zu Beginn ist immer aufgeführt, welcher Tag ist, wieviel Budget sie haben und wo sie sich gerade aufhalten. Der Erzählstil war für mich angenehm unaufdringlich, gleichzeitig aber so detailliert, dass ich als Leser das Gefühl hatte, ich wäre direkt dabei. Ich kann die dicke, würzige Luft Indiens geradezu spüren, bin ebenfalls bedrückt von der teilweisen Armut und dem Infragestellen des gesamten Vorhabens – Warum so eine Reise als Abenteuer, wenn es doch vielen so schlecht geht? Aber auch die Herzlichkeit, mit der den beiden immer wieder geholfen wird, ist fassbar.

Mein Fazit: Ein tolles, spannendes Buch über eine nicht-alltägliche Reise. Für mich ist das Buch genau richtig: So ausführlich, dass ich alles genau nachvollziehen kann, aber nicht so detailliert, dass es irgendwann ermüdend wird. Und wenn ihr nun wissen möchtet, ob man tatsächlich von Lissabon aus mit dem Flugzeug trampen kann, wie man in Kanada in wenigen Tagen Geld für einen Flug nach Tokio verdienen kann oder wie es sich anfühlt, vom Fieber geschüttelt in einer russischen Quarantäne zu stecken, müsst ihr wohl das Buch lesen…

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Wer noch mehr Inspiration sucht: Letztes Jahr hatte ich ebenfalls ein paar ähnliche Bücher vorgestellt. Mit einem Klick auf’s’jeweilige Cover geht es zur Rezension:

cover.do

Cover Weltenbummler

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Das Buch „The Travel Episodes“ wurde von Johannes Klaus herausgegeben, umfasst fast 350 Seiten, kostet 14,99 Euro und erschien bei Malik – National Geographic.

Das Buch „Zwei um die Welt – in 80 Tagen ohne Geld“ von Hansen und Paul Hoepner umfasst gute 300 Seiten, kostet 19,99 Euro und erschien bei Malik.

Das Buch „Meerblick statt Frühschicht“ von Carina Herrmann umfasst gute 250 Seiten, kostet 10 Euro und erschien bei Piper.

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5 Antworten zu Reisebücher

  1. krautjunker schreibt:

    Die Bücher sind bestimmt toll und regen zum Tagträumen an. Es wird dabei aber unterschlagen, wie grauenhaft auch Reisen und andere Länder sein können. „Reisen in die Hölle und andere Urlaubsschnäppchen“ des witzigen Freigeistes P.J. O’Rourke fehlt daher in dieser Sammlung. Ich kann das Buch gerne demnächst auf https://krautjunker.com/ vorstellen.

  2. maradakamui schreibt:

    Hallo,

    ich hab „The travel episodes“ auch zuhause, weil ich es vor Kurzem bei einem Gewinnspiel gewonnen hab! Ich finde es einfach großartig geschrieben! Hast du schon gehört, dass es im Dezember einen 2. Band geben wird?

    Liebe Grüße aus Lübeck,
    Sara

    • Becky schreibt:

      Hey,
      toll, dass dir das Buch auch gefällt. 🙂
      Ja, von dem zweiten Band habe ich schon gehört, bin sehr gespannt darauf. 🙂
      Liebe Grüße, Becky

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