Rezension: Die moderne jüdische Küche

Heute habe ich euch ein ganz besonderes Buch mitgebracht! Besonders, weil mich das Thema sehr interessiert, ich das Buch schon seit rund einem Jahr haben wollte und es nun endlich bei mir eingezogen ist und weil die ausprobierten Rezepte (Vorsicht: Spoiler!) einfach wunderbar waren!

Worum geht es? Um das Buch „Die moderne jüdische Küche“ von Leah Koenig. Das Buch kam recht genau vor einem Jahr im englischen Original in den Handel und schon dort hatte ich ein Auge auf das Buch geworfen. Nun ist es aber ja leider nicht immer ganz leicht und zu vernünftigen Kosten zu bewerkstelligen, an ein englisches Original zu kommen und so verging ein Weilchen… bis ich bemerkte, dass das Buch inzwischen auch auf Deutsch erschienen war. Kurze Zeit später zog das Buch dann bei mir ein.

Nun aber zum Buch selbst: Leah Koenig ist Amerikanerin mit lettisch-jüdischen Wurzeln. Sie ist bekannt dafür, dass sie die sehr traditionelle jüdische Küche nimmt und neu-interpretiert. Dabei behält sie die grundlegenden (koscheren) Regeln bei, kombiniert aber trotzdem neu. Das ist sehr spannend und vor allem lecker. Wie ihr wisst, liebe ich die Küche Israels und so habe ich mich quasi automatisch auch schon öfter mit jüdischen Traditionen beschäftigt. Entsprechend habe ich durchaus auch viele Rezepte erwartet, die in diese mediterrane-nah östliche Richtung gehen würden. Das allerdings ist nicht der Fall: Im Buch wird erzählt, dass viele Amerikaner jüdische Küche mit osteuropäischer Küche assoziieren würden und da Leah Koenigs Wurzeln in Lettland liegen, ist auch ihre Küche von dieser aschkenasischen Richtung geprägt. Das ist toll, weil ich so noch einen tieferen Eindruck von der Küche bekommen habe.

Im Buch gibt es insgesamt 11 Kapitel – ja, das ist eine Menge, aber sie teilen das Buch wirklich sinnvoll auf:

  • Frühstück
  • Salate und mehr
  • Suppen
  • Gemüse
  • Nudeln, Matzen, Körner und Bohnen
  • Fisch, Huhn und Fleisch
  • Vegetarische Hauptspeisen
  • Brote und Teigwaren
  • Plätzchen, Kuchen und andere Süssigkeiten
  • Füllungen und mehr
  • Die Feste (Hier werden die 8 zentralen Feste des Judentums vorgestellt. Es wird erzählt, was sie feiern, was man dazu traditionell unternimmt und natürlich auch, was man isst und welche Rezepte aus dem Buch passen.)

Auch die Rezeptauswahl ist entsprechend vielfältig und ich bin sicher, dass hier jeder auf seine kulinarischen Kosten kommen sollte. Ich jedenfalls hatte keine Probleme, jede Menge Gerichte zu finden, die ich gern sofort ausprobiert hätte.

BananenSchokoGugelhupf 091

Die Rezepte werden alle von ausführlichen Einleitungstexten begleitet. Darin steht wissenswertes zur Historie, persönliche Anekdoten oder auch klassische Kombinationen zum Gericht – öfter sind hier auch Querverweise auf andere Rezepte im Buch zu finden, was ich klasse finde. Darauf folgt dann die Zutatenliste und die Zubereitungsschritte. Letztere sind ausführlich und verständlich beschrieben, trotzdem denke ich, dass einige Rezepte leichter von der Hand gehen, wenn man etwas Kocherfahrung hat, weil nicht alles bis ins letzte Detail beschrieben ist. Hat man diese, sind die Beschreibungen aber besonders schön, weil dort so Angaben stehen wie „lass die Tarte backen, bis der Blätterteig braun wird – das dauert etwa 30 Minuten“. So etwas finde ich super, weil immer beschrieben wird, wie etwas aussehen, sich anfühlen oder ähnliches soll, wenn es fertig ist und zusätzlich gibt es eine ungefähre Zeitangabe. Das ist in meinen Augen perfekt gelöst! Die vorhandenen Bilder zu den Gerichten finde ich ansprechend: Selbstverständlich sind alle Bilder gestyled und hergerichtet, aber trotzdem sieht alles noch so aus, dass man nicht schon beim Anschauen denkt, dass es beim eigenen Versuch ganz anders aussehen wird. Leider gibt es nicht zu allen Rezepten Bilder, das ist etwas schade.

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Wie ihr schon an der Kapitelaufzählung oben sehen könnt, ist dieses Buch nicht vegetarisch. Trotzdem halte ich persönlich es sehr geeignet für Vegetarier. Ich jedenfalls hatte keine Schwierigkeiten, zahlreiche Gerichte zu finden, die vegetarisch sind und die ich gern sofort nachgekocht oder –gebacken hätte.

Auch spezielle Zutaten werden so gut wie gar nicht verwendet und alles ist sehr gut zu Hause nachkochbar. Wahrscheinlich liegt das tatsächlich auch an der aschkenasischen Prägung des Buches, denn diese Richtung ist auch in Deutschland beheimatet und so werden selbstverständlich viele Zutaten benutzt, die für uns hier natürlich sind.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Bananen-Schokoladen-Gugelhupf: Diesen Kuchen gab es ganz spontan an einem Sonntagnachmittag, an dem Schneematsch direkt vom Himmel fiel und es auch so insgesamt eher grau war. Der Gugelhupf verbindet die tollen Zutaten Schokolade und Bananen. Da kann kaum etwas schief gehen, oder? Für mich war der Kuchen perfekt: Intensiv, feucht und leicht gemacht. Für den ein oder anderen mag der Gugelhupf „zu schokoladig“ und etwas zu wenig süß sein, aber für mich persönlich fand ich ihn perfekt. Das Rezept habe ich bereits HIER auf meinem anderen Blog vorgestellt.

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Pilz-Ziegenkäse-Tarte: Blätterteig wird mit einer Ziegenkäse-Ei-Creme bestrichen und mit vorher angebratenen Zwiebeln und Pilzen bestreut. Heraus kommt eine aromatische Tarte, die unten knusprig und oben saftig ist. Sehr schön!

PilzZiegenkaeseTarte

Pletztl: Grob gesagt handelt es sich dabei um eine Art Focaccia: Hefeteig, der mit Ei, angeschwitzten Zwiebeln und Mohn bestreut wird. Was kann man bei der Kombi falsch machen? Aus meiner Sicht nicht viel, ein super leckeres Brot! Einzig die Zubereitungsbeschreibung fand ich hier nicht so gut, wer keine Erfahrung mit Hefeteig hat, dürfte Probleme bekommen.

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Mein Fazit: Zugegebenermaßen hatte ich an dieses Buch hohe Erwartungen und das ist ja immer etwas gefährlich. Allerdings wurden sie in diesem Falle kein Stück enttäuscht, sondern ganz im Gegenteil liebe ich dieses Buch sehr! An diesem Buch werde ich bestimmt noch länger Freude haben und ich kann es jedem, der sich für jüdische Küche oder einfach mal ein paar neue Impulse interessiert, sehr empfehlen.

 

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Das Buch „Die moderne jüdische Küche“ von Leah Koenig umfasst 320 Seiten, kostet 22 Euro und erschien bei Jacoby Stuart.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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6 Antworten zu Rezension: Die moderne jüdische Küche

  1. Pingback: Rezension: Die jüdische Küche | Cooking around the world

  2. Anna C. schreibt:

    Das Buch setze ich mal auf meine „Wishlist“- dein Beitrag ging im Stress völlig unter!

  3. Pingback: Rezension: Meine jüdische Küche | Cooking around the world

  4. Elisa schreibt:

    Oh, das hört sich wirklich interessant an!

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