Rezension: Carrie‘s Kitchen

Was fehlt vielen, wenn sie fern der Heimat sind? Genau: Das gewohnte Essen! Und da es Carrie Solomon ähnlich ging, hat sie nun darüber ein Buch geschrieben, wie man ihre amerikanische Heimatküche nach Europa holen und problemlos nachmachen kann. Sie nimmt uns in ihrem Buch mit auf einen kulinarischen Roadtrip.

Besonders an dem Buch gefällt mir, dass die Idee des Roadtrips nicht nur im Untertitel erwähnt, sondern auch noch mal zu Beginn des Buches aufgegriffen wird. Direkt nach den einleitenden Worten der Autorin findet man nämlich eine USA-Karte, auf die einige typische Gerichte eingezeichnet sind. Hier gibt es zu den klassischen Regionalküchen wie die des Mittleren Westens, der Südstaatenküche, der Tex-Mex-Küche oder der indianischen jeweils einige Spezialitäten. So kann man die Gerichte im Buch leicht einordnen und bekommt auf einen Blick präsentiert, wodurch die einzelnen Küchen sich unterscheiden.

Auch sonst gibt es immer wieder persönliche Anmerkungen von Carrie Solomon: Sie lässt uns beispielsweise an ihren goldenen Regeln zum Pancake backen teilhaben, erzählt vom perfekten Hot Dog und zu vielen Rezepten gibt es auch noch mal kleine „Am Rande“-Kästen, in denen sie Tipps gibt oder Anekdoten zum Besten gibt. Das alles lockert das Buch sehr auf und wirkt so, als wenn man mit einer Freundin plaudern würde. Auch private Bilder werden immer mal wieder gezeigt oder auch Straßenszenen oder ähnliches. Für mich ist besonders ersteres gerade noch so auf der Grenze – mehr dieser Bilder hätten es nicht sein dürfen.

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Die Rezepte sind in die folgenden Kapitel unterteilt:

  • Breakfast and Brunch
  • Sandwiches
  • Soups and Salads
  • Dinners
  • Desserts

Die Rezeptauswahl ist vielfältig, aber im herzhaften Bereich recht fleischlastig. Das hat mir die Auswahl an Gerichten etwas erschwert. Es gibt viele Klassiker der amerikanischen Küche wie Pancakes, Brownies, Milkshakes, Burger, Bagel und Co. Aber auch Rice Krispy Treats, Clam Chowder, Thousand Island Dressing und ähnliches, was man nicht ständig in Kochbüchern sieht, sind im Buch zu finden.

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Die Rezepte selbst werden alle ansprechend von hellen, freundlichen Bildern begleitet. Das Gericht ist stets sehr gut zu erkennen. Die Zutatenlisten gefallen mir nicht ganz so gut, weil die Zutaten nicht untereinander, sondern nur durch Kommas getrennt aufgezählt werden. Ich finde so etwas immer leicht unübersichtlich beim Nachkochen. Es gibt immer eine Portionsangabe und auch eine Zubereitungszeit. Die Zubereitungsschritte finde ich gut beschrieben und verständlich. Bei diesem Buch ist es allerdings besonders wichtig, dass man das Rezept einmal komplett liest, weil immer mal wieder Teile vorbereitet sein sollten, was erst im Rezept steht.

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Was mir nicht ganz so positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass öfter beim Backen die Größen der Backformen fehlen – beispielsweise bei den Brownies. Auch ein Register fehlte mir bei diesem Buch (mal wieder). Ich mag es einfach gern, wenn man nach einer speziellen Zutat sucht und dafür direkt ein Register zu Hilfe nehmen kann.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Mac’n’Cheese: Der amerikanische Klassiker schlechthin. Weil er leider eine ziemliche Kalorienbombe ist – Nudeln in Béchamelsauce und überbacken mit ordentlich Käse – gibt es ihn bei uns nicht so oft, aber dieses Buch nahm ich mal wieder als Anlass. Zusätzlich kamen bei uns noch einige schwarze Oliven mit hinein und heraus kam ein perfekter Herbst-Soulfood-Klassiker.

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Ice Tea: Irgendwie komisch, aber mir war so nach Eistee, als ich das Rezept sah. Das Ganze ist einfach gemacht: Tee kochen und abkühlen lassen, süßen nach Geschmack, vielleicht noch etwas Zitrone dazu und Eiswürfel. Einfach und lecker.

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Grits and Eggs: Im Grits-Gürtel (den Südstaaten der USA) ist dies ein Frühstücksklassiker, den ich schon lange mal ausprobieren wollte. Er besteht aus einer Polentamasse, die im Ofen gegart wird, darauf kommen schließlich Eier, das Ganze wandert noch einmal in den Ofen und dann isst man das Gericht warm. Wirklich sehr lecker! Vor allem natürlich, wenn man auf Polenta / Grieß steht. Zusätzlich habe ich noch etwas Feta darüber gekrümelt, das passte wunderbar.

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Mein Fazit: Mir gefällt das Konzept des Buches sehr gut. Die Rezeptauswahl ist vielfältig, die Autorin wirkt sehr sympathisch und die ausprobierten Rezepte haben alle gut funktioniert. Trotzdem konnte mich das Buch nicht auf ganzer Linie überzeugen, weil teilweise etwas unsauber oder unvollständig gearbeitet wurde. Für Menschen, die Erfahrung der Küche haben und diese Ungenauigkeiten ausbügeln können, ist es aber ein schönes Buch.

 

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Das Buch „Carrie’s Kitchen“ von Carrie Solomon umfasst rund 220 Seiten, kostet Euro und erschien im Knesebeck Verlag.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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Eine Antwort zu Rezension: Carrie‘s Kitchen

  1. maradakamui schreibt:

    Hallo Becky,

    das hast du ja ein Schätzchen🙂 Genau ein Buch nach meinem Geschmack, obwohl ich leider noch nie in den USA war. Ich kann auch gut ohne Register leben, eigentlich brauche ich ihn nie, sondern blättere mich lieber von vorne bis hinten durch das Kochbuch statt nach einzelnen Zutaten oder Gerichten zu suchen🙂 Daher finde ich den Platz oft nur verschwendet am Ende des Buches, eine bildhafte Zusammenstellung aller Gerichte fände ich hingegen super, aber die habe ich noch nicht gefunden (außer bei Kochmagazinen)😀

    Liebe Grüße,
    Sara

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