Rezension: The Taste of Istanbul

Alle regelmäßigeren Leser auf meinem Blog werden es wissen: Ich liebe die türkische Küche! Die Gerichte zeichnen sich vor allem durch Frische, Aromatik und tolle Zutaten aus, manche sind schnell gemacht, andere brauchen ihre Zeit, aber immer lohnt der Aufwand das Ergebnis! Sie hätte wohl sehr gute Chancen bei meiner persönlichen Wahl der Lieblingsländerküche und so kann ich auch türkischen Kochbüchern schlecht widerstehen.

Mitgebracht habe ich euch heute „The Taste of Istanbul“. Wer nach dem Titel typisch istanbuler Kücher erwartet, wird eventuell enttäuscht, denn hier wird die typisch türkische Küche vorgestellt. Istanbul wird eher als Assoziation und für Non-Food-Bilder vom Stadttreiben genutzt, außerdem sind große Städte natürlich immer Schmelztiegel eines Landes.

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80 Rezepte aus allen Bereichen der türkischen Küche werden vorgestellt. Wie ihr schon im Inhaltsverzeichnis erahnen könnt, gibt es einige Fisch- und Fleisch-Gerichte, aber auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. Sehr schön finde ich, dass in diesem Buch neben dem üblichen Fladenbrot auch anderes Brot vorgestellt wird und dass auch die Süßspeisen einen größeren Platz eingeräumt bekommen – oft war ich schon enttäuscht, dass diese so stiefmütterlich behandelt werden. Ich könnte ein ganzes Buch über türkisch-orientalische Süßigkeiten schreiben und in den meisten Büchern werden sie sträflich vernachlässigt.

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Viele, aber nicht alle, Rezepte sind bebildert. Die Fotografien sind alle sehr hell und freundlich und zeigen in allererster Linie das Gericht – was ich super finde. Die Rezepte sind alle gut beschrieben: Es gibt oft einen kleinen Einleitungstext, der das Gericht einordnet, dann folgt in der linken Spalte eine Portionsangabe und darunter eine übersichtliche Zutatenliste. In der rechten Spalte findet man dann (durchnummerierte) Zubereitungsschritte. Sehr positiv finde ich auch, dass die Gerichte immer mit dem türkischen Originalnamen überschrieben sind, eine deutsche Übersetzung folgt dann direkt darunter. So kann man sich gut zurechtfinden, wenn man die Originalnamen kennt, wird aber ansonsten auch nicht allein gelassen. Die Rezeptauswahl ist vielfältig und das sowohl von den verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Zubereitungszeiten und Zutaten. Man findet hier viele Klassiker der türkischen Küche, aber auch einiges, was nicht so bekannt ist.

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Kommen wir zu den beiden Zusätzen: Dem Register und dem Teil, der sich im Inhaltsverzeichnis „Vokabeln“ nennt. Das Register ist sehr ausführlich, man kann nach einem konkreten Gericht (in der türkischen Schreibweise) oder nach einzelnen Hauptzutaten suchen. Sehr schön und hilfreich! Die Vokabelliste ist tatsächlich genau dies: Hier werden auf einer Doppelseite einige türkische Zutatennamen aus den Zutatenlisten aus dem Buch aufgegriffen und übersetzt. In vielen Fällen ist dies dann eindeutig geklärt, wie beispielsweise bei Suppe, Aubergine oder Granatapfel. Allerdings ist die Übersetzung von Linsen, Käse oder Brot nur teilweise hilfreich. Beispielsweise fand ich in der Zutatenliste eines Rezeptes, das ich gern ausprobieren wollte, gleich zwei verschiedene Begriffe, die mit „Käse“ übersetzt wurden. Bei einem von beidem war noch angegeben, dass es sich um einen Gouda-ähnlichen handelte, beim zweiten stand nichts weiter dazu. Hier wäre es toll gewesen, wenn man nicht nur eine Vokabelliste, sondern auch ein Glossar abgedruckt hätte – optimalerweise mit Alternativvorschlägen.

Speziellere Zutaten werden nicht besonders viele verwendet, vorausgesetzt man ist da etwas zum Experimentieren bereit. Wer tatsächlich versucht, den echten süzme yoğurt, beyaz peynir und Co zu verwenden, dürfte es schwerer haben.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:
Noch eine kleine Anmerkung: Alle drei Gerichte gab es bei uns gemeinsam als ein Abendessen und in der Kombination harmonierten sie sehr gut.
Günlük Ekmek: Auch wenn die türkische Brotkultur nicht ganz so vielfältig ist, wie die deutsche oder französische, gibt es dort sehr leckeres Brot. Hier handelt es sich um ein sogenanntes „alltägliches Brot“. Es besteht aus einem einfachen Hefeteig, der über einige Stunden geht und dann als Laib gebacken wird. Die Porung gefiel mir sehr gut und auch der Geschmack überzeugte.

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Yoğurtlu Pancar Salatası: Dieser Salat oder Dip besteht vor allem aus zwei Zutaten: Rote Bete und Joghurt. Die Kombination ist gut und die Farbe ein echter Hingucker.

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Peynirli Güveç: Zweierlei im Ofen gebackener Käse. Muss man dazu noch mehr sagen? Schmeckt natürlich sehr gut, durch den Feta etwas salzig, mit etwas Brot dazu ist das Ganze aber perfekt. Mit einem klassischen Käsefondue hat dieses hier trotzdem wenig zu tun, da die Schmelzeigenschaften einfach ganz andere sind.

Mein Fazit: Das Buch bietet viele Klassiker, aber auch ein paar unbekanntere Gerichte der türkischen Küche. Leicht und einfach präsentiert und ansprechend fotografiert. Da nicht jeder Schritt bis ins Detail erklärt wird, ist dies wohl nicht geeignet für den absoluten Neuling in der Küche, auch die Zutaten müssen teilweise ersetzt werden (wenn man keinen türkischen Laden in der Nähe hat). Mir gefiel dieses Buch aber sehr gut und es wird sicherlich noch einige Rezepte mehr daraus geben.

Etwas irritierend fand ich lediglich, dass kein Autor angegeben wurde. Im Impressum ist dann zwar die Rede von „dem Autor“, aber auch dort wird kein Name genannt.

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Das Buch „The Taste of Istanbul“ ist in der Edition Fackelträger erschienen, umfasst gute 200 Seiten und kostet 19,95 Euro.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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4 Antworten zu Rezension: The Taste of Istanbul

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  3. Hallo Becky, Danke für die ausführliche Beschreibung. Da bekommt man doch gleich Lust auf türkische Küche 🙂
    LG Janny

    • Becky schreibt:

      Hallo Janny,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass meine Rezension bei dir Lust auf die türkische Küche aufkommen lässt. 🙂
      Liebe Grüße, Becky

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