Rezension: Zu Gast in Marokko

Marrakesch, Casablanca… das sind Städte die wie Märchen klingen und doch existieren. Wie sieht es dort vor Ort aus, was für Menschen leben dort und (vor allem) was essen sie? Dieser Frage sind die gebürtige Marokkanerin Sophia Palmer und ihr australischer Mann – seines Zeichens Food- und Lifestyle-Fotograf – nachgegangen. Quer durch Marokko führte sie ihre Reise und sie erzählen uns davon in diesem großartigen Buch. „Zu Gast in Marokko“ ist nicht nur ein Buchtitel, sondern ein Versprechen an die Leser und auch an die Autoren.

Palmer_Marokko

Das Buch lebt vor allem von seinen vielen, vielen Bildern. Sie zeigen Menschen, Landschaften, Marktszenen und selbstverständlich auch jede Menge Lebensmittel und Gerichte. Darüber hinaus werden aber auch viele Reiseerinnerungen, Erzählungen und Anekdoten in das Buch eingeflochten. Ich selbst habe auf meinen Reisen immer eine Art Tagebuch geführt (und meine Mitreisenden ebenfalls dazu genötigt…) und es macht den Eindruck, als ob die Texte aus diesem Buch ebenfalls aus einer Art Reisetagebuch entnommen wurden. Das ist toll, weil man einfach noch ganz und gar unter dem Einfluss des Erlebten steht und die Emotionen ausgedrückt werden.

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Toll ist auch die Prägung des Einbandes: Der weiße Streifen auf dem Cover ist erhöht abgesetzt und auch die bunten Mosaike kann man nicht nur sehen, sondern auch mit den Fingern spüren. Das passt für mich zu diesem marokkanischen Gesamtbild: Man kann dieses Buch eben nicht nur anschauen, sondern auch spüren – das Riechbuch ist ja leider noch nicht entwickelt.

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Die Rezepte sind nach den verschiedenen Reisestationen aufgeteilt. Das macht die Übersicht zwar nicht gerade leichter, ist aber im Konzept des Buches sinnvoll. Außerdem gibt es ein sehr gutes Zutaten- und Sachregister, sodass man trotzdem alles leicht findet, was man sucht. Hier seht ihr das Inhaltsverzeichnis:

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Jedes Kapitel beginnt mit einer Kurzübersicht über alle enthaltenen Gerichte, so kann man sich recht schnell einen Überblick verschaffen. Jedes Kapitel ist anders, je nachdem, was Sophia und Rob an der jeweiligen Station gegessen haben. Aber immer gibt es viele Bilder, Rezepte, die gut beschrieben sind und in den meisten Fällen auch gut umzusetzen sind. Allerdings finde ich es bemerkenswert, dass so authentische Rezepte mit Zutaten, die relativ „normal“ sind und hier leicht zu bekommen sind, umgesetzt werden können. Mit einem gut ausgestatteten Gewürzregal kann man schon sehr viele Gerichte direkt ausprobieren.

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Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Gebackener Kürbis mit Zitrone und Knoblauch: Ich musste leider das Rezept etwas verändern: Statt Butternut gab es Hokkaido und statt Zitronenthymian Oregano. Die Idee, Kürbis mit Zitrone zu kombinieren, fand ich spannend, so hatte ich ihn noch nie probiert. Allein schon das Aussehen fand ich großartig und der Geschmack? Ok, wie umschreibe ich das… der Geschmack war schrecklich. Durch die Zitrone wurde der Kürbis total bitter und war am Ende wirklich nicht mehr zu genießen. Ich hatte mich so auf das Gericht gefreut, es sah super aus, aber der Geschmack ging gar nicht.

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Marokkanische Eier: …auch bekannt als Shakshuka. Ich liebe dieses Gericht aus einer Tomatensauce (nach Belieben mit zusätzlichem Gemüse) mit Eiern, das dann im Ofen noch einmal gebacken wird, sodass die Eier fest werden. Hier besteht die Sauce aus Tomaten und Paprika und auf die Eier kommt zusätzlich noch etwas Feta. Schmeckt gewohnt lecker!

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Kürbismarmelade: Kürbis wird hier mit Vanille und etwas Zitrone langsam eingekocht. Das Aroma war super und die Marmelade absolut rund. Ein schöner Farbklecks ist sie natürlich auch noch. Ein schönes Rezept.

Mein Fazit: Wer die marokkanische Lebensweise mit all ihren Facetten liebt, ist mit diesem Buch genau richtig bedient. Man kann richtig hinein tauchen und stundenlang darin blättern und man entdeckt immer noch etwas Neues. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Buch eine echte Herzensangelegenheit der beiden Autoren war – sie nehmen uns sogar mit auf ihre eigene Hochzeit, in welchem Kochbuch hat man so etwas schon?! Mit einem der ausprobierten Rezepte hatte ich leider Pech, die anderen beiden waren gut und auf meiner Nachmachliste stehen noch einige weitere. Die Bilder sind toll und lassen einen direkt gedanklich nach Marokko reisen. Mir gefällt das Buch sehr gut.

 

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Das Buch „Zu Gast in Marokko“ von Rob & Sophie Palmer umfasst rund 290 Seiten, kostet 39,95 Euro und ist im Callwey Verlag erschienen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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2 Antworten zu Rezension: Zu Gast in Marokko

  1. marliesgierls schreibt:

    Ich nehme auch gerne Zitrone zum Kürbis, aber als Saft. Das die Scheiben nachher ein bitteres Aroma erzeugen hatte ich auch schon bei einem anderen Gericht erlebt und das mag ich gar nicht, ob unsere Geschmäcker so verschieden sind?
    LG Marlies

    • Becky schreibt:

      Ich habe mich auch gewundert, weil ich schon oft gesehen habe, dass andere Zitronenscheiben mit überbacken, also dachte ich mir nichts „Schlimmes“ dabei. Am Ende wurde es aber echt bitter. Nächstes Mal versuche ich es auch nur mit etwas Saft und Abrieb.
      LG, Becky

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