Rezension: Hummus, Bulgur und Za’atar

Hummus, Bulgur und Za’atar das klingt nach einer leckeren Auswahl, die zu jeder Menge mediterran-orientalischen Köstlichkeiten verarbeitet werden kann und wer hier schon länger mitliest, dem kann kaum entgangen sein, dass ich da sofort dabei bin. Wenn mir das Klima und auch die politische Lage nicht so wenig gefallen würden, wäre ich wohl am Besten in einem Land wie der Türkei oder Israel aufgehoben, zumindest kulinarisch treffen sie absolut meinen Nerv!

Hummus_Bulgur

Das Buch beginnt mit einer Einleitung, in der uns Rawia Bishara mitnimmt auf eine Reise in ihre Vergangenheit, zu Kindheitssommern bei ihren Großeltern in Israel, dem Umzug nach New York und schließlich der Eröffnung ihres Restaurants Tanoreen. Ihren Stil beschreibt die Autorin als klassische, israelische Hausmannskost, die sie teilweise noch ganz traditionell, teilweise aber auch neu interpretiert kocht. Heraus kommt dann eine tolle Mischung aus klassischen und neuen Gerichten, die in den allermeisten Fällen leicht nach zu kochen sind.

Buecher 008

Jedes der Kapitel wird von einer eigenen Einleitung begonnen, in der beschrieben wird, was die jeweilige Mahlzeit für den Tagesablauf bedeutet und welchen Stellenwert sie hat. Immer wieder werden hier auch persönliche Erinnerungen mit dem Leser geteilt, was ich sehr schön finde. Wenn man sich die Zeit nimmt, all diese Einleitungen und auch die kleinen Einleitungstexte zu den jeweiligen Rezepten zu lesen, erfährt man viel über die Autorin, über die israelische (Ess-)Kultur und kann so ganz in das Leben eintauchen (zumindest in Gedanken).

Die Rezeptauswahl ist riesig: Es gibt alle Klassiker wie Hummus, Brot in verschiedenen Varianten, Tahinisauce, Fattoush und so weiter und so fort. Aber es gibt auch viele leckere Eintöpfe, weitere Salate und vieles mehr. Es sind über 130 Rezepte in diesem Werk versammelt und das sind deutlich mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Viele Rezepte sind mit schönen Aufnahmen bebildert, darüber hinaus gibt es auch immer wieder Fotografien von Straßen- und Marktszenen.

Die Rezepte sind gut beschrieben: Eine klare Zutatenliste, eine Portionsangabe und gut verständliche Zubereitungsschritte führen zum fertigen Gericht. Die Zubereitungsschritte sind dabei sehr präzise und sollten auch für ungeübtere Köche gut verständlich sein. Da allerdings oft relativ viele Zutaten und Gewürze verwendet werden, sollte eine gut ausgestattete Küche vorhanden sein. Ein Glossar klärt Unklarheiten zu bestimmten Zutaten direkt am Anfang des Buches und ein ausführliches Register hilft beim Finden des passenden Rezeptes.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Harisa: Mal wieder ein schöner, saftiger Grießkuchen. Ich liebe diese orientalischen Süßigkeiten und so war es an der Zeit, mal wieder etwas in diese Richtung zu backen. Das Ergebnis war super, ein einfacher Grieß-Schmand-Kuchen mit leichtem Orangenaroma. Er ist einer Basbousa sehr ähnlich, die ich euch schon einmal vorgestellt hatte: KLICK!

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Hummus: Wenn der Hummus schon im Titel steht, muss er ja toll sein, oder? Von Hummus bin ich ein großer Fan, am Liebsten hätte ich immer welchen griffbereit im Kühlschrank. Um ehrlich zu sein gefiel mir diese Variante nicht ganz so gut – für mich war deutlich zu viel Zitronensaft vorgesehen und ich stehe einfach auf Kreuzkümmel und Hummus ohne Kreuzkümmel schmeckt für mich nicht recht vollständig. Wer mag, findet HIER mein Lieblingsrezept.

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Kürbis-Linsen-Eintopf: Ich bin kein großer Suppenmensch, aber Eintöpfe mag ich zwischendurch mal ganz gern. Hier wird vieles typisch herbstliche vermischt: Kürbis, Möhren, Linsen, warme Gewürze und Suppe. Das Ergebnis konnte uns alle überzeugen.

KuerbisLinsenEintopf2

Mein Fazit: Wer Ottolenghis Bücher liebt, der sollte auch mal in dieses Werk einen genaueren Blick werfen. Beide nehmen die gleiche Küche als Ausgangspunkt für ihre kulinarischen Abenteuer, heraus kommt bei diesem Buch aber viel Bodenständiges. Die Rezepte sind gut nach zu kochen und man wird als Leser richtig mit rein in das Leben vor Ort genommen. Beim Durchblättern findet man immer neue Rezepte, die man auch unbedingt noch ausprobieren muss und so dürfte dieses Buch lange Zeit nicht langweilig werden.

 

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Das Buch „Hummus, Bulgur & Za’atar“ von Rawia Bishara umfasst rund 220 Seiten, kostet 19,99 Euro und ist in der Edition Fackelträger erschienen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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5 Antworten zu Rezension: Hummus, Bulgur und Za’atar

  1. marliesgierls schreibt:

    Du verwöhnst uns mit Deinen Rezensionen, Becky. Humus ist ja auch ein MUSS der veganen Küche, ich tue mich da noch ein bisschen schwer, aber gerade ist mir meine erste Variante gelungen, die auch mir schmeckt, also in das Buch müsste ich mal reinschauen.
    LG MArlies

    • Becky schreibt:

      Vielen Dank, Marlies. Ich dachte, so zur Buchmesse kann man es einmal krachen lassen. 😉
      Tatsächlich, du tust dich mit Hummus schwer? Ich liebe ihn, könnte ich wirklich täglich essen. Woran liegt es denn bei dir? Versuch doch mal meine Version, die ich oben im Text verlinkt habe. Vielleicht schmeckt dir die ja auch…
      LG, Becky

      • marliesgierls schreibt:

        Oh, jetzt habe ich Hummus auch noch falsch geschrieben!!! Aber ich ich mache ihn ähnlich wie Dein Rezept, früher hatte ich Olivenöl dran, ich glaube, das hat mich gestört. Ich esse ja Hummus auch täglich zum Frühstück, bisher hatte mir eine gekaufte Sorte am Besten geschmeckt, aber jetzt habe ich es wohl auch mit dem eigenen geschafft, denn eigentlich mag ich selbst gemachtes viel lieber.
        Lg Marlies

  2. kormoranflug schreibt:

    So wie Du es beschreibst, würde ich mich nicht dafür interessieren, wenn man schon ein paar Bücher des Autors hat. Wahrscheinlich ein neuer Umguss für mehr Absatz.

    • Becky schreibt:

      Vielleicht war es missverständlich, aber dieses hier ist kein Ottolenghi-Buch. Ich wollte mit dem Hinweis im Fazit nur sagen, dass beide Bücher die gleiche Küche als Ausgangspunkt nehmen. Heraus kommen aber deutlich unterschiedliche Interpretationen und Weiterentwicklungen. Ottolenghi ist etwas aufwändiger, hier bei Rawia Bishara ist es eher bodenständig.

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