Rezension: Nordische Lebenskunst

Passend zum immer kühler werdenden Wetter geht es für uns heute mal wieder in den Norden: Die Norwegerin Camilla Jensen zeigt uns ihre „Nordische Lebenskunst“ und stellt uns lauter vegane und vegetarische Gerichte vor.

 

Was mir gut an dem Buch gefällt, ist die deutliche Kennzeichnung der Rezepte, welche vegetarisch, vegan und / oder glutenfrei sind. Für mich ist zwar nur wichtig, dass sie vegetarisch sind (und das sind ja alle, bis auf ein Fischgericht), aber für andere ist diese Kennzeichnung sicher wichtig und hilfreich. Auch die Einleitungsstexte zu den einzelnen Gerichten und die zwischendurch eingestreuten sonstigen kleinen Texte zu konkreten Zutaten finde ich sehr gelungen und sympathisch.

Es gibt ein komplettes Rezepteverzeichnis im Buch, in dem alle Rezepte einzeln aufgeführt werden und gleichzeitig wie oben beschrieben gekennzeichnet sind. Auch ein ausführliches Register gibt es. Was ich allerdings sehr vermisst habe, ist eine Kapiteleinteilung, die das ganze Buch etwas strukturiert. Wenn man sich das Buch genauer anschaut, bemerkt man, dass die Autorin sich grob an den Jahreszeiten orientiert hat und man so einmal durch das ganze Jahr mit ihr reist. Zum Blättern ist diese Strukturlosigkeit schön, aber ich habe keinen roten Faden im Buch gefunden und den vermisse ich etwas.

Norwegen-Polarforschersuppe3

Die Rezeptauswahl ist vielfältig, wirkt auf mich aber gleichzeitig etwas beliebig. Schön finde ich allerdings die Idee, einige (internationale) Klassiker zu nehmen und ihnen einen eigenen Stempel aufzudrücken oder sie an die nordischen Gegebenheiten anzupassen – beispielsweise mit Guacamole und Hummus wird dies gemacht. In diesem Buch werden ganz ausdrücklich nicht einfach nur nordische Klassiker gesammelt, es geht eher darum, was bei Camilla Jensen so auf den Tisch kommt – denke ich.

Alle Rezepte sind sehr übersichtlich mit Zutaten und Zubereitung beschrieben. Bilder gibt es in diesem Buch jede Menge, was großartig zum Blättern ist! Die Bilder stammen alle von der Autorin selbst und zeigen viel Landschaft, Gartenszenen oder ähnliches. Nicht jedes der Rezepte wird von einem passenden Food-Foto begleitet, aber oft ist das nicht ganz so schlimm, weil die Rezepte recht einfach sind und man sich das Ergebnis gut vorstellen kann.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Guacamole goes nordic: Bei diesem Rezept war ich sehr neugierig, aber auch sehr skeptisch… Guacamole liebe ich sehr, am meisten in der klassischen Version. Allerdings konnte ich die Frage, wie man sie mit etwas günstigeren Zutaten etwas strecken könnte, durchaus sehr gut nachvollziehen. Zusätzlich zur Avocado, Knoblauch, Limette und Gewürzen kommen noch Gurke und Apfel mit in die Masse. Das Ergebnis fand ich überraschend lecker. Die Guacamole wird durch die zusätzlichen Zutaten sehr frisch und leicht.

GuacamoleNordic3

Kürbisrisotto: Ein weiteres Kürbisrezept, das ich sofort ausprobieren musste. Recht schnell gemacht, aromatisch und lecker. Allerdings schmeckt man nicht besonders viel Kürbisgeschmack heraus.

Kuerbisrisotto

Polarforschersuppe: Seit ich in Edinburgh vor einigen Jahren eine Ausstellung über Shackletons und Scotts Antarktisexpeditionen besucht habe, schaue ich mir unheimlich gern ihre Bilder an und wir haben hier sogar zwei Pinguine namens Scott und Amundsen – letzteren seht ihr auf dem Bild. Diese Suppe ist Roald Amundsen gewidmet und so musste ich sie natürlich ausprobieren. Es handelt sich um eine recht einfache Linsensuppe, die durch Ingwer, Paprika und ein paar weitere Gewürze aufgemotzt wird. Ich habe (nach dem Fotografieren) noch etwas Tomatenmark hinzu gegeben, so gefiel sie uns noch besser.

Norwegen-Polarforschersuppe4

Mein Fazit: Ich muss ehrlich sagen, dass ich bei diesem Buch etwas zwiegespalten bin: Auf der einen Seite haben die Rezepte alle sehr gut funktioniert und waren einfach umzusetzen. Sie hatten alle einen persönlichen Pfiff, was ich super finde und was in dieser Art lange nicht in jedem Buch der Fall ist. Auf der anderen Seite fehlt mir hier einfach etwas Struktur oder ein roter Faden. Das macht das Buch etwas anstrengend für mich – obwohl dies auch dazu führt, dass man beim Blättern immer wieder etwas Neues entdeckt. Die Bilder hingegen finde ich wieder schön und diese in Kombination mit den netten Einleitungstexten und kleinen Geschichten machen das Buch sehr persönlich und sympathisch.

Ich glaube, an diesem Buch können sich die Geister wirklich scheiden und ob man es mag oder gar nicht, hängt sehr von den persönlichen Vorlieben ab.

 

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Das Buch „Nordische Lebenskunst“ von Camilla Jensen umfasst rund 230 Seiten, kostet 24,90 Euro und ist im Verlag Freies Geistesleben erschienen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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2 Antworten zu Rezension: Nordische Lebenskunst

  1. Pingback: Norwegen: Polarforschersuppe | Cooking around the world

  2. marliesgierls schreibt:

    Das klingt wieder einmal interessant, Becky. Und was Du nachgekocht hast, erscheint mir auch gut, aber wo soll ich mit den ganzen Kochbüchern hin? Wer schenkt sie mir? Die Auswahl ist einfach riesig, und ich finde es bewundernswert, wie Du Dich da durchkochst. So kann ich bei Bedarf bei Dir nachschlagen.
    Liebe Grüße Marlies

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