Rezension: Yemek

Heute startet die Woche der Frankfurter Buchmesse! Für viele Buchverrückte ist diese Messe eines der Highlights im ganzen Jahr und auch ich wäre gern vor Ort gewesen. In der letzten Zeit flatterten einige nette Einladungen in mein Postfach, die Messe wäre also bestimmt spannend geworden. Ich hätte auch gern einige Menschen aus den Verlagen persönlich kennengelernt. Da es dieses Jahr aber leider nicht geht, möchte ich diese Woche mit euch einfach trotzdem besonders begehen: Alles soll sich deshalb hier um Bücher drehen und so habe ich in der letzten Zeit viele Bücher gewälzt und Rezepte nachgekocht und –gebacken, sodass es nun für jeden Tag der Woche eine Rezension geben wird. Ich hoffe, ihr freut euch darüber! Und wer noch mehr Rezensionen haben möchte, sollte unbedingt auch auf meinem anderen Blog vorbei schauen, dort gibt es ebenfalls jeden Tag eine neue Rezension: KLICK!

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Bei manchen Büchern springt sofort der Funke über, kennt ihr so etwas? Dass ich die türkische Küche liebe, ist kein Geheimnis, aber es gibt eben trotzdem immer wieder Unterschiede. Heute möchte ich euch das Buch „Yemek“ vorstellen. Darin hat das Autorentrio Isabel Lezmi, Lisa Rienermann und Veronika Helvacioğlu Gerichte, Anekdoten und vor allem auch viele Bilder aus Istanbul gesammelt und zu diesem tollen Buch zusammengeführt.

Yemek

Besonders an diesem Kochbuch ist die Aufteilung der Kapitel: Die Rezepte sind aufgeteilt nach den verschiedenen Tageszeiten und den klassischen Gerichten zu diesen Zeiten. Beachtung finden dabei:

  • Morgen
  • Mittag
  • Nachmittag
  • Abend
  • Nacht

BananenbrotLahmacun 022

Alle Rezepte werden noch fröhlichen, hellen Bildern begleitet, die meisten davon zeigen auch das Gericht selbst. Die Zutatenlisten sind gut und übersichtlich, die Zubereitungsschritte sehr genau aufgeschrieben, sodass keiner Probleme bei der Umsetzung bekommen sollte. Zusätzlich gibt es eine Zeitangabe für die Zubereitung, eine Einteilung des Schwierigkeitsgrades (in 3 Stufen) und Kombinationsvorschläge zu jedem Gericht. Das wirkt alles sehr durchdacht und hilfreich. Ganz besonders gelungen finde ich übrigens die Kapiteleinführungsseiten: Jeweils eine Doppelseite ist dafür reserviert und jedes Mal wurde aus bestimmten Zutaten wie Melonen, Sonnenblumenkernen oder ähnlichem ein Mosaik gelegt. Der Stil ist ähnlich dem Buchcover und diese Seiten sind großartig gestaltet.

Das Buch ist zwar mit seinen 160 Seiten nicht besonders dick, dafür aber voller Bilder, Rezepte, Geschichten zu den Gerichten, Vorstellung spezieller Zutaten, Anekdoten zu besonderen Menschen aus der Stadt und vielem mehr. Es gibt Rezepte für die Klassiker wie Menemen, Manti, Mücver, Gözleme, Pide oder Imam Bayildi, aber auch einige andere feine Gerichte, die man hier vielleicht noch nicht ganz so kennt. Immer wieder besonders gut gefällt es mir, wenn sowohl die Originalnamen, als auch eine deutsche Übersetzung pro Rezept angegeben werden. Das ist auch hier der Fall und so kann man sich leicht in beiden Sprachen zurecht finden.

Olivenkringel4

Landestypische Zutaten, die in Deutschland schwer zu beschaffen sind, werden in manchen Rezepten verwendet, aber das hält sich sehr stark in Grenzen. Hilfreich ist der Glossar am Ende des Buches, indem diese Zutaten kurz vorgestellt werden, inklusive Alternativvorschlägen, falls man dringend ein Rezept ausprobieren möchte, ohne eine vorherige Fahrt zum türkischen Supermarkt. Vor allem Sumach und Pul biber werden oft verwendet, diese beiden Gewürze hat man also praktischerweise im heimischen Gewürzschrank, das meiste andere bekommt man im örtlichen Supermarkt.

Vegetarische Rezepte gibt es sehr viele. Zwar ist das Buch nicht rein vegetarisch, aber da die türkische Küche traditionell schon sehr gemüselastig hat, halte ich dieses Buch auch für sehr geeignet für Vegetarier.

 

Bereits ausprobierte Rezepte:

Zeytin ezmesi (Olivencreme): In meinen Augen die türkische Version von Tapenade: (Schwarze) Oliven werden mit Knoblauch, Olivenöl und einigen Gewürzen püriert. Anders als bei der französischen Version kommt hier noch Sumach in die Creme, was ihr eine angenehme Säure verleiht. Sehr lecker und eignet sich auch gut als Brotaufstrich.

Olivencreme

Zeytin ezmeli açma (Olivenkringel): Hefegebäck, gefüllt mit Olivencreme, muss man dazu noch mehr sagen? Für mich persönlich die perfekte Kombination. Der Kringel ist sehr saftig und samtig, die Füllung gibt ein tolles Aroma dazu. Einfach gut!

Olivenkringel2

Firin sütlaç (Ofenmilchreis): Milchreis ist wohl in vielen Kulturen ein Seelentröster, so auch in der Türkei. Außerdem haben die Türken eine große Schwäche für Milchpudding. Dieser Milchreis wird erst im Topf gekocht und dann im Ofen gebacken, sodass eine karamellige Kruste entsteht. Meine Formen waren leider nicht hoch genug und so richtete der Milchreis im Ofen eine ziemliche Sauerei an, seid vorsichtig, wenn ihr so etwas backt! Geschmacklich übrigens top und danke Zimt und Rosenextrakt sicherlich auch toll für den Herbst und Winter.

Cevizli lahmacun (Nusspizza): Pizza geht hier immer und nachdem ich in Susannes Rezension dieses Buches bereits von dieser tollen Pizza gelesen hatte, war klar, dass sie ganz mit nach oben auf die Nachmachliste musste. Das hat sich gelohnt! Knuspriger, dünner Teig, ein aromatischer Belag mit genau der richtigen Menge an Nüssen und Gemüse. Mir gefiel die leichte Schärfe dabei auch sehr gut.

BananenbrotLahmacun 025

Mein Fazit: In dieses Buch habe ich mich irgendwie auf den ersten Blick verguckt. Es ist tatsächlich wie ein Ferientag in Istanbul und ich könnte mich sofort durch das ganze Buch kochen. Die Aufmachung ist in meinen Augen sehr gelungen, die Rezepte funktionieren super und die Ergebnisse sind großartig. Dies ist meiner Meinung nach ein tolles Buch für jemanden, der sich für die türkische Küche interessiert, die Zubereitungen sind super beschrieben und so werden auch Anfänger Freude mit diesem Buch haben. Die Klassiker sind enthalten, aber auch einige Neuentdeckungen.

Isabel, eine der drei Autorinnen, führt übrigens auch einen Blog, der leider im Moment nicht so intensiv geführt ist, aber vielleicht kommt sie ja bald wieder. Schaut doch mal bei ihr vorbei, dort gibt es auch einige Einblicke in das Buch.

 

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Das Buch „Yemek“ von Isabel Lezmi, Lisa Rienermann und Veronika Helvacioğlu umfasst rund 160 Seiten, kostet 17,95 Euro und erschien bei edel.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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2 Antworten zu Rezension: Yemek

  1. Anna C. schreibt:

    Hätte ich nicht schon mehrere türkische Kochbücher, ich käme glatt in Versuchung!

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