Georgien: Gefüllte Auberginen mit Chatschapuri

Bereits ziemlich am Anfang unserer Weltreise hatten wir einen Abstecher nach Georgien gemacht. Auch wenn ich die Bilder von diesem ersten Beitrag etwas gruselig finde, kann ich den Aussagen dort noch immer voll zustimmen: Das Land und seine Küche sind sehr faszinierend, wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet in dieser Länderküche eine so große vegetarische und vegane Tradition gibt? Als Melli fragte, ob jemand interessante Tipps hätte, wohin man kulinarisch, vegetarisch reisen könnte, schlug ich ihr Georgien vor und diesen Monat sammelt sie deswegen lauter georgische Rezepte auf ihrem Blog. Ehrensache, dass ich mit von der Partie bin!

Mitgebracht habe ich euch zwei Klassiker: Gefüllte Auberginen mit einer Walnusspaste und dazu gibt es Chatschapuri.

Schon bei dem ersten Chatschapuri war ich begeistert von dieser georgischen Beilage – wer könnte schon etwas gegen knusprigen Teig sagen, der Käse umhüllt? Heute habe ich euch eine andere Variante des Käsebrotes mitgebracht und ich muss sagen: Es schmeckte uns noch viel besser! Dieses Mal gibt es runde Chatschapuri, die platt gedrückt werden, im Ofen backen und mit ein wenig Butter bestrichen werden. Herauskommt ein saftiges, käsiger Hefegebäck. Übrigens gibt es gar nicht DAS Chatschapuri, vielmehr gibt es verschiedene Sorten. Das, was ich euch heute präsentieren möchte, heißt Imeruli – es ist rund, wird im Ofen gebacken und hat Käsefüllung im Inneren versteckt. Und weil ich die georgische Schrift so hübsch finde, einmal auf Georgisch: იმერული ხაჭაპური

Was es dazu gab, war aber noch viel großartiger! Auberginen finde ich klasse, wie ich euch in den letzten Wochen ja schon einige Male erzählte, aber in dieser Art und Weise wie in diesem Rezept hatte ich sie noch nie probiert: Die Auberginen werden gebraten und dann gefüllt mit einer Paste aus Walnüssen, Knoblauch, Zwiebeln und einigen Gewürzen. Darauf kommt noch ordentlich Petersilie und wer mag, kann zusätzlich Granatapfelkerne darauf verteilen. Das Ganze wird dann kalt serviert und schmeckt unbeschreiblich gut. Wenn ihr Auberginen und Walnüsse mögt, probiert unbedingt dieses Gericht aus! (Einziges Manko: Die Zubereitung ist ein bisschen zeitaufwendiger als die sonstigen Rezepte hier.)

Ich falle jedes Mal wieder darauf herein, wie unglaublich satt die Chatschapuri machen. Für zwei Personen reicht die Hälfte des Chatschapuri Rezeptes und das komplette Auberginenrezept locker aus. Kalt schmecken die Käsebrote aber ebenfalls sehr fein, wenn ihr etwas zu viel davon macht, ist das also auch nicht schlimm.

 

Kommen wir zuerst zum Rezept die Chatschapuri:

Zutaten:

Für den Teig:

500 g Mehl

100 ml Milch, zimmerwarm oder leicht handwarm erwärmt

1 Ei, zimmerwarm

1/2 EL Trockenhefe

25 ml Olivenöl

Etwa 100 ml Wasser, handwarm

Für die Füllung:

2 Eier

30 g Butter

250 g Mozzarella

350 g Feta

Zusätzlich etwas Butter zum Bepinseln

1-3 Backbleche, ausgelegt mit Backpapier

Zubereitung:

  • In eine Rührschüssel das Mehl, die Milch, das Ei, die Trockenhefe und das Olivenöl geben. Mit der Hand oder den Knethaken des Handmixers beginnen, den Teig zu kneten. Das Ganze wird vermutlich noch zu trocken sein, also nach und nach die benötigte Menge an Wasser hinzu geben. Den Teig gut durchkneten, bis er nicht mehr an den Händen klebt und schön glänzt. Mit einem sauberen Geschirrhandtuch bedecken und an einem warmen, nicht zugigen Ort etwa eine Stunde gehen lassen. Danach sollte der Teig sich deutlich vergrößert haben.

Die Füllung in der Zwischenzeit vorbereiten:

  • Dafür die Eier mit der Butter in eine Schüssel geben und vermischen – damit das noch leichter geht, könnt ihr die Butter vorher auch schmelzen, dann aber vorsichtig sein, dass die Butter erst wieder etwas abkühlt und nicht heiß zu den Eiern kommt. Den Käse in kleine Stücke schneiden oder krümeln und alles vermischen.

(Zu diesem Zeitpunkt könnt ihr auch gut mit den Auberginen beginnen, vlg. unten.)

  • Den Backofen auf 200 °C vorheizen.
  • Nach der Gehzeit den Teig noch einmal kurz durchkneten und in 3 gleich große Stücke teilen. Das erste Stück auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen, ein Drittel der Füllung darauf geben, die Enden zusammennehmen und so einen kleinen Sack formen. Die Enden gut zusammendrücken, das Ganze umdrehen, sodass die Enden unten auf der Arbeitsfläche liegen und den Chatschapuri vorsichtig mit den Händen oder einem Nudelholz platt drücken. Dabei müsst ihr aufpassen, dass die Füllung gleichmäßig im Inneren verteilt wird und nichts reißt. Den Fladen auf das Backblech setzen und im vorgeheizten Backofen etwa 15 – 20 Minuten backen, bis die Oberfläche schön goldbraun ist. Dann aus dem Ofen nehmen und sofort mit etwas Butter bepinseln – ich habe einfach mit einem Pinsel etwas Butter aufgenommen und bin damit über die Oberfläche gefahren, durch die Hitze schmilzt die Butter dabei sofort.
  • Die restlichen beiden Teigteile ebenso verarbeiten und nacheinander backen. Am besten warm servieren, kalt schmecken sie aber ebenfalls sehr gut.

 

Und nun zum Rezept für die gefüllten Auberginen:

Zutaten:

2 Auberginen

Salz zum Salzen der Auberginen

1 Zwiebel

2 Knoblauchzehen (je nach Geschmack auch mehr oder weniger)

200 g Walnüsse (geschält gewogen)

1 TL Essig (keinen Balsamico)

Salz, Pfeffer, Paprika, Koriander, Petersilie nach Geschmack

Öl zum Braten

Optional: Granatapfelkerne

1 Mixer, Pürierstab geht zur Not auch

Zubereitung:

  • Die Auberginen waschen, den Strunk abschneiden und längst in etwa 4-6 Scheiben schneiden. Großzügig mit Salz bestreuen und für 20 Minuten ruhen lassen – dabei tritt einiges an Wasser aus, beachtet das bei eurer Wahl der Form oder des Ortes!
  • In der Zwischenzeit die Zwiebel und die Knoblauchzehen schälen und in grobe Stücke schneiden.
  • Die Walnüsse in den Mixer geben und zerkleinern, aber nicht zu Mus mixen. Dann in eine Schüssel geben. Die Zwiebel, den Knoblauch und die Kräuter in den Mixer geben und ebenfalls einmal ganz kurz mixen, dadurch erhält man sofort ein Mus, wer das nicht möchte, kann es auch fein hacken. Alle Zutaten für die Creme gut vermischen und nach Geschmack würzen.
  • Die Auberginen nach der Ruhezeit kurz abwaschen, damit das Salz weggeht und trocken tupfen.
  • Ein oder mehrere Pfannen (dann geht es natürlich schneller) erhitzen und die Auberginenscheiben in Öl braten, bis sie gut Farbe bekommen haben und weich sind. Dann auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen. Alle Scheiben braten.

Dann geht es ans Füllen:

  • Auf eine Auberginenscheibe an der dickeren Stelle etwas von der Füllung geben, die leere Hälfte darüber klappen und darauf noch einmal etwas Füllung geben. Die Aubergine auf eine Servierplatte o.ä. legen. Alle Auberginen so füllen, nach Belieben mit gehackter Petersilie und Granatapfelkernen bestreuen und kalt servieren.

ღმერთმა შეგარგოთ !

 

Bei dem Rezept für diese Chatschapuri und die Auberginen habe ich mich an Rezepten von Georgia About und Georgian Recipes orientiert.

 

Vegetarische Weltreise - Georgien

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15 Antworten zu Georgien: Gefüllte Auberginen mit Chatschapuri

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  4. mehlstaub&ofenduft schreibt:

    Das klingt alles soo lecker, Auberginen, Walnüsse gefülltes Brot! Perfekt!

  5. tomateninsel schreibt:

    Hi Becky,
    da hast du dir wirklich was tolles für meine Weltreise einfallen lassen! Vielen Dank. Ist noch ein Tellerchen übrig, das ich mir stibitzen könnte? 😉
    LG Melli

  6. Liebe Becky, du bist ja fleißig am Ausprobieren zur Zeit. Optisch wirkt die Küche Gregoriens auf mich wie gute Hausmannskost, aber geschmacklich klingt das absolut toll! Wie viele Tage hält sich das Käsebrot denn? Schmeckt bestimmt auch mit kleinem Salat, wenn die Auberginen schon aufgefuttert sind. Liebe Grüße, Katharina

  7. hungryjoey schreibt:

    Oh ich liebe Auberginen!! Stelle mir die Kombination auch sehr lecker vor 😉 LG kathi

    • Becky schreibt:

      Wenn du Auberginen liebst, musst du diese Variante unbedingt mal probieren, sie ist wirklich noch viel besser, als man vermutet. 🙂
      LG, Becky

  8. marliesgierls schreibt:

    Wunderbar! Aubergine und Walnuss zusammen kann ich mir sehr, sehr lecker vorstellen und werde es bald ausprobieren, lieben Dank fürs Rezept, Das Käsebrot sieht auch verführerisch aus, aber ich lebe ja vegan.
    Lg Marlies

    • Becky schreibt:

      Die Auberginen waren aber auch wirklich großartig, probiere sie unbedingt aus und berichte – gern mit Bild, ich möchte eine Nachgemacht-Galerie aufbauen. 🙂
      Chatschapuri auf vegan ist wirklich schwierig… Hm…
      LG, Becky

  9. Anna C. schreibt:

    also das liest sich ganz wunderbar- und dass das alles sehr satt macht glaube ich sofort. Super-gesund ist es noch dazu!

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