Rezension: In 80 Gerichten um die Welt

Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Phileas Fogg und seinem treuen Dinner Passepartout, die sich aufgrund einer Wette auf eine Reise um die Welt machen. 80 Tage haben sie dafür Zeit und erleben unterwegs lauter Abenteuer, laufen allerdings vor allem auch immer der Zeit hinterher und davon.

In 80 gerichten um die Welt

David Loftus hat diese Geschichte von Jules Verne als Grundlage für sein eigenes Werk genommen. Er präsentiert, der Originalstrecke von Fogg genau folgend, kulinarische Besonderheiten. Das allein wäre schon eine tolle Idee, aber er setzt sie nicht allein um, sondern hat sich prominente Mitstreiter gesucht: Viele seiner (berühmten) Kochfreunde haben Gerichte zu diesem Buch beigesteuert: Jamie Oliver ist nicht nur mit dem Vorwort, sondern gleich mit mehreren Rezepten mit von der Partie, aber auch Heston Blumenthal, April Bloomfield, Nigella Lawson, Rachel Khoo und viele andere steuern Rezepte bei.

Heraus kam hierbei eine tolle Sammlung authentischer Rezepte aus Frankreich, Ägypten, dem Nahen Osten, Indien, Singapur, Hongkong, Yokohama, San Francisco, New York, von der Atlantiküberquerung und schließlich aus Großbritannien. Ich finde es in diesem Falle absolut positiv, dass der Versuchung widerstanden wurde, das Buch einfach „In 80 Gerichten um die Welt“ zu nennen, sich allerdings nicht an die Reiseroute zu halten. Selbstverständlich wäre dadurch möglicherweise eine noch vielfältigere Auswahl entstanden, aber dieses Konzept, sich an Jules Verne sehr genau zu orientieren, gefällt mir noch besser.

Indisches Dhal mit Chapati

Indisches Dhal mit Chapati

Die Bilder – die es von jedem Gericht, Gebäck und Drink gibt – sind sehr stimmig und gelungen. Auch einen Einleitungstext begleitet jedes Rezept, teilweise nehmen sie Bezug auf Phileas Fogg und seine Reise, teilweise beschäftigen sie sich mit der Geschichte des Rezeptes oder auch dem Geschmack oder ähnlichem. Zusätzlich ist das Buch in grobe Kapitel nach Kontinenten oder großen Reiseabschnitten eingeteilt. Zu jedem dieser neuen Abschnitte gibt es ein ausführliches Zitat aus „In 80 Tagen um die Welt“, was den Eindruck erweckt, dass man tatsächlich auf einer Reise mit den beiden Helden ist.

Es gibt nur einen kleinen Wermutstropfen: Das Buch ist sehr fleischlastig. Es gibt zwar süßeGebäcke, die alle vegetarisch sind, Drinks und auch einige vegetarische Gerichte. Allerdings überwiegt deutlich der Anteil von Gerichten, in denen Fisch oder Fleisch verwendet wird. Das ist als Vegetarier sehr schade und etwas demotivierend, wenn man durch das Buch blättert.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Masoor Dhal: Ein einfaches Linsengericht, das dank der Verwendung roter Linsen auch noch schnell gemacht ist. Sehr lecker! Aber unbedingt darauf achten, das Dhal wirklich durch zu kochen, dann wird es noch viel leckerer.

Indien - MasoorDhal1

Ful Mudammas: Ein Foul von Ottolenghi hatte ich euch ja schon einmal vorgestellt, dieses hier ist im Prinzip ganz ähnlich: Dicke Bohnen, Knoblauch, Öl und Gewürze werden gemischt und je nach Belieben mit der Gabel vor dem Verzehr zerdrückt. Das Ergebnis war ok, hat uns aber nicht wirklich überzeugt.

Agypten-FulMudammas

Bellini: Den berühmten Cocktail von Giuseppe Cipriani genießen die beiden Helden nach gewonnener Wette. Er besteht aus püriertem Pfirsich und Sekt und besticht durch seine hübsche Farbe.

Bellini 008

Mein Fazit: Mir gefallen das Konzept und die Umsetzung des Buches ausgesprochen gut! Man hat das Gefühl, man befände sich mit auf der Reise von Fogg und Passepartout und schlemmt sich mit ihnen durch die Welt. Die Dichte von (britischen) Starköchen ist enorm hoch und so wundert es mich noch mehr, dass dieses Buch recht wenig Beachtung erfahren hat. Die Bilder sind klasse, alle ausprobierten Rezepte gelangen und ich kann dieses Buch nur jedem kulinarischen Weltentdecker sehr ans Herz legen!

 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Buch „In 80 Gerichten um die Welt“ von David Loftus ist bei National Geographic erschienen. Es umfasst fast 300 Seiten und kostet 29,95 Euro.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Rezension: In 80 Gerichten um die Welt

  1. Pingback: Rezension: Das Paris-Kochbuch | Cooking around the world

  2. Anna C. schreibt:

    Ich hab das Buch mal verschenkt und fand es auch sehr ansprechend- zu den Zeiten damals war Vegetarismus wohl noch kaum verbreitet, so denke ich zumindest….hab den Bourbon Pecan Pie gebacken und ein Riesen-Lob geerntet, jemand meinet „der beste Kuchen den sie je gegessen hat“.

  3. Bloody schreibt:

    Das hört sich ja wirklich interessant an! Ich mag es, Gerichte aus anderen Ländern zu kochen… und die Idee des Buches finde ich ebenfalls super! 🙂
    Vlg Bloody

    • Becky schreibt:

      Das freut mich sehr, vielleicht findest du hier ja noch das ein oder andere, was du gern ausprobieren möchtest. Lass es mich wissen. 🙂
      LG, Becky

  4. anneinsideoffice schreibt:

    Dhal ist immer lecker, meine Familie liebt es auf jeden Fall…

Möchtest du mir deine Meinung mitteilen? Ich freue mich über jeden Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s