Rezension: Die Küche der Frauen

Als ich gerade über die Einleitung zu diesem Text nachdachte, habe ich mich gefragt, ob es eigentlich eine Kultur irgendwo auf der Welt gibt, in der traditionell eher die Männer kochen… Mir ist jetzt nicht wirklich etwas eingefallen, aber vielleicht habt ihr eine Idee?

Wie dem auch sei, heute habe ich euch eine Buchvorstellung mitgebracht zu einem Buch mit dem Titel „Die Küche der Frauen“, darin werden 100 Rezepte von 20 Frauen aus 20 Ländern aus der ganzen Welt vorgestellt. Jede Frau wird kurz auf einer Doppelseite vorgestellt, anschließend präsentiert sie uns ihre Gerichte. Die Auswahl der Länder finde ich super, denn es sind nicht nur die Klassiker (wie Frankreich, Italien, Deutschland, USA, China, Marokko, Australien etc.) dabei, sondern auch mal wirkliche Exoten wie Armenien, Antillen, Chile, Senegal oder Mauritius.

Bilder von den Gerichten gibt es keine, dafür gibt es im ganzen Buch viele schöne Graphiken. Speziellere Zutaten, die eventuell nicht jeder kennt, werden direkt in der Zutatenliste des jeweiligen Rezeptes mit einem kleinen Stern gekennzeichnet. Dieser Stern verrät, dass diese Zutat im Glossar vorgestellt wird. Das finde ich klasse, denn so braucht man nicht umsonst hin und her blättern. Spezielle Zutaten werden verwendet und die Rezepte sind nicht künstlich auf westlich getrimmt worden. Wo ich Nigari, Baumohren, Trockenfischbrösel, Tchoukou oder Cive herbekommen könnte, wüsste ich zwar jetzt so spontan nicht, aber trotzdem macht genau das auch den Reiz des Buches aus und die meisten Rezepte kommen durchaus ohne solche Zutaten aus und können leicht nachgemacht werden.

Kochen 003

Alle Rezepte werden mit ihrem Originalnamen und einer deutschen Übersetzung vorgestellt, was ich super finde! Gerade wenn man einige Rezepte unter dem Originalnamen kennt, finde ich deutsche Übersetzungen oft verwirrend. Auf der anderen Seite sind Originalnamen, die man nicht kennt, meist ziemlich unverständlich und da sind Übersetzungen einfach super, um eine schnelle Idee zu bekommen. Die Kombination auf beiden Beschreibungen finde ich deswegen optimal.

 

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Baba Ghannouj: Auberginen werden im Ofen geröstet, danach von der Haut befreit und mit Tahini, Knoblauch und Gewürzen püriert. Heraus kommt hier eine sehr knoblauchlastige Creme, die man gut zu frischem Brot essen kann. Man konnte das Ergebnis gut essen, täglich bräuchte ich es aber nicht. Aus dem syrischen Teil des Buches.

Syrien-BabaGhanouj

Zaalouk: Die marokkanische Auberginencreme mit einigen Tomaten und Knoblauch überzeugte. Die Zubereitung benötigt eine Weile, durch das Grillen der Auberginen, geschmacklich ist das Ergebnis aber super.

Kochen 084

French Garlic Bread: Gut, ich gebe zu, dass dies jetzt keine wirklich neue Erfindung ist: Baguette wird mit einer Knoblauch-Petersilien-Butter gefüllt und gebacken. Aus Ozeanien dürfte diese Sache auch nicht unbedingt ursprünglich kommen, was man ja schon am Namen sieht. Aber: Das Ganze schmeckt einfach gut und ich nahm das Buch zum Anlass, mal wieder Kräuter-Baguette zu machen.

Kochen 119

Vegetable Custard: Aus den USA kommen diese Gemüsetörtchen / Gemüse-Omelett. Hier werden Zucchini, Tomaten, Crème Fraîche, Eier und Gewürze gemischt und gebacken. Einfach und lecker! Dazu passt beispielsweise das Brot von oben gut.

VegetablesCustard 011

Mein Fazit: Das Konzept und die Umsetzung des Buches finde ich sehr gelungen. Es gibt in diesem Buch viele kleine Geschichten und Rezepte aus aller Welt und man hat wirklich das Gefühl, dass man den Frauen über die Schultern schauen kann. Sehr empfehlenswertes Buch! Allerdings wohl nicht für Anfänger geeignet, da nicht immer jeder kleine Schritt erklärt wird und es auch keine Bilder vom fertigen Gericht gibt.

 

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Das Buch „Die Küche der Frauen – 100 Rezepte aus fünf Kontinenten“ von Cécile Maslakian und Silke Klemt umfasst knapp 200 Seiten, ist im Gerstenberg Verlag erschienen und kostet 19,95 Euro.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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8 Antworten zu Rezension: Die Küche der Frauen

  1. Pingback: Syrien: Baba Ghannouj (Auberginencreme mit Tahini) | Cooking around the world

  2. Pingback: Marokko: Zaalouk (Auberginencreme) | Cooking around the world

  3. Susanne schreibt:

    Ich habe dieses Buch in einer alten Auflage – da gibt es Bilder, von den Frauen und auch von den Gerichten. Das Buch mag ich sehr…..mein Exemplar ist vom Benutzen schon etwas mitgenommen…

    • Becky schreibt:

      Bilder von den Frauen gibt es tatsächlich auch in diesem, das war vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt im Text. Ich finde das Buch auch super, die Vielfalt ist toll und die Gerichte haben bis jetzt auch alle funktioniert.

  4. kormoranflug schreibt:

    In der Karibik kochen oft nur Männer zusammen. eine alte Tradition aus der Sklavenzeit.

  5. anneinsideoffice schreibt:

    Da kriegt man gleich Hunger, bzw das Wasser läuft mir im Mund zusammen.

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