Kenia: Matoke-Stew mit Chapati (Gastbeitrag)

Heute wird ein weiterer weißer Fleck auf unserer Landkarte eingefärbt und auf diese Station habe ich mich schon länger sehr gefreut: Caro, von CaroKocht, hat nämlich gerade einige Monate in Kenia gelebt und so bot es sich an, dass nicht nur ich bei ihr einen Gastbeitrag schreibe (das iranische Auberginen-Kuku), sondern sie uns ebenfalls etwas aus ihrer zeitweiligen Heimat vorstellt. Was sie im Gepäck hat und was die ostafrikanische mit der indischen Küche zu tun hat, erzählt sie euch nun am besten selbst.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Matoke-Stew mit Chapati

Hey, ich bin Caro und blogge normalerweise auf CaroKocht. Heute habe ich aber die große Ehre meinen ersten Gastbeitrag schreiben zu dürfen – hier bei der lieben Becky. Ich lese ihre beiden Blogs furchtbar gerne und bin begeistert, mit welchem Ehrgeiz und welcher Konsistenz fast täglich neue Rezepte auf ihren Blogs landen. Außerdem Blog-Events, Buch-Rezensionen, Themenwochen – von allem etwas! So ist es auch nicht verwunderlich, dass mein Rezept für Beckys Blog-Event zur Fußball-WM 2014 auch mein erster Event-Beitrag überhaupt war. Und heute nun schon wieder eine Premiere!

12 - MatokeStewmitChapati

Auf CaroKocht berichte ich am liebsten über saisonale Küche. Ich habe aber auch eine riesige Schwäche für Süßigkeiten, insbesondere Schokolade, somit finden sich auch Pralinen und allerlei süßes Gebäck auf meinem Blog. Gerne würde ich noch regelmäßiger Beiträge veröffentlichen, aber leider schreibe ich viel zu viel und gern, als dass das immer so eben auf die Schnelle ginge. Zudem lebe ich momentan in Kenias Hauptstadt Nairobi, wo ich seit einigen Monaten Forschung für meine Masterarbeit betreibe. Darum war das mit dem Bloggen in den letzten Monat leider nicht immer ganz so einfach.

Und da die kulinarische Rundreise bisher noch nie nach Kenia geführt hat, dachten Becky und ich, es wäre doch höchste Zeit, da mal was dran zu ändern! Darum darf ich euch heute eins meiner Lieblingsgerichte hier in Kenia vorstellen: Matoke-Stew – eine Art Kochbananen-Eintopf – und Chapati. Auch wenn ihr bei Chapati vermutlich sofort an Indien denkt, sind diese Teigfladen hier neben Ugali (Maisbrei, der irgendwie an fade Polenta erinnert und leider absolut gar nicht mein Ding ist) eine der Standard-Beilagen, die man serviert bekommt. Die starken indischen Einflüsse in der kenianischen bzw. ostafrikanischen Küche sind bedingt durch die hohe Anzahl an Indern, die hier leben. Gegen Ende des 19 Jahrhunderts gab es nämlich sehr große Einwanderungsströme für den Bau der Eisenbahn in Uganda. Somit ist auch das Gericht, das ich euch heute vorstelle, eine Mischung aus ostafrikanischer und indischer Küche.

07 - Chapatigestapelt

Kenianische Chapati

Zutaten (für ca. 8 Stück)

  • 2 Tassen Vollkornmehl
  • ½ TL Salz
  • ¼ TL Zucker
  • 270-300 ml Wasser
  • 1-2 große Blätter Mangold [alternativ: Spinat, 1 geriebene Karotte o. Zucchini, 1 Bund glatte Petersilie, Meethi (frischer Bockshornklee)]
  • 3 EL geschmolzene Butter
  • Etwas neutrales Öl zum Ausbacken

Zubereitung

Mehl, Salz und Zucker in einer großen Schüssel mischen. Nun zunächst 270 ml Wasser dazugeben und zu einem homogenen Teig verkneten. Falls nötig etwas mehr Wasser dazugeben. Den Mangold fein hacken und zusammen mit der Butter zum Teig geben und alles gut verkneten. Abdecken und mind. 1 Stunde ruhen lassen.

Den Teig nochmal kurz durchkneten. Dann in acht gleiche Stücke teilen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz auf circa. 15-20 cm Durchmesser ausrollen.

Etwas Öl auf ein Blatt Küchentuch geben und einen Comal oder eine große flache Pfanne damit leicht einfetten. Bei kleiner bis mittlerer Hitze nun einen Chapati-Fladen nach dem anderen ausbacken. Dazu einen Chapati auf den Comal legen und warten bis der Teig anfängt leichte Bläschen zu werfen. Wenden und mit ca. ¼ TL Öl bestreichen (nur gerade so viel, dass die Oberfläche ein wenig glänzt). Erneut wenden und auch die andere Seite mit Öl bestreichen. Nochmals wenden. Am Ende sollten eure Chapati von beiden Seiten goldbraun sein. Mit dem Öl braucht es pro Seite nicht länger als ca. 30 Sekunden, geht also sehr schnell sofern eure Pfanne heiß genug ist. Zwischen jedem Chapati mit einem Küchentuch einmal kurz überschüssiges Öl und eventuelle Teigrests wegwischen. Die fertigen Chapati kann man auf einem mit Küchenrolle ausgelegten Teller stapeln. Sie lassen sich wunderbar lagern, wieder aufwärmen, als Wraps zweckentfremden etc. – zum Verwenden dann einfach kurz in einer Pfanne oder in der Mikrowelle wieder aufwärmen.

06 - Chapatifertig

Matoke Stew

Zutaten (für ca. 4 Personen)

  • 7-8 Matoke (Kochbananen)
  • 1 EL Öl
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 cm Ingwer
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 große Tomaten
  • 1 Tasse Brühe (ca. 240 ml)
  • 1-2 TL Masala-Gewürzmischung (optional)
  • Etwas frischer Koriander und/oder Meethi

Zubereitung

Die Matoke schälen – im Gegensatz zu normalen Bananen, kann man Kochbananen nicht einfach pellen, da zu viele Fasern an der Frucht hängenbleiben. Da hilft nur ein scharfes Messer! Die Matoke nun in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. An der Luft würden die geschälten Kochbananen extrem schnell braun werden.

10 - Matoke2

Eine Zwiebel schälen und fein würfeln. Den Ingwer sowie den Knoblauch schälen und beides fein reiben. Die Tomaten fein würfeln.

In einem Schmortopf 1 EL Öl erhitzen. Die Zwiebel darin glasig dünsten. Nun geriebenen Knoblauch und Ingwer hinzugeben und goldig anbraten. Dann die Tomatenwürfel dazugeben und dünsten bis sie fast vollständig zerkocht sind. Dann die Matoke-Scheiben in den Topf geben und kurz mitdünsten. Nun die Brühe angießen, ggf. Masala-Gewürz dazugeben und bei niedriger Hitze mit Deckel köcheln lassen. Wer sie leicht bissfest mag, kocht sie für 20-25 min, wer sie ganz weich haben will für 30-35 min. Zwischendurch einfach mal probieren. Ich mag sie eher al dente, da sie mich sonst zu sehr an Kartoffeln erinnern. Am Ende noch die frischen Kräuter dazugeben. Wer mag, reibt noch etwas frischen schwarzen Pfeffer aus der Mühle darüber. Fertig!

11 - MatokeStew

Nun die frischen noch warmen Chapati zusammen mit dem Matoke-Stew genießen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Vielen Dank, Caro, für diesen spannenden Gastbeitrag mit den vielen tollen Bildern. Ich werde auf jeden Fall die Augen offen halten und wenn ich mal wieder irgendwo Kochbananen sehe, werde ich gern dein Matoke-Stew ausprobieren!

Dieser Beitrag wurde unter Afrika, Beilagen, Gastpost, Hauptgericht, Herzhaftes Gebäck, Kenia, Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Kenia: Matoke-Stew mit Chapati (Gastbeitrag)

  1. Pingback: Kenianisches Matoke Stew und Chapati | CaroKocht

  2. Das war ja mal ein interessanter Ausflug. Hab gleich wieder was gelernt 😉 Danke, ihr beiden!
    Liebe Grüße Maren

  3. carokocht schreibt:

    Danke liebe Becky, dass ich bei dir zu Gast sein durfte. Es hat mir unheimlich Spaß gemacht, diesen Beitrag zu verfassen und all die Fotos zu schießen. Ich hoffe, dass dir ganz bald mal ein paar Kochbananen über den Weg laufen, denn das Stew schmeckt wirklich ausgezeichnet😉 Auch über dein Auberginen-Kuku habe ich mich sehr gefreut! Danke nochmal und liebe Grüße, Caro

    • Becky schreibt:

      Ich freue mich sehr, dass du bei mir zu Besuch warst. Das Stew sieht wirklich klasse aus und mit Kochbananen wollte ich schon lange mal etwas kochen, das wäre also die optimale Gelegenheit.
      Liebe Grüße, Becky

Möchtest du mir deine Meinung mitteilen? Ich freue mich über jeden Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s