Österreich: Germknödel

Ich wurde in den letzten Tagen ein paar Mal gefragt, wann ich denn mit euch nach Österreich reisen würde. Lustigerweise hatte ich da gerade schon diesen Beitrag fest geplant. Heute also * Trommelwirbel* geht es nach Österreich!

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Was verbindet ihr mit dem kulinarischen Österreich? Apfelstrudel? Sacher Torte? Kaffeehauskultur? Bei mir sind es seit meiner Kindheit Germknödel! Ich liebe die Dinger einfach und würde sie am Liebsten ständig essen. Trotzdem habe ich sie jetzt das erste Mal selbst hergestellt. Warum das so lange gedauert hat? Ich habe keine Ahnung, denn Hefeteig, dämpfen und füllen sind eigentlich keine Sachen, die mich irgendwie abschrecken. Aber trotzdem ist es ja manchmal so, dass man um die Gerichte, die man schon lange kennt und gern mag, einen Bogen macht und gern immer etwas Neues ausprobiert. Jedenfalls geht es mir so.

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Nun gab es also endlich Germknödel und sie waren unheimlich toll! Wenn ihr sie also auch schon viel zu lange nicht mehr (oder sogar noch nie) gegessen haben solltet: Ab an die Rührschüssel oder immerhin gleich auf den Plan für nächste Woche mit diesem Rezept, es lohnt sich! Die kleinen Hefeteilchen brauchen ihre Zeit, aber das meiste davon ist Wartezeit, also lasst euch nicht abschrecken.

Neben den traditionell mit Pflaumenmus gefüllten Germknödeln habe ich auch noch zwei mit einer Mischung aus Erdnussbutter und Schokolade gefüllt. An sich liebe ich diese Kombi und es war auch wirklich lecker, aber ich glaube, bei Germknödeln bleibe ich doch lieber bei Pflaumenmus. Habt ihr schon einmal Germknödel anders gefüllt?

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Und nun noch meine große Frage an alle Österreicher, die dies hier lesen: Was esst ihr zu euern Germknödeln? Für mich gehört zu Germknödel einfach eine Mohn-Zucker-Mischung. Vanillesauce oder Butter? Nein, danke! Aber besonders hier auf Weihnachtsmärkten werden Germknödel oft mit Vanillesauce und ohne Mohn serviert und auch mein Freund mag sie so lieber. Was ist also bei euch traditionell? Ich bin wirklich gespannt und hoffe, ihr antwortet mir!

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Tipp: Wer die Mohn-Zucker-Mischung zu seinen Germknödeln essen möchte, mischt einfach 1 : 1 geschroteten Mohn und Puderzucker. Wie viel ihr braucht, hängt da ganz von euch ab.

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Das Teigrezept ist nach einem Rezept von Sarah Wiener, das ihr beispielsweise HIER bei Valentinas Kochbuch nachlesen könnt. In dem Rezept dort werden die Germknödel gekocht und nicht gedämpft, da ich sie aber nur gedämpft kenne und ich es als feiner empfand, habe ich sie entsprechend zubereitet.

 

Zutaten (für 10 Stück):

Für den Teig:

100 g Butter

400 ml Milch (evtl. etwas mehr)

750 g Mehl (evtl. etwas mehr)

1,5 Pck. Trockenhefe

70 g Zucker

20 g Vanillezucker

1 TL Salz

Ansonsten:

Pflaumenmus (bei mir etwa ein halbes Glas)

Wasser zum Kochen

Etwas Mehl zum Bestäuben

1 großer Topf

2 – 3 saubere Geschirrhandtücher

Zubereitung:

  • Die Butter in einen Topf geben und langsam schmelzen. Währenddessen alle Zutaten für den Teig, bis auf die Milch, in eine große Rührschüssel geben.
  • Wenn die Butter geschmolzen ist, die Milch dazu gießen. Die Mischung sollte nun handwarm sein, ansonsten entweder erhitzen oder abkühlen lassen. Die Mischung zu den anderen Zutaten geben.
  • Den Teig mit den Knethaken eines Mixers einige Minuten kneten. Sobald der Teig glatt und homogen ist und sich von den Schüsselwänden löst, noch einmal mit den Händen kneten. Eventuell noch etwas mehr Milch oder Mehl hinzugeben, falls er zu trocken und feucht ist. Mit einem sauberen Geschirrhandtuch abdecken und an einem warmen, nicht zugigen Ort 1 Stunde gehen lassen.
  • Auf ein Tablett oder Backblech ein Geschirrhandtuch legen und mit etwas Mehl bestäuben.

Nach der Gehzeit:

  • Den Teig noch einmal kurz kneten, in 10 Teile teilen und jedes einzelne in die Hand nehmen, zu einer Kugel formen und dann platt drücken. Jeweils 1 – 2 EL Pflaumenmus in die Mitte geben und eine Art Sack formen, sodass keine Füllung mehr zu sehen ist. Die Enden fest drücken. Diesen gefüllten Knödel mit der Nahtseite nach unten auf das mit mehl gestäubte Handtuch legen und dne gesamten Teig aufbrauchen. Das Ganze noch einmal abgedeckt etwa 45 Minuten an einem warmen, nicht zugigen Ort gehen lassen.

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  • In einem großen Topf etwa 2,5 l Wasser zum Kochen bringen.
  • Jeweils 3 – 4 Knödel in die Mitte des Geschirrhandtuches legen (mit der Nahtseite weiterhin nach unten), dann den Topfdeckel darauf legen (es sollte kein Knödel an den Seiten rausschauen) und das Handtuch mit dem Deckel und den Knödeln zusammen auf den Topf setzen. Das Tuch sollte dann zwischen Topfdeckel und Topf eingespannt sein, die Knödel dürfen das Wasser nicht berühren. Die Herdplatte auf die niedrigste Stufe stellen und die Knödel bei geschlossenem Deckel 20 Minuten dämpfen lassen.
  • Danach das Tuch mit Deckel und Knödeln abnehmen, die Knödel auf Teller verteilen und den Vorgang wiederholen, bis alle Knödel fertig sind. Je nachdem, wie euer Herd ist, könnt ihr das Wasser noch einmal zum Kochen bringen, wenn ihr die Knödel tauscht.
  • Entweder mit einer Mohn-Zucker-Mischung (vgl oben im Text) und / oder Vanillesauce servieren.

Mahlzeit!

 

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15 Antworten zu Österreich: Germknödel

  1. Pingback: Ein kleiner Jahresrückblick – #Foodblogbilanz2015 | Cooking around the world

  2. Cora schreibt:

    Ahja, die Vanillesauce gehört eher zu den Buchteln (auch mit Powidl gefüllt)

  3. Cora schreibt:

    Hallo Becky! Grüße aus Niederösterreich und schließe mich Vanessa an! 🙂 Traditionell mit Powidl gefüllt, mit zerlassener Butter und Mohn&Zucker bestreut.
    Bin über Julie&Julia auf deinen Blog gekommen (Reine de Saba) und rätsle jetzt die ganze Zeit, welcher denn nun der zweite „Filmkuchen“ ist? 🙂

    • Becky schreibt:

      Hallo Cora,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich immer, wenn ich mit Gerichten so ins Schwarze treffe, wie mit diesen Germknödeln. 🙂
      Der zweite Filmkuchen ist die sündhafte Schokoladentorte in It’s complicated (entschuldige, mir fällt der deutsche Titel nie ein – der Film ist mit Meryl Streep, Alec Baldwin und Steve Martin). Tatsächlich habe ich sie auch noch immer nicht ausprobiert. Kennst du den Film und vor allem die Torte?
      Liebe Grüße, Becky

      • Cora schreibt:

        Ja, „Wenn Liebe so einfach wäre“, Meryl Streep ist einfach überall göttlich! 🙂 An die Schokoladentorte kann ich mich aber nicht erinnern… muss ich mir wieder mal ansehen und freu mich schon auf dein Rezept!
        (den Schokoladen-Gugelhupf hab ich mir schon ausgedruckt! *yummi*) Superschöner Blog, ich komm hier sicher wieder her. 🙂
        lg

      • Becky schreibt:

        Oh ja, Meryl Streep ist einfach toll. Die Torte im Film sieht einfach toll aus, in Großaufnahme ist sie zu sehen, bevor Meryl Streep und Steve Martin gemeinsam zu der Party fahren.
        Ich freue mich, dass dir meine Blogs so gut gefallen. 🙂
        Liebe Grüße, Becky

  4. Pingback: Honduras: Aqua Fresca (mit Ananas und Orange) | Cooking around the world

  5. Vanessa schreibt:

    So eine Österreicherin meldet sich zu Wort 😉

    Also es gibt meist zwei Varianten entweder Mohn& Zucker mit Butter oder mit Vanillesauce. . . wobei für mich eindeutig die Kombi Mohn& Zucker & Butter eindeutig gewinnt (obwohl ich Vanille liiiiiebe 😉 )

    Pflaumenmus nennt man bei uns übrigens „Powidl“ 🙂 wird zum Unterschied von Zwetschken(=Pflaumen)marmelade sehr sehr lange gekocht (ich kann mich erinnern, dass meine Oma es sogar über Nacht auf kleinster Flamme köcheln ließ und alle 2 Stunden aufgestanden ist) wird.

    Sehen sehr lecker aus deine Germknödel!
    Was auch noch ein absolutes Traditionsgericht ist, ist Kaiserschmarrn (gibts auch oft auf Skihütten)!

    Liebe Grüße
    Vanessa 🙂

    • Becky schreibt:

      Na dann, liebe Österreicherin Vanessa, freue ich mich besonders über deinen Kommentar. 🙂
      Mir geht es genauso: Ich liebe Vanille, aber zu Germknödeln gehört für mich einfach mehr der Mohnzucker.
      Das Powidl habe ich ehrlich gesagt auch wegen des Aufwands nicht selbst gemacht, sondern gekauft verwendet.
      Kaiserschmarrn ist natürlich auch sehr klasse!
      Liebe Grüße, Becky

  6. Au wei, die sind soo lecker! Gerade mit Pflaumenmus hat meine Mutter sie auch gemacht!
    Schöne Erinnerung 🙂

    • Becky schreibt:

      Oh ja, das ist dann bestimmt eine schöne Erinnerung. Das liebe ich so an diesen Klassikern: Viele Erinnerungen sind damit verwoben, die man quasi durch das Essen abrufen kann. 🙂

  7. Dina schreibt:

    Liebe Becky, Deine Germknödel muss ich unbedingt mal nachmachen! Nachdem ich als Kind jeden Winter zum Ski fahren nach Österreich brauste, durfte es zum Mittagessen auf der Hütte (fast) ausschließlich Germknödel für mich sein 🙂 Ich liebe den klassischen Knödel (mit Pflaumenmus gefüllt) mit Vanillesauce und einer Zucker-Mohn-Mischung. Danke fürs Rezept und liebe Grüße, Dina

    • Becky schreibt:

      Liebe Dina,
      na das klingt doch nach einer schönen Erinnerung an Germknödel. Ich bin gespannt, wie dir diese hier schmecken werden, wenn du sie mal ausprobiert haben wirst.
      Liebe Grüße, Becky

  8. Alena schreibt:

    Mir gefallen Germknödel mit Sauerkirschfüllung und Vanillesauce am besten. Deine sehen aber auch sehr lecker aus!

    • Becky schreibt:

      Oh deine Kombi klingt aber wirklich auch sehr fein! Sollte ich unbedingt mal ausprobieren! Du darfst auch gern zum Probeessen kommen. 😉

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