Lettland: Rupjmaizes Kārtojums (Kalte Schwarzbrottorte)

Als ich meine kleine Umfrage startete, wohin ihr gern kulinarisch mit mir als nächstes reisen würdet, habe ich mir natürlich überlegt, welches Land wohl wahrscheinlich recht weit vorne liegen würde und welches nicht. Ich bin ganz froh, dass ich keine Wette auf den Gewinner abgeschlossen habe, denn mit Lettland hatte ich wirklich nicht gerechnet! Das liegt nicht daran, dass ich die Küche nicht spannend finde und als ich vor einiger Zeit in Riga war, habe ich mich dort sehr wohlgefühlt – und das nicht nur wegen der extrem guten Schokoladenvariationen, über die ich hier (KLICK) bereits berichtet hatte.

Ein sehr ausgewogenes Ergebnis, nur Lettland hat sich etwas abgesetzt.

Ein sehr ausgewogenes Ergebnis, nur Lettland hat sich etwas abgesetzt.

Wenn ihr mal nach Riga reisen solltet, besucht unbedingt die großen zu Markthallen umgebauten Zeppelinhallen! Dort verkaufen Bauern aus der Gegend auf riesigen Ständen alles, was man sich vorstellen kann und dort kann man in das lettische Leben wirklich eintauchen. Die Weintrauben, die ich dort kaufte, waren wohl die besten, die ich jemals gegessen habe und richtiges lettisches Kümmelbrot ist mal etwas ganz anderes. Wer kein Lettisch versteht, kann sich mit Händen und Füßen wunderbar verständigen und viele von den älteren Menschen können sogar ein paar Brocken Deutsch. Wenn ihr Interesse habt, kann ich euch gern mal einige Bilder von dort zeigen!?

Lettische Dessertkunst

Lettische Dessertkunst

So, genug in Erinnerungen geschwelgt: Ihr wollt sicherlich wissen, was ich euch heute lettisches mitgebracht habe. Meine Wahl ist auf ein Dessert gefallen, das ich ebenfalls in Riga das erste Mal in einem kleinen Restaurant probiert habe: Die lettische kalte Schwarzbrottorte!

SchwarzbrottorteLettische3

Es handelt sich dabei um ein Schichtdessert, das wunderbar vorbereitet werden kann und bei Bedarf nur noch aus dem Kühlschrank gezaubert wird. Die Schwarzbrottorte ähnelt dem „Verschleierten Bauernmädchen“, das vor allem in Friesland, Holstein und Dänemark gegessen wird. Das leicht karamellisierte Schwarzbrot harmoniert hier wunderbar mit dem leicht säuerlichen Johannisbeergelee und das Ganze wird abgerundet durch Sahne. Die Zusammenstellung ist so lecker, wie sie einfach ist.

Die Menge reicht für 6 bis 8 Portionen – die Portionen sehen dann recht klein aus, aber sie sind wirklich mächtig.

 

Zutaten:

200 g Schwarzbrot

3-4 EL Zucker

n. B. etwas Zimt

200 g Schlagsahne

Rund 150 – 200 g Johannisbeergelee (es schmeckt aber auch beispielsweise Kirschkonfitüre sehr gut)

1 große Schüssel oder 6 Gläser zum Anrichten

Zubereitung:

  • Das Schwarzbrot reiben und ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Wenn es angeröstet ist, die Brotkrümel aus der Pfanne nehmen und sofort mit dem Zucker und Zimt vermischen. Zur Seite stellen und abkühlen lassen.
  • Die Schlagsahne steif schlagen.
  • Jetzt geht es schon ans Schichten: Mit einer Schicht Schwarzbrotkrümel beginnen, darauf etwas Johannisbeergelee geben, darauf etwas von der Sahne und so weiter, bis alles verbraucht ist. Enden sollte das Ganze mit einer Schicht Sahne, die noch nach Belieben mit etwas geriebener Schokolade garniert werden kann.
  • Bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren und möglichst gekühlt essen.

Labu apetīti

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5 Antworten zu Lettland: Rupjmaizes Kārtojums (Kalte Schwarzbrottorte)

  1. Pingback: Litauen: Käse-Ei-Salat {+ Kurzrezension} | Cooking around the world

  2. essen & l(i)eben schreibt:

    da wüßte ich jetzt aber schon gerne, was Du als Favoriten auf Deiner Liste hattest?

    ich finde Lettland so spannend, weil es einem so unbekannt ist und im normalen Alltag doch eher selten kulinarisch auf den Teller springt. Das finde ich auch das Besondere an Deinem Blog, dass man sich die Welt ins heimische Wohnzimmer holen kann.

    und dieses Schwarzbrot-Dessert kommt ganz sicher bald auf meinen Teller. als gebürtige Westfälin liegt mir sowas ja von Haus aus nah. Ich sag nur Pumpernickel 🙂

    liebe Grüße und einen wunderbaren Tag für Dich!
    Natalie

    • Becky schreibt:

      Oh, vielen Dank! Das freut mich, dass du das so siehst und auch schreibst, genau dass wir uns die Welt nach Hause holen, möchte ich ja erreichen und wenn du das so empfindest, finde ich das wirklich toll! 🙂

      Was du über Lettland schreibst, kann ich nur unterstreichen. Irgendwie ist das Land noch recht nah, aber eigentlich auch schon sehr weit weg. Das habe ich sehr deutlich erlebt, als ich dort war: Man ist mit dem Flugzeug sehr schnell dort, ist aber in einer ganz anderen Welt, die zu guten Teilen eben nicht westlich ist. Das ist sehr spannend. Das gleiche gilt auch für die Küche.
      Wenn du die Schwarzbrottorte ausprobiert hast, freue ich mich natürlich über eine Meinung von dir.

      Na ja, ich weiß nicht, ob man es „Favoriten“ nennen kann, ich mochte die ausgesuchten Gerichte aus all den Ländern, die ich genannt habe. 😉 Aber ich dachte, dass beispielsweise Argentinien und Australien etwas weiter vorne landen würden und Indien eventuell etwas weiter hinten, weil ich aus dem Land schon einiges vorgestellt habe. Auf der anderen Seite bin ich aber mit dem Ergebnis gar nicht unzufrieden, weil ich es so interpretiere, dass alle Länder Interessenten haben und das ist schön. 🙂

      Ich wünsche dir auch noch einen schönen Tag!
      Liebe Grüße, Becky

  3. hoetuspoetus schreibt:

    Mhmmm … DAS hört sich sehr lecker an ….
    wenn ich es mache, dann darf ich meinen Lieblingsmännern NICHT sagen, dass da Brot drin ist …
    die Zucchini im Schokokuchen habe ich auch verheimlicht … ach ja und die rote Bete in den Schokoküchlein auch … und …..hi*hi*hi …. so einiges mehr … ABER im Nachhinein,
    hat es immer gut geschmeckt … DAS ist doch die Hauptsache, nicht wahr?!

    Zauberhafte Grüße …. Katja

    • Becky schreibt:

      Das kenne ich sehr gut! Eine meiner Lieblingstechniken beim Backen mit Gemüse ist auch das „nicht sofort erzählen, was drin ist“, dann schmeckt es den meisten nämlich super, wissen sie vorher schon, dass viel Gemüse drin ist, eher nicht. Wenn du noch ein paar Rezepte zum süßen backen mit Gemüse suchst, schau gern mal HIER vorbei. 🙂
      Liebe Grüße, Becky

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